Definition und Häufigkeit von Frühgeburten
Es gibt verschiedene Risikofaktoren und medizinische Situationen bei Mutter und Kind, die dafür sorgen können, dass die Schwangerschaft frühzeitig endet und es zu einer Frühgeburt kommt. Von Frühgeborenen spricht man, wenn ein Kind vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Laut der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen sind das in Deutschland etwa 8 von 100 Neugeborenen.
Die meisten Frühchen kommen als späte Frühgeburten zwischen SSW 32 und 37 zur Welt. Je nach Zeitpunkt der Entbindung unterscheiden Mediziner*innen:
- Vor SSW 28: extrem frühe Frühgeburt
- