Smart Aufwachsen? Kindheit in Zeiten von Handy, Tablet & Co.

Die Smartphone-Nutzung im Kindesalter ist ein Thema, das die Gemüter von Eltern sowie von pädagogischen und medizinischen Fachkräften erhitzt. Wie unsere Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ zeigt, beobachten etwa Kinderärztinnen und Kinderärzte häufig schon bei den Allerkleinsten deutliche Folgen der immer länger werdenden Bildschirmzeiten an Smartphone, Tablet und Co. – darunter Lernentwicklungsstörungen, Übergewicht und soziale Auffälligkeiten. Deshalb ist ein achtsamer Umgang mit den digitalen Begleitern enorm wichtig.

Unser Experte und Medienpädagoge Björn Friedrich gibt Eltern nützliche Anhaltspunkte dafür, wie der kindliche Umgang mit dem Smartphone gelingen kann.

Teil 1 – Das erste Smartphone: Zehn Tipps für Eltern

1. Keine Panik, ein Smartphone ist kein Teufelszeug.

18:00 Uhr, Abendbrot, irgendwo in Deutschland. Das achtjährige Kind versetzt die Eltern unvermittelt in einen Schockzustand, als es fragt: „Wann bekomme ich eigentlich ein Handy?“

Machen wir uns nichts vor, diese Frage wird kommen. Vielleicht nicht im Alter von acht, vielleicht erst mit neun oder zehn Jahren, spätestens aber beim Übertritt an die weiterführende Schule. Während einige Eltern für ihre Kleinen achselzuckend die Geräte anschaffen, verfallen andere regelrecht in Panik ob der vermeintlich lauernden Gefahren und Probleme.

Was tun? Ich rate Ihnen: Bleiben Sie gelassen, denken Sie in Ruhe nach und besprechen Sie gemeinsam mit dem Kind, ob das wirklich eine gute Idee ist – um anschließend eine gut durchdachte Entscheidung zu fällen.

2. Das ideale Einstiegsalter gibt es nicht.

Das Beispiel mit dem achtjährigen Kind ist alltagsnah gewählt, wie auch eine Erhebung des Branchenverbands bitkom zeigt: bereits 33 Prozent der Acht- und Neunjährigen in Deutschland besitzen ein eigenes Smartphone. Uns Medienpädagoginnen und Medienpädagogen wird oftmals die Frage gestellt, wann denn das ideale Alter für das erste eigene Handy sei. Meine Antwort: Das gibt es nicht. Jedes Kind ist ein Individuum, und aus pädagogischer Sicht ist es nicht sinnvoll, alle Kinder gleichen Alters über einen Kamm zu scheren. Ratsamer ist es hingegen, auf das Kind zu schauen: Wie verantwortungsbewusst ist es? Welche Interessen hat es? Wie anfällig ist es für übermäßigen Medienkonsum? Auf dieser Basis sollten Sie als Eltern entscheiden, ob ihr Kind reif für ein eigenes Smartphone ist. Aber, um nochmal in die Statistik zu blicken: Bereits 75 Prozent der Zehn- und Elfjährigen in Deutschland besitzen ein Smartphone. Dies soll kein Ratschlag sein, sondern lediglich ein Anhaltspunkt.

3. Überlegen Sie sich gut, was Sie sich ins Haus holen.

Die Entscheidung, ab wann ein Kind ein eigenes Smartphone erhält, ist weitreichend und will daher gut durchdacht sein. Ein onlinefähiges Handy ist schließlich mehr als ein harmloses technisches Gerät, daher ist die Anschaffung nicht mit dem früheren Fernseher im Kinderzimmer vergleichbar. Ein Smartphone ist zugleich ein Kommunikationsgerät, ein Internetzugang, eine Spielkonsole, ein multimedialer Audio- und Video-Player, eine streamingfähige Kamera und ein mobiles Zahlungsmittel. Die Vielfalt dieser Funktionen bietet unzählige Vor- und Nachteile, deshalb sollten Sie gut abwägen, was schwerer wiegt und was in Ihren Augen ausschlaggebend ist.

