Was ist Autismus?
Wenn du an Autismus denkst, hast du vielleicht schon ein Bild im Kopf: Eine Person, die keinen Blickkontakt hält, dafür aber ein Zahlengenie ist. Klischees wie dieses halten sich hartnäckig. Dabei zeigt sich Autismus oft ganz anders. Manche Autist*innen brauchen im Alltag viel Unterstützung, andere leben selbstständig, haben Beziehungen und einen Job. Und auch die persönlichen Stärken und Herausforderungen können ganz unterschiedlich sein.
Doch was ist Autismus eigentlich genau? Autismus ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die von frühster Kindheit an besteht und Betroffene ein Leben lang begleitet. Autist*innen nehmen ihre Umwelt oft anders wahr und verarbeiten Informationen auf eine andere Weise. Das kann sich bspw. darin zeigen, dass es ihnen schwerfällt, sich in andere hineinzuversetzen oder ihren Gesichtsausdruck zu deuten. Auch in der Kommunikation können Unterschiede auftreten: Redewendungen werden mitunter wörtlich verstanden, während die eigene Ausdrucksweise sehr direkt sein kann.
Wie entsteht Autismus?
Die genauen Ursachen für Autismus sind noch nicht geklärt. Wissenschaftler*innen gehen aber davon aus, dass verschiedene Gene dabei eine große Rolle spielen. Außerdem ist das Gehirn von Autist*innen meist anders vernetzt. Dazu kommen weitere Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit für Autismus erhöhen könnten, z. B.:
- Ein höheres Alter der Eltern
- Schwere Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft
- Wenn die Mutter bestimmte Medikamente in der Schwangerschaft einnimmt, z. B. gegen Epilepsie
Vielleicht hast du schon mal gehört, dass Autismus durch falsche Erziehung oder mangelnde Zuwendung entstehen kann. Das ist ein Mythos und wurde inzwischen widerlegt. Das gilt auch für die Behauptung, Impfungen würden Autismus auslösen. Das Robert Koch-Institut (RKI) verweist dazu auf zahlreiche internationale Studien, die untersucht haben, ob es einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus geben könnte. Das Ergebnis: Autismus tritt bei geimpften und ungeimpften Kindern gleich häufig auf.