Untersuchung in SSW 11
Neben der regulären Schwangerschaftsvorsorge gibt es Untersuchungen aus dem Bereich der Pränataldiagnostik, die du bei Auffälligkeiten und in Absprache mit deinen Ärzt*innen machen lassen kannst. Diese können dir Sicherheit geben, aber auch neue Fragen aufwerfen: Jede Untersuchung kann neben richtigen Ergebnissen auch falsche liefern, und bloße Wahrscheinlichkeiten führen manchmal eher zu Verunsicherung als zur Beruhigung. Lass dich von deinen behandelnden Ärzt*innen über Vor- und Nachteile der Pränataldiagnostik gut beraten.
Test auf Trisomien: Der NIPT
Manchmal verändern sich bei der Zellteilung Chromosomen: Es kann vorkommen, dass ein bestimmtes Chromosom dann 3-fach statt 2-fach in den kindlichen Zellen vorhanden ist. Man spricht von einer Trisomie. Diese genetischen Veränderungen beeinflussen die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes unterschiedlich stark.
Um Hinweise auf die Trisomien 13 (Pätau-Syndrom), 18 (Edwards-Syndrom) und 21 (Down-Syndrom) zu erhalten, kann ein nicht-invasiver Pränataltest (NIPT) durchgeführt werden. Dieser ist für dein Baby völlig risikofrei, da nur dir Blut aus deiner Armvene entnommen wird. Bereits ab der 10. Schwangerschaftswoche enthält dein Blut ausreichend kindliches Erbgut, um es im Labor zu untersuchen.
Wichtig zu wissen: Die Häufigkeit für Trisomien nimmt mit dem Alter der Frau bei der Schwangerschaft zu. Aber: Trisomien sind in jedem Alter selten. Zur Einordnung hilft ein Blick auf die Zahlen für eine Trisomie 21 bezogen auf 10.000 Frauen:
- 20-24 Jahre: 8 von 10.000 Babys
- 25-29 Jahre: 10 von 10.000 Babys
- 30-34 Jahre: 17 von 10.000 Babys
- 35-39 Jahre: 52 von 10.000 Babys
- Über 40 Jahre: 163 von 10.000 Babys
Diese Zahlen aus den Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses zeigen, dass das Risiko zwar wächst, die große Mehrheit der Kinder jedoch ohne diese Chromosomenveränderung zur Welt kommt.
Der NIPT ist auffällig: Was jetzt?
Ein auffälliges Ergebnis ist erst einmal ein Hinweis und stellt noch keine Diagnose dar. Es kommt vor, dass ein NIPT „falsch-positiv“ ist – das heißt, der Test schlägt an, obwohl dein Baby gesund ist. Zur endgültigen Abklärung sind weitere Untersuchungen notwendig, wie etwa eine Chorionzottenbiopsie, also eine Gewebeentnahme aus der Plazenta, oder eine Fruchtwasseruntersuchung. Beides sind invasive Untersuchungen, die in die Gebärmutter eingreifen und ein Fehlgeburtsrisiko mit sich bringen.
Entscheidung bewusst treffen
Bevor du dich für eine Untersuchung wie den NIPT entscheidest, ist es hilfreich, dir bewusst zu machen, wie viel du aus welchen Gründen wissen möchtest. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, und suche das Gespräch mit deiner Frauenarztpraxis, deiner Hebamme oder einer Schwangerschaftsberatungsstelle. Sie alle unterstützen dich.
Und wichtig: Es ist dein gutes Recht, so lange Fragen zu stellen, bis du dich sicher fühlst. Nimm auch dein*e Partner*in oder eine Vertrauensperson mit, wenn du möchtest, oder bitte darum, das Beratungsgespräch aufnehmen zu dürfen, um es dir noch einmal anhören zu können. Beides kann dir in emotionalen Momenten helfen und Sicherheit geben.
Kostenübernahme
Die Kosten für den NIPT werden von uns übernommen – auch wenn diese Untersuchung nicht zur regulären Schwangerschaftsvorsorge gehört. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist die medizinische Notwendigkeit: Es hat sich ein Hinweis auf eine Trisomie ergeben oder du und deine Ärztin bzw. dein Arzt entscheiden, dass der NIPT aufgrund deiner individuellen Situation notwendig ist.