4. Stecken Sie mit Ihrem Kind den Rahmen ab.

Früher oder später werden die meisten Kinder das eigene Smartphone erhalten. Daran führt nur selten ein Weg vorbei, und in meinen Augen ist das auch gut so. Wichtig ist, dass die Eltern mit den Kindern vorab klar regeln, in welchem Rahmen das Gerät genutzt wird. Soll das Smartphone beispielsweise nur zuhause im WLAN verwendet werden, um den Konsum von Musik und Hörspielen, Videos und Games zu ermöglichen? Oder soll eine SIM-Karte mit mobilem Internetzugang eingesetzt werden, damit Ihr Kind auch auf dem Schulweg erreichbar ist und sich mitteilen kann? Möchte Ihr Kind Messenger wie WhatsApp nutzen, um sich mit Freundinnen und Freunden auszutauschen (darauf kommen wir in Punkt 6 noch zu sprechen) oder genügt für die innerfamiliäre Kommunikation auch ein alternativer Messenger? Diese grundlegenden Fragen sollten im Voraus geklärt sein, und erst wenn Sie eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden haben, sollten Sie das Gerät anschaffen.

5. Legen Sie Grenzen und Regeln fest.

Nun folgt der eigentlich komplizierte Teil der Geschichte: Wenn das Handy erst einmal da ist, eröffnet es unbegrenzte Möglichkeiten und verführt zur dauerhaften Nutzung. Daher liegt es an Ihnen, konkrete Regeln festzulegen und deren konsequente Durchsetzung zu beachten. Dies betrifft beispielsweise den zeitlichen Umfang der Nutzung: Soll das Gerät dauerhaft in Kinderhand sein oder werden handyfreie Zeiten eingeführt? Aus meiner Sicht ist es in jedem Fall ratsam, das Gerät nachts aus dem Kinderzimmer zu holen und es z. B. zwischen 20:00 und 7:00 Uhr unter elterlicher Aufsicht zu haben. Auch die maximale Dauer der täglichen Nutzung ist einzuschränken: Die BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) empfiehlt für sechsjährige Kinder eine maximale Bildschirmmedien-Zeit von 30 Minuten pro Tag, für Zehnjährige max. 60 Minuten.

Auch der finanzielle Aspekt der Handynutzung muss geklärt sein: Darf das Kind eigenständig Apps kaufen und In-App-Käufe tätigen? Darf es das Handy gar als mobiles Zahlungsmittel nutzen, um sein Taschengeld in digitaler Form auszugeben? Wenn ja, sollten Sie die Kosten limitieren und im Blick behalten.

6. WhatsApp, Instagram und TikTok sind nichts für Kinder.

Ein weiterer Knackpunkt sind die derzeit populären Social-Media-Apps und Messenger wie WhatsApp, Instagram, TikTok und Co. Diese Angebote sind für Kinder und Jugendliche natürlich enorm reizvoll, und zweifellos sind sie auch unterhaltsam, informativ und für jugendkulturelle Entwicklungen bedeutsam. Doch für Kinder sind diese Apps meiner Meinung nach gänzlich ungeeignet, auch die Nutzungsbedingungen der Anbieter verdeutlichen dies: Bei Instagram und TikTok ist ein Mindestalter von 13 Jahren angegeben, bei WhatsApp liegt es sogar bei 16 Jahren. Dies erscheint angesichts der tatsächlichen Nutzung etwas unrealistisch, doch allzu früh sollten Kinder wirklich keinen Zugang zu diesen Diensten haben.

Die Installation auf Kinderhandys öffnet möglichem Missbrauch Tür und Tor: Beispielsweise können Sie als Eltern dann nicht mehr filtern, welche Inhalte ihr Kind vorgesetzt bekommt, und wie viele nicht-jugendfreie (und schon gar nicht kindgerechte) Inhalte hier kursieren, wissen wir alle. Zudem ist die Kontaktaufnahme mit Unbekannten problemlos möglich, und die gezielte Ansprache von Kindern durch Kriminelle oder Pädophile ist eine reale Gefahr.

Eine pauschale Altersempfehlung ist auch hier schwierig, daher rate ich Ihnen nur, diese Entscheidung gut abzuwägen und intensiv mit Ihren Kindern über mögliche Gefährdungen zu reden, bevor Social-Media-Apps installiert werden. Wenn Sie einen Messenger nutzen möchten, um mit Ihrem Kind kommunizieren zu können, wählen Sie statt WhatsApp zunächst vielleicht lieber eine Alternative wie Threema, Signal oder Wire. Diese sind aus Sicht des Datenschutzes deutlich empfehlenswerter, zudem haben sie andere kommerzielle Hintergründe und handeln nicht mit Nutzerdaten. Dennoch sollten Sie auch hier im Blick haben, mit wem sich Ihr Kind austauscht.

7. Auch Google und YouTube sind nicht kindgerecht.

Bereits Kleinkinder wissen heute, dass im Handy Antworten auf alle denkbaren Fragen zu finden sind und dass es dort viele tolle Filmchen zu sehen gibt. Kein Wunder, dass Kinder dann sofort auch Google und YouTube nutzen möchten, sobald sie ein eigenes Handy besitzen. Doch davon kann ich ebenfalls nur abraten, denn auch hier sind zahllose Inhalte zu finden, die für Kinderaugen überaus ungeeignet sind. Ihr Kind muss noch nicht einmal aktiv danach suchen, sondern wird möglicherweise aus Versehen mit schockierenden Inhalten konfrontiert, was traumatische Folgen haben kann. Wählen Sie daher für kleinere Kinder lieber Alternativen wie die kindgerechte Suchmaschinen-App „fragFinn“ und die Video-App „KiKA-Player“. Hier sind nur ausgewählte, altersadäquate Inhalte zu finden, was in jüngeren Jahren durchaus ausreicht. Die mutmaßlich kindgerechte App „YouTube Kids“ finde ich übrigens ebenfalls nicht empfehlenswert, aus inhaltlichen und datenschutztechnischen Gründen.

8. Kinderschutzsoftware kann praktisch sein.

Um Ihnen das Ganze zu erleichtern, kann ich jedoch den Einsatz von Kinderschutzsoftware empfehlen. Diese ermöglicht Ihnen die Kontrolle des Kinderhandys und erlaubt den Kleinen nur eine eingeschränkte Nutzung. Sie können damit beispielsweise die Nutzungszeit begrenzen, Sperrzeiten festlegen und die Installation von Apps kontrollieren. Je nachdem, welches Gerät und welches Betriebssystem Sie nutzen, gibt es hier verschiedene Angebote: Für Android-Geräte empfiehlt sich die App „Family Link“, die auf dem Handy der Eltern und der Kinder installiert werden kann. Auf iOS-Geräten ist die Funktion „Bildschirmzeit“ bereits vorinstalliert, mit der sich ebenfalls die Geräte der Kinder kontrollieren lassen. Daneben gibt es zahlreiche weitere Angebote, die Sie teils gratis, teils kostenpflichtig installieren können – wofür Sie sich entscheiden, überlasse ich Ihnen. Gemeinsam ist all diesen Angeboten, dass ihre Funktionalität natürlich grenzwertig ist, weil sie mit einer strikten Überwachung der Kinder einhergeht. Für jüngere Kinder mit eigenen Smartphones finde ich das jedoch eine durchaus angebrachte Lösung.

9. Die pädagogische Begleitung ist unabdingbar.

Erziehung ist stets von Kommunikation und Austausch geprägt, idealerweise auch von Verständnis und Vertrauen. Sie sollten versuchen, zu Ihrem Kind ein möglichst gutes Verhältnis zu haben und dieses weder durch zu strenge Verbote noch durch zu lasche Erziehung gefährden. Bei sämtlichen technischen Maßnahmen, die Sie ergreifen können, ist die Begleitung des Kindes der entscheidende Faktor. Technik ist fehleranfällig und kann daher keinen 100-prozentigen Schutz liefern, der Einsatz von Software muss daher stets mit flankierenden erzieherischen Maßnahmen einhergehen. In der Erziehung kommt es auch darauf an, Fehler zuzugeben und zuzugestehen, um in einem vertrauensvollen Miteinander gute Kompromisse und zufriedenstellende Lösungen zu finden.

10. Ein Patentrezept für Medienerziehung gibt es leider nicht.

Am Ende bleibt festzuhalten, dass es den einen „goldenen Schlüssel“ nicht gibt. Die Erziehung eines Kindes ist eine komplexe Angelegenheit und mitunter eine herausfordernde Aufgabe, und im Bereich der Medienerziehung sehen wir uns permanent neuen Herausforderungen gegenüber, die es in unserer eigenen Kindheit und Jugend schlicht noch nicht gab.

Versuchen Sie, den für Sie und Ihre Kinder besten Weg zu finden. Überlegen Sie sich gut, welche Ziele Sie verfolgen und an welcher Stelle Sie vielleicht übers Ziel hinaus schießen. Entwerfen Sie einen realisierbaren Dreiklang aus Verboten, Kontrolle und Begleitung: Jüngeren Kindern müssen Sie vieles verbieten, ältere Kinder können Sie noch kontrollieren, im Jugendalter können Sie nur noch begleitend aktiv sein. Das Ziel der Erziehung muss es stets sein, unsere Kinder zum eigenständigen, verantwortungsbewussten Handeln zu befähigen.

Wenn Sie diesen Text bis zum Ende gelesen haben, zeigt das bereits, dass Sie interessiert und aufgeschlossen sind – das ist ein gutes Zeichen und ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg! Und nicht vergessen: Ein Smartphone ist kein Teufelszeug, Panik ist daher unbegründet.

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Björn Friedrich, Medienpädagoge

Björn Friedrich arbeitet als Medienpädagoge bei „SIN – Studio im Netz“ in München und ist als Referent für Vorträge und Fortbildungen tätig. Zusammen mit Tobias Albers-Heinemann veröffentlichte er mehrere Elternratgeber, zuletzt im August 2018 „Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co." (O'Reilly Verlag, Köln). Er lebt in Augsburg und hat selbst zwei Kinder, die ihm die Herausforderungen der Medienerziehung täglich vor Augen führen.

Von der pronova BKK veröffentlichte Presseinformationen

Kinderärzte fordern Begrenzung der Bildschirmzeit

Leverkusen, 27. Januar 2020: Experten warnen außerdem davor, Kinder mit Smartphone und Tablet allein zu lassen

Eltern sollten die Mediennutzung ihrer Kinder zeitlich begrenzen, fordern Kinderärzte. Mehr noch als die Inhalte von Videos und Apps schade die Dauer der Bildschirmzeit den Jüngsten. Dies sind Ergebnisse der Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ der pronova BKK, für die 100 niedergelassene Kinderärzte befragt wurden.

Das größte Problem aus Sicht der Kinderärzte: Die Zeit mit Smartphone, Konsole oder Tablet im kindlichen Alltag nimmt überhand. Das sagen 98 Prozent der Mediziner. 70 Prozent halten auch die Art und die Inhalte der Spiele, die gespielt werden, für mitunter problematisch. Dennoch lehnt eine große Mehrheit der Ärzte radikale Verbote ab. 81 Prozent der Pädiater finden es weltfremd, Kindern heutzutage den Umgang mit digitalen Medien komplett zu untersagen.

