Rund jede*r 5. Deutsche kann sich eine roman­tische Bezie­hung mit der KI vor­stellen

Leverkusen, 19.05.2026: Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in menschliche Beziehungen. Besonders aufgeschlossen zeigt sich die Generation Z. Insgesamt glaubt fast jede*r 3. Befragte, dass romantische Kontakte mit einem KI-Chatbot künftig gesellschaftlich ähnlich akzeptiert sein werden wie Beziehungen zwischen Menschen.
Leverkusen, 19.05.2026: Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in menschliche Beziehungen. Besonders aufgeschlossen zeigt sich die Generation Z. Insgesamt glaubt fast jede*r 3. Befragte, dass romantische Kontakte mit einem KI-Chatbot künftig gesellschaftlich ähnlich akzeptiert sein werden wie Beziehungen zwischen Menschen.

Liebe, Nähe, Sexualität – bislang zutiefst menschliche Bereiche. Doch mit der Nutzung von KI im privaten Alltag wird für viele denkbar, was bislang nach Science-Fiction klang: 22 % der Deutschen können sich eine erotische und romantische Beziehung mit einem KI-Chatbot vorstellen. 44 % von ihnen als Ergänzung zu einer bestehenden Partnerschaft und 56 % sogar als Ersatz. Bei den jüngeren Befragten ist die Zustimmung für den emotionalen Austausch mit einem Bot noch größer: 45 % der 18- bis 29-Jährigen, die in einer Partnerschaft leben, können sich eine erotische und romantische Beziehung mit einem KI-Chatbot vorstellen. Von ihnen sehen 65 % diese sogar als Ersatz für eine menschliche Partnerschaft.

„Das Ergebnis zeigt, wie stark sich Bedürfnisse verändert haben. KI bietet vermeintlich genau das, wonach sich viele Menschen sehnen: emotionale Sicherheit“, erklärt Patrizia Thamm, Referentin für Gesundheitsförderung bei der Pronova BKK sowie Trainerin für Resilienz und Achtsamkeit. „Nur kann KI keine menschliche Partnerschaft ersetzen. Diese lebt von gemeinsamem Wachstum, körperlicher Nähe, Spannungen und echter Wechselseitigkeit mit emotionaler Tiefe und Resonanz. All das kann KI nur sehr eingeschränkt oder gar nicht leisten.“

Trotz dieser Einschränkungen halten viele Menschen KI auch in zwischenmenschlichen Beziehungen für zukunftsfähig: 36 % der Männer und 26 % der Frauen gehen davon aus, dass KI menschliche Partnerschaften künftig zumindest teilweise ersetzen wird. Unter allen Befragten glauben 28 % zudem, dass virtuelle Partner*innen eines Tages ähnlich anerkannt sein werden wie menschliche Partner*innen.

Jede*r 8. unter 30-Jährige macht Dirty Talk mit der KI

Zu einer Partnerschaft gehört neben der Romantik für viele auch die Erotik. Einige der Befragten beziehen daher Chatbots auch in ihr Sexleben ein: 29 % der Männer und 16 % der Frauen können sich vorstellen, sexuell anregende Nachrichten (Dirty Talk) mit der KI auszutauschen. 7 % aller Befragten und 13 % der unter 30-Jährigen haben es bereits getan. „KI kann wie ein geschützter Raum erscheinen. Manchmal geht es in den Chats um Wünsche oder Vorlieben, die in echten Beziehungen nicht ausgelebt werden können oder schwer anzusprechen sind. KI kann zwar intime Kommunikation simulieren, aber echte Intimität nicht ersetzen“, betont die Referentin für Gesundheitsförderung Patrizia Thamm von der Pronova BKK. Entscheidend sei, dass KI nicht die echte Kommunikation verdränge und nicht wie ein 3. Partner wirke. „Die eigentliche Beziehungsgestaltung bleibt im Kern eine zwischenmenschliche Aufgabe“, sagt Thamm.

KI wird zum Bezie­hungs­coach

Neben Erotik und Romantik wird KI vor allem auch für Beziehungstipps genutzt. 39 % der Deutschen haben Chatbots bereits Fragen rund um Partnerschaft gestellt – etwa um Streit zu vermeiden, um das Sexleben in der Partnerschaft zu verbessern oder um Tipps für romantische Dates zu bekommen. Besonders Jüngere greifen häufiger auf KI zurück: Bereits 31 % der unter 30-Jährigen haben sich schon Anregungen für romantische Verabredungen geholt, unter allen Befragten sind es 16 %. Die Erfahrungen mit dem KI-Beziehungscoach fallen überwiegend positiv aus: 88 % derjenigen, die bereits partnerschaftlichen Rat bei ChatGPT und Co. gesucht haben, bewerten diesen als gut.

Zudem zeigt die Studie, dass der KI-Chatbot auch als vertraulicher Gesprächspartner genutzt wird. 44 % der Männer, aber nur 33 % der Frauen sind der Meinung, mit einem Bot offener über Beziehungsprobleme sprechen zu können als mit ihre*r Partner*in. Doch der digitale Austausch über intime Beziehungsdetails kann auch zur Beziehungsfalle werden: 37 % der Männer und 32 % der Frauen sehen es als Trennungsgrund, wenn die Partnerin oder der Partner persönliche Probleme mit der KI teilt. „Auf den 1. Blick wirkt das widersprüchlich, ist es aber eigentlich nicht. Der Chatbot nimmt keine Bewertung vor, das erleichtert die Offenheit. In einer Partnerschaft gelten jedoch andere Regeln. Dort geht es um Vertrauen, Exklusivität und das Gefühl, dass bestimmte Themen in die gemeinsame Kommunikation gehören. Wenn Probleme stattdessen mit einer KI besprochen werden, kann das als emotionale Untreue erlebt werden“, ordnet die Pronova-BKK-Expertin Patrizia Thamm ein.

Über die Studie

Für die repräsentative Studie „KI im Alltag 2026“ der Pronova BKK wurden 3.485 Frauen und Männer ab 18 Jahren im März 2026 online befragt. Darunter befinden sich 2.005 Personen mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren im Haushalt. Die Befragung gibt einen Einblick, inwieweit die KI schon Einzug in den privaten Alltag der Bevölkerung genommen hat. Besondere Schwerpunkte setzt die Umfrage auf die private Nutzung von KI für partnerschaftliche, erzieherische und gesundheitliche Belange.

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