Blasenentzündung in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft verändert sich nicht nur der Hormonhaushalt, sondern auch die Reaktionsweise des Immunsystems und der Harnfluss in den Harnwegen. Diese natürlichen Anpassungen unterstützen eine gesunde Schwangerschaft – erhöhen aber gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit für Blasenentzündungen.
Blasenentzündungen können grundsätzlich in allen Phasen der Schwangerschaft auftreten. Das Risiko besteht also während der gesamten Zeit, ist aber nicht gleich verteilt:
Frühe Schwangerschaft (1. Trimester)
Das Hormon Progesteron entspannt die Muskulatur der Harnleiter und der Blase. Der Harnabfluss wird etwas träger, und Urin kann sich kurzzeitig in den Harnwegen stauen, was Keimen die Vermehrung erleichtert.
Mittlere bis späte Schwangerschaft (2.-3. Trimester)
Mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft übt die wachsende Gebärmutter zunehmend Druck auf die Harnblase und Harnleiter aus. Die Blase kann sich dann nicht immer vollständig entleeren, und es bleibt Resturin zurück – ein idealer Nährboden für Bakterien.
Auch das Immunsystem stellt sich in der Schwangerschaft um. Das liegt daran, dass das Baby auch Gene des anderen Elternteils trägt und für das Immunsystem der Mutter nicht vollständig „körpereigen“ ist. Damit der Körper das Baby gut toleriert, wird die Immunabwehr in bestimmten Bereichen angepasst: Sie bleibt leistungsfähig, reagiert aber etwas zurückhaltender als sonst. Diese natürliche Veränderung schützt die Schwangerschaft, kann aber dazu führen, dass Infektionen leichter entstehen.
Übrigens: Wiederholte Harnwegsinfektionen schon vor der Schwangerschaft, Übergewicht oder Adipositas, Diabetes mellitus oder Schwangerschaftsdiabetes sind weitere Risikofaktoren für Blasenentzündungen.