Drei von vier Kinderärzte sprechen sich stattdessen für eine zeitliche Begrenzung der Mediennutzung aus. „Das sollte vom Alter der Kinder abhängig gemacht werden“, sagt Imke Schmitz-Losem, Beratungsärztin bei der pronova BKK. „Babys und Kleinkinder haben vor dem Bildschirm nichts zu suchen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass Kinder frühestens ab einem Alter von zwei Jahren maximal eine Stunde täglich mit digitalen Medien verbringen dürfen.“ Der Studie der pronova BKK zufolge raten zwei von drei befragten Ärzten dazu, dass Eltern den Medienkonsum eng begleiten und zum Beispiel für Kinder unter zehn Jahren ohne Aufsicht ganz untersagen. „Der Nachwuchs sollte unter keinen Umständen mit den Geräten allein gelassen werden. Videos und Spiele können Kinder überfordern oder verängstigen.“

Sport und frische Luft kommen zu kurz

Wichtigstes Anliegen der Mediziner ist es, dass Kinder sich mehr bewegen und Sport treiben. 81 Prozent der befragten Ärzte sind der Meinung, dass Eltern darauf vermehrt achten sollten. Außerdem raten 64 Prozent dazu, den Nachwuchs häufiger an die frische Luft zu schicken. „Bewegung unterstützt eine gesunde kindliche Entwicklung. Wer sich auch mal austoben kann, ist ausgeglichener und kann sich besser konzentrieren“, sagt Schmitz-Losem von der pronova BKK.

Eine Mehrheit der befragten Pädiater sieht auch in anderer Hinsicht Defizite bei der Erziehung. Auf die Frage, woran es am meisten fehlt, antworten 63 Prozent der befragten Mediziner, dass Eltern mehr Wert auf die Freizeitgestaltung daheim legen sollten und plädieren für gemeinsame Spielzeiten mit der Familie. Patrizia Thamm, Psychologin bei der pronova BKK, appelliert an die eigene Vorbildfunktion: „Eltern sollten darauf achten, vor den Augen der Kinder selbst nicht zu viel Zeit mit den digitalen Medien zu verbringen. So leben sie einen gesunden Medienumgang vor und lenken gleichzeitig ihre Aufmerksamkeit auch bewusster auf die Bedürfnisse der Kinder.“

Smartphones machen krank

Eine ganze Reihe von Krankheitssymptomen, die Ärzte in ihren Praxen diagnostizieren, führen sie auf übermäßigen Medienkonsum zurück. Übergewicht, soziale Auffälligkeiten, motorische Defizite und Lernentwicklungsstörungen gehören laut Befragung dazu. 82 Prozent der befragten Ärzte bemerken, dass Kinder in eine soziale Isolation rutschen, für die sie die Mediennutzung mitverantwortlich machen. 79 Prozent beobachten in den vergangenen fünf Jahren verstärkt soziale Auffälligkeiten bei ihren jungen Patienten. Immer mehr Kinder wiegen zu viel, geben 75 Prozent der Mediziner zu Protokoll.

Zur Studie

Die Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ wurde im Oktober 2019 im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Bundesweit wurden 100 niedergelassene Kinderärztinnen und Kinderärzte befragt.

Über die pronova BKK

Die pronova BKK ist aus Zusammenschlüssen der Betriebskrankenkassen namhafter Weltkonzerne wie BASF, Bayer, Continental und Ford entstanden. Bundesweit für alle Interessenten geöffnet, vertrauen der Krankenkasse bereits über 650.000 Versicherte ihre Gesundheit an. Ob per App, im Chat, über das rund um die Uhr erreichbare Servicetelefon oder in den 60 Kundenservices vor Ort – die pronova BKK kümmert sich jederzeit um die Anliegen ihrer Kundinnen und Kunden. Weitere Informationen auf pronovabkk.de.

