Ausgerechnet diejenigen, die in ihrem Alltag viel mit Kindern zu tun haben, erwarten moralische Erziehungsarbeit von der Technologie. Während 41 % der Eltern von Minderjährigen sagen, Respekt, Fairness und Empathie können in vielen Fällen besser durch eine KI als durch Erziehungsberechtigte oder Freunde vermittelt werden, stimmen dem nur 27 % der Deutschen ohne Kinder im Haushalt zu.
„Die Einschätzung, Werte könnten durch KI vermittelt werden, sagt weniger etwas über die tatsächlichen Fähigkeiten der Technologie aus, sondern vielmehr über das Selbstbild und die Verunsicherung vieler Eltern in ihrer Rolle“, erklärt Nina Grimm, Familienpsychologin für die Pronova BKK. „Überforderte und zu selbstkritische Eltern übertragen die Verantwortung auf die KI und idealisieren dabei eine perfekte Kommunikation. KI antwortet rational, während Eltern menschlich auftreten. Sie sind emotional und nicht fehlerfrei. Aber genau hierin liegt Lern- und Wachstumspotenzial für alle Beteiligten. Wirkliche soziale Kompetenzen können nur im menschlichen Miteinander erlernt werden. Und dazu gehört Konflikt.“