Warum noch mit menschlichen Freund*innen sprechen, wenn ich jederzeit und überall mit der künstlichen Intelligenz (KI) chatten kann – und sie genauso antwortet, wie ich es mir wünsche. So denken anscheinend viele unter 30-Jährige und auch 30 % der KI-Nutzer*innen aller Altersgruppen. „Unsere sozialen Fähigkeiten verarmen, wenn wir der KI gegenüber menschlichen Gesprächen den Vortritt geben. KI fördert klare, fertige Antworten statt offener Gesprächsprozesse und verändert damit bereits das Kommunikationsverhalten“, sagt Patrizia Thamm, Referentin der Gesundheitsförderung bei der Pronova BKK sowie Trainerin für Resilienz und Achtsamkeit, „In der Auseinandersetzung mit anderen Menschen erleben wir Reibungen, abweichende Perspektiven, Kritik und Unsicherheit. Genau daran wachsen wir. Wenn Menschen diese Erfahrungen zu stark an KI auslagern, trainieren sie wichtige Fähigkeiten wie Frustrationstoleranz, Konfliktfähigkeit und die Fähigkeit zur Selbstreflexion weniger. Hinzu kommt: KI ist darauf ausgelegt, eher bestätigend als konfrontativ zu antworten. Doch Widerspruch brauchen wir, weil er uns vor einem verzerrten Selbstbild schützt.“