Kinderärzte: Eltern verharmlosen das „Smartphone-Problem“

Leverkusen, 18. Dezember 2019: Erfahrung aus dem Praxisalltag zeigt, dass Mütter und Väter häufig die Augen vor den gesundheitlichen Auswirkungen der intensiven Mediennutzung verschließen

Eltern übersehen häufig die negativen Folgen ausgeprägter Mediennutzung bei ihrem Nachwuchs. Knapp drei Viertel der Kinderärzte sind der Meinung, dass Eltern den Umgang ihrer Kinder mit Computern, Spielekonsolen oder Smartphones völlig verharmlosen. In ihren Sprechstunden erleben die Mediziner, dass es weit häufiger die Ärzte als die Eltern sind, die den Gebrauch solcher Geräte überhaupt thematisieren. Dies sind Ergebnisse der Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ der pronova BKK, für die 100 niedergelassene Kinderärzte befragt wurden.

Nicht nur verharmlosen Eltern aus Sicht der Kinderärzte den Medienkonsum ihrer Kinder, sie werden auch ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht. Nahezu alle Mediziner beobachten übereinstimmend, dass Eltern bei der Nutzung digitaler Geräte „nicht gerade gute Vorbilder“ sind. „Kinder wachsen heutzutage damit auf, dass das Smartphone in der Welt der Großen ständiger Begleiter ist. Auch Kleinkindern bleibt nicht verborgen, dass sie die Aufmerksamkeit ihrer Eltern ein Stück weit mit diesen Geräten teilen müssen – mit teils dramatischen Folgen für die kindliche Entwicklung“, sagt Patrizia Thamm, Psychologin bei der pronova BKK.

Lediglich knapp 20 Prozent der Kinderärzte sind sich sicher, dass Eltern die Probleme ihrer Kinder überhaupt wahrnehmen, die Smartphones und Tablets verursachen. Weitere 40 Prozent glauben, dass Mütter und Väter zumindest eine Ahnung von den Auswirkungen haben. Die übrigen 40 Prozent halten die elterliche Wahrnehmung bei diesem Thema für eher eingeschränkt. „Dass Eltern den Medienkonsum so wenig als Problem erkennen, macht es noch schwieriger, den Kindern zu helfen und die negativen Auswirkungen zu bekämpfen“, sagt Thamm von der pronova BKK.

In der Sprechstunde kaum Thema

Hinzu kommt, dass Eltern das Thema elektronische Medien selten von selbst mit in die Sprechstunde bringen. Nur acht Prozent der Kinderärzte berichten, dass sie von Vätern oder Müttern häufig darauf angesprochen werden, 38 Prozent sagen, dass dies manchmal passiere. 87 Prozent der Pädiater dagegen kommen von sich aus auf das Thema zu sprechen.

Kinderärzte: Smartphones machen krank

Gleich eine ganze Reihe von Krankheitssymptomen führen Kinderärztinnen und -ärzte auf übermäßigen Medienkonsum zurück. Dazu gehören laut Befragung Übergewicht, soziale Auffälligkeiten, motorische Defizite und Lernentwicklungsstörungen. Zugleich sehen die Experten diese Probleme auf dem Vormarsch. So berichten 79 Prozent der befragten Ärzte, dass sie in den vergangenen fünf Jahren verstärkt soziale Auffälligkeiten bei ihren jungen Patienten feststellen. 75 Prozent registrieren, dass immer mehr Kinder zu viel wiegen. 82 Prozent stellen schon heute eine soziale Isolation des Nachwuchses fest, für die sie die Mediennutzung mitverantwortlich machen.

Zur Studie

Die Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ wurde im Oktober 2019 im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Bundesweit wurden 100 niedergelassene Kinderärztinnen und Kinderärzte befragt.

