Frühe Diagnose eröffnet Behandlungsmöglichkeiten
„Zytomegalie ist vielen werdenden Eltern kaum bekannt, obwohl sie die häufigste angeborene Virusinfektion in Deutschland ist“, erklärt Dr. med. Anke Hurst, Fachärztin für Innere Medizin und Beratungsärztin bei der Pronova BKK, „Je früher eine Infektion erkannt wird, desto besser können Ärztinnen und Ärzte die Schwangerschaft begleiten und mögliche Behandlungsoptionen prüfen.“
Wird eine Zytomegalie-Infektion in der Frühschwangerschaft rechtzeitig festgestellt, kann in bestimmten Fällen eine Behandlung mit dem antiviralen Wirkstoff Valaciclovir in Betracht kommen. „Durch die Gabe von Valaciclovir kann das Risiko einer kindlichen Infektion im Mutterleib auf etwa 10 % reduziert werden“, erklärt Prof. Kagan, Mitautor der Ende 2024 erschienenen Leitlinie zu CMV. Diese stellt die Behandlung ausführlich dar, sodass diese zunehmend breitere Anwendung findet. Die Prophylaxe erfolgt derzeit trotzdem noch außerhalb der regulären Zulassung, als sogenannte Off-Label-Anwendung, daher ist ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse notwendig.