6 von 10 Beschäftigten sind Burn-out-gefährdet

Leverkusen, 31.03.2026: Ständige Überforderung und anhaltende Kränkungen im Job erschöpfen die Berufstätigen in Deutschland. 61 % schätzen ihr eigenes Burn-out-Risiko als mittel oder hoch ein. Damit bleibt die psychische Belastung im Arbeitsalltag seit 2022 auf hohem Niveau. Gleichzeitig belastet auch Unterforderung (Bore-out) viele Mitarbeitende, vor allem die unter 30-Jährigen.

Leverkusen, 31.03.2026: Ständige Überforderung und anhaltende Kränkungen im Job erschöpfen die Berufstätigen in Deutschland. 61 % schätzen ihr eigenes Burn-out-Risiko als mittel oder hoch ein. Damit bleibt die psychische Belastung im Arbeitsalltag seit 2022 auf hohem Niveau. Gleichzeitig belastet auch Unterforderung (Bore-out) viele Mitarbeitende, vor allem die unter 30-Jährigen.

Viele Berufstätige fühlen sich nicht nur körperlich, sondern auch mental unter Druck. Jede*r 3. hat im Job bereits selbst Erfahrung mit Burn-out gemacht. Bei Kolleg*innen haben 40 % der Befragten diesen Zustand beobachtet.

Vor allem strukturelle Faktoren belasten die Berufstätigen. 32 % der Befragten geben an, dass eine unfaire oder unausgewogene Verteilung der Aufgaben mehr Stress auslöst als noch vor 5 Jahren. 26 % der Befragten fühlen sich durch komplexe bürokratische und rechtliche Anforderungen unter Druck gesetzt. Ebenso viele stresst die ständige Erreichbarkeit. Beschäftigte in der Gen Z sind davon besonders stark betroffen.

„Burn-out entsteht schleichend, deshalb ist es so gefährlich“, sagt Wirtschaftspsychologin und Resilienz-Trainerin Patrizia Thamm von der Pronova BKK. Warnsignale wie körperliche und emotionale Erschöpfung, Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen würden häufig ignoriert, ebenso eine verminderte Leistungsfähigkeit. „Wer über Wochen oder Monate mehrere dieser Signale bemerkt, sollte frühzeitig gegensteuern“, warnt Thamm.

Gen Z durch Unter­forderung belastet

Noch eine zweite Form psychischer Erschöpfung wirkt sich negativ auf den Arbeitsalltag von vielen Beschäftigten aus: Bore-out. Dieses Phänomen der anhaltenden starken Unterforderung oder Langeweile am Arbeitsplatz hat rund jede*r 2. schon an sich selbst oder im Kollegenkreis beobachtet. Monotone Aufgaben oder fehlende Entwicklungsperspektiven demotivieren vor allem junge Erwerbstätige. 37 % der unter 30-Jährigen haben Bore-out selbst erlebt, deutlich mehr als im Durchschnitt der Beschäftigten (26 %).

„Beide Phänomene sind Ausdruck derselben Dynamik. Einer Arbeitswelt, die extreme Anforderungen stellt und gleichzeitig an vielen Stellen Sinn entzieht“, ordnet Patrizia Thamm die Ergebnisse ein. Im Arbeitsumfeld sollten Belastung aber auch Unterforderung offen angesprochen werden dürfen. Die Wirtschaftspsychologin sieht in dieser Transparenz eine der effektivsten Möglichkeiten, Burn-out und Bore-out vorzubeugen.

Über die Studie

Für die repräsentative Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK wurden 1.230 Arbeitnehmer*innen ab 18 Jahren im Oktober 2025 online befragt. Die Befragung gibt einen Einblick, wie die Männer und Frauen Stress und Arbeitsklima wahrnehmen, wie sie mit Erkrankungen und Ausfallzeiten umgehen und über den Einsatz von KI im Berufsleben.

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Nina Remor

Pressereferentin

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