Liebe, Nähe, Sexualität – bislang zutiefst menschliche Bereiche. Doch mit der Nutzung von KI im privaten Alltag wird für viele denkbar, was bislang nach Science-Fiction klang: 22 % der Deutschen können sich eine erotische und romantische Beziehung mit einem KI-Chatbot vorstellen. 44 % von ihnen als Ergänzung zu einer bestehenden Partnerschaft und 56 % sogar als Ersatz. Bei den jüngeren Befragten ist die Zustimmung für den emotionalen Austausch mit einem Bot noch größer: 45 % der 18- bis 29-Jährigen, die in einer Partnerschaft leben, können sich eine erotische und romantische Beziehung mit einem KI-Chatbot vorstellen. Von ihnen sehen 65 % diese sogar als Ersatz für eine menschliche Partnerschaft.
„Das Ergebnis zeigt, wie stark sich Bedürfnisse verändert haben. KI bietet vermeintlich genau das, wonach sich viele Menschen sehnen: emotionale Sicherheit“, erklärt Patrizia Thamm, Referentin für Gesundheitsförderung bei der Pronova BKK sowie Trainerin für Resilienz und Achtsamkeit. „Nur kann KI keine menschliche Partnerschaft ersetzen. Diese lebt von gemeinsamem Wachstum, körperlicher Nähe, Spannungen und echter Wechselseitigkeit mit emotionaler Tiefe und Resonanz. All das kann KI nur sehr eingeschränkt oder gar nicht leisten.“
Trotz dieser Einschränkungen halten viele Menschen KI auch in zwischenmenschlichen Beziehungen für zukunftsfähig: 36 % der Männer und 26 % der Frauen gehen davon aus, dass KI menschliche Partnerschaften künftig zumindest teilweise ersetzen wird. Unter allen Befragten glauben 28 % zudem, dass virtuelle Partner*innen eines Tages ähnlich anerkannt sein werden wie menschliche Partner*innen.