Über die pronova BKK

Die pronova BKK ist aus Zusammenschlüssen der Betriebskrankenkassen namhafter Weltkonzerne wie BASF, Bayer, Continental und Ford entstanden. Bundesweit für alle Interessenten geöffnet, vertrauen der Krankenkasse bereits über 650.000 Versicherte ihre Gesundheit an. Ob per App, im Chat, über das rund um die Uhr erreichbare Servicetelefon oder in den 60 Kundenservices vor Ort – die pronova BKK kümmert sich jederzeit um die Anliegen ihrer Kundinnen und Kunden. Weitere Informationen auf pronovabkk.de.

Studie: Smartphone-Nutzung hat drastische Folgen schon für die Allerkleinsten

Leverkusen, 11. Dezember 2019: Kinderärzte diagnostizieren Gesundheitsfolgen für alle Altersgruppen – am stärksten betroffen sind die Zehn- bis 13-Jährigen

Smartphones, Tablets und Spielekonsolen ziehen Kinder in ihren Bann. Das hat dramatische Folgen für die Gesundheit: Kinderärzte sehen bei Kindern aller Altersgruppen gesundheitliche Probleme, die sie auf die zunehmende Mediennutzung zurückführen. Am stärksten betroffen sind Kinder zwischen zehn und 13 Jahren. Aber auch Kleinkinder leiden erheblich unter der täglichen Beschäftigung mit dem Smartphone. Dies sind Ergebnisse der Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ der pronova BKK, für die 100 niedergelassene Kinderärzte befragt wurden.

Drei Viertel der Pädiater stellen fest, dass besonders Patientinnen und Patienten zwischen zehn und 13 Jahren gesundheitliche Probleme wie Übergewicht oder Lernschwierigkeiten haben. Diese werten sie als eine Folge zunehmender Mediennutzung schon im Kindesalter. „Im Alter zwischen zehn und 13 Jahren bekommen viele Kinder ihr erstes eigenes Smartphone. Die Folgen zeigen sich in den Kinderarztpraxen. Das sollte Eltern, aber auch Lehrer und Erzieher aufrütteln und dazu bewegen, Kinder beim Umgang mit eigenen Geräten eng zu begleiten“, sagt Dr. Gerd Herold, Beratungsarzt bei der pronova BKK.

Die Schwierigkeiten beginnen aber schon viel früher und sind aus Sicht der Mediziner sogar bereits im Kleinkindalter deutlich zu erkennen: Ein Drittel der Kinderärzte diagnostiziert bei den unter Dreijährigen Defizite etwa in der motorischen Entwicklung, weil auch diese Altersgruppe schon Smartphones und Tablets in die Hände bekommt. 95 Prozent der Pädiater sind sich einig: Kinder, die in Folge der Mediennutzung beeinträchtigt sind, werden immer jünger. „Unkontrollierter Medienkonsum von Kleinkindern kann ihrer Entwicklung in vielerlei Hinsicht schaden: Diese Kinder bewegen sich meist zu wenig, sind in ihrer Sprachentwicklung gehemmt und ihre Kreativität kann sich nicht entfalten“, sagt Stella Beck, Gesundheitspädagogin (M. Sc.) von der pronova BKK.

Konsolen, Tablets und Smartphones sind in allen Altersgruppen Begleiter durch die Kindheit. Rund zwei Drittel der Ärzte sehen auch die Gesundheit von Kindergarten- und Grundschulkindern im Alter zwischen drei und neun Jahren dadurch belastet. Etwas besser scheinen Teenager zwischen 14 und 17 Jahren die Nutzung von Smartphone und Co. wegzustecken: Aber auch für diese Altersgruppe erkennt noch rund die Hälfte der Kinderärzte gesundheitliche Beeinträchtigungen infolge der Smartphone-Nutzung.

