Mögliche Folgen von Bluthochdruck in der Schwangerschaft
Bluthochdruck kann sich – je nach Ausprägung – auf den Verlauf der Schwangerschaft, die Entwicklung des Babys und in manchen Fällen auch auf die Geburt oder die Zeit kurz danach auswirken. Häufig beginnt alles damit, dass die Durchblutung der Plazenta beeinträchtigt ist. Dadurch kann das Baby weniger Nährstoffe und Sauerstoff erhalten.
Mögliche Folgen während der Schwangerschaft sind:
- Wachstumsverzögerung des Babys
- Frühgeburt oder Kaiserschnitt
- Entwicklung einer Präeklampsie oder – in schweren Fällen – Eklampsie
Mit rechtzeitiger Diagnose und Behandlung lassen sich die meisten Risiken deutlich reduzieren. Die gute Nachricht: Die allermeisten Schwangeren mit erhöhtem Blutdruck bringen gesunde Kinder zur Welt.
Risiko: Präeklampsie und Eklampsie
Bei 2-5 % der schwangeren Frauen entwickelt sich aus einem anhaltend Bluthochdruck eine sogenannte Präeklampsie (laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.).
Sie tritt meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auf und ist durch erhöhte Blutdruckwerte in Kombination mit Eiweiß im Urin gekennzeichnet. Typische Anzeichen können Kopfschmerzen, Sehstörungen, Atembeschwerden, Schwellungen und Wassereinlagerungen, Übelkeit oder Oberbauchschmerzen sein.
Wird eine Präeklampsie früh erkannt, lässt sie sich gut behandeln. Jeder Schwangeren wird daher im 1. Trimester ein Präeklampsie-Screening angeboten. Ergibt sich daraus ein erhöhtes Risiko, kann eine medikamentöse Prophylaxe eingeleitet und der Blutdruck engmaschiger überwacht werden.
In besonderen Fällen kann eine Präeklampie in eine Eklampsie übergehen, bei der zusätzlich Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen auftreten. Das ist ein medizinischer Notfall, der heute dank regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen mit Blutdruckmessung sehr selten geworden ist und nur bei etwa 1 von 1.000 Geburten auftritt.
Auswirkungen auf Geburt und Wochenbett
Ein hoher Blutdruck kann auch Einfluss auf den Verlauf der Geburt haben, insbesondere wenn die Werte über längere Zeit erhöht bleiben. Ärztinnen und Ärzte entscheiden dann gemeinsam mit dir, ob es sinnvoll ist, die Geburt etwas früher einzuleiten.
Während der Geburt wird dein Baby häufiger per CTG überwacht – viele Frauen empfinden das als zusätzliche Sicherheit. Ein Kaiserschnitt kann notwendig werden, ist aber nicht automatisch die Regel.
Nach der Entbindung normalisiert sich der Blutdruck bei den meisten Frauen innerhalb einiger Tage bis weniger Wochen. Wenn er vorübergehend erhöht bleibt, wird er wie außerhalb der Schwangerschaft auch mit gut verträglichen Medikamenten behandelt.
Für dein Baby ändert sich durch den mütterlichen Bluthochdruck in der Regel wenig: Es erhält die üblichen U-Untersuchungen und wird bei unauffälliger Entwicklung ganz normal versorgt. Nur wenn es im Mutterleib langsamer gewachsen ist oder etwas früher zur Welt kam, kann eine engere Nachbeobachtung sinnvoll sein. Insgesamt sind Mutter und Kind dank moderner Vorsorge und umfassender medizinischer Betreuung heute sehr gut geschützt.