Ausgrenzung Ungeimpfter wird abgelehnt
Ausgrenzung fürchten die 16- bis 29-Jährigen am meisten. Auch wenn sie mehrheitlich für eine Impfpflicht sogar in ihrer Generation stimmen, fordern sie gleichzeitig mehr Toleranz gegenüber Ungeimpften. 69 Prozent der Befragten meinen, dass die Politik Jugendliche, die nicht geimpft sind, obwohl sie es könnten, nicht vom gesellschaftlichen und sozialen Leben ausschließen darf. Bei den jungen Eltern zwischen 16 und 29 Jahren sagen das sogar 75 Prozent. Diese Haltung entspricht dem Votum der Stiko vom August 2021, die sich für eine Impfempfehlung, aber gegen eine Ausgrenzung nicht-geimpfter Jugendlicher ausgesprochen hatte.
Gleichzeitig fühlen sich 35 Prozent der Generation Z bereits ohne gesetzliche Pflicht unter Impf-Druck von der Politik. Unter den Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern empfinden 47 Prozent so. „Die jungen Menschen können keine weiteren Einschränkungen mehr ertragen. Sie mussten oft Verantwortung für die älteren Generationen übernehmen und haben eine große Last in der Pandemie getragen“, sagt die auf den Gesundheitsmarkt spezialisierte Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen.
Die Angst vor Ansteckung ist in der Altersklasse nicht oder nicht mehr so stark verbreitet. 73 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben kein Problem, Ungeimpfte im Innenbereich zu treffen, im Schnitt sind es 68 Prozent.
„Die Generation Z hat ein viel stärkeres Gerechtigkeitsgefühl als ältere Generationen. Sie wollen keine Mitschüler ausgrenzen, weil die sich nicht impfen lassen oder keine Maske tragen, gleichzeitig wird deren Rolle als unsozial empfunden. Ein schwerer Zwiespalt zwischen Freiheit und Sicherheit, den diese Generation besonders stark erlebt“, ergänzt Mühlhausen.