Zunahme sozialer Auffälligkeiten

Gleich eine ganze Reihe von Krankheitssymptomen führen Kinderärzte auf übermäßigen Medienkonsum zurück. Dazu gehören laut Befragung Übergewicht, soziale Auffälligkeiten, motorische Defizite und Lernentwicklungsstörungen. Zugleich sehen die Kinderärzte diese Probleme auf dem Vormarsch. So berichten 79 Prozent der befragten Ärzte, dass sie in den vergangenen fünf Jahren verstärkt soziale Auffälligkeiten bei ihren jungen Patienten feststellen. 75 Prozent registrieren, dass immer mehr Kinder zu viel wiegen. 82 Prozent stellen schon heute eine soziale Isolation des Nachwuchses fest, für die sie die Mediennutzung mitverantwortlich machen.

Zur Studie

Die Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ wurde im Oktober 2019 im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Bundesweit wurden 100 niedergelassene Kinderärztinnen und Kinderärzte befragt.

Über die pronova BKK

Die pronova BKK ist aus Zusammenschlüssen der Betriebskrankenkassen namhafter Weltkonzerne wie BASF, Bayer, Continental und Ford entstanden. Bundesweit für alle Interessenten geöffnet, vertrauen der Krankenkasse bereits über 650.000 Versicherte ihre Gesundheit an. Ob per App, im Chat, über das rund um die Uhr erreichbare Servicetelefon oder in den 60 Kundenservices vor Ort – die pronova BKK kümmert sich jederzeit um die Anliegen ihrer Kundinnen und Kunden. Weitere Informationen auf pronovabkk.de.

Studie: Smartphones machen Kinder krank

Leverkusen, 13. November 2019: Befragung von Kinderärzten zeigt Folgen übermäßigen Medienkonsums

Kinderärzte schlagen Alarm: Kinder aller Altersgruppen zeigen zunehmend Krankheitssymptome, die auf übermäßigen Medienkonsum zurückzuführen sind. So führen rund neun von zehn Kinderärzten Übergewicht und soziale Auffälligkeiten auf die Nutzung von Computern, Smartphones und Spielekonsolen zurück. Zugleich sehen sie diese Probleme in den letzten fünf Jahren auf dem Vormarsch. Dies sind Ergebnisse der Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ der pronova BKK, für die 100 niedergelassene Kinderärzte befragt wurden.

79 Prozent der befragten Ärzte berichten, dass sie in den vergangenen fünf Jahren verstärkt soziale Auffälligkeiten bei ihren jungen Patienten feststellen. 75 Prozent erleben eine Zunahme von Übergewicht bei Kindern. 66 Prozent diagnostizieren vermehrt motorische Defizite, 59 Prozent Lernentwicklungsstörungen. Auch bei diesen Diagnosen sprechen acht von zehn Kinderärzten von einem Zusammenhang mit erhöhter Mediennutzung.

Auch der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte Thomas Fischbach warnt davor, dass schon kleine Kinder Smartphones und Tablets nutzen. Das habe katastrophale Folgen für die kindliche Entwicklung, sagte Fischbach jüngst der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Seine Forderung: „Kein Handy vor elf Jahren!“

Kinderärzte beobachten soziale Isolation

Dass Kinder immer mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringen, sehen der Studie zufolge fast alle befragten Kinderärzte „sehr kritisch“. 90 Prozent der Pädiater warnen vor den Folgen: Die Tragweite der psychischen Schäden durch die vermehrte Mediennutzung sei noch gar nicht abzusehen. 82 Prozent stellen schon heute eine soziale Isolation ihrer Patienten fest, die sie auf die Mediennutzung zurückführen.

Zur Studie

Die Studie „Smart Aufwachsen 2019?“ wurde im Oktober 2019 im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Bundesweit wurden 100 niedergelassene Kinderärztinnen und Kinderärzte befragt.

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Studienergebnisse "Smart aufwachsen"

Pressekontakt pronova BKK

Nina Remor
pronova BKK
Horst-Henning-Platz 1
51373 Leverkusen
Tel.: 0214 32296-2305
E-Mail: presse@pronovabkk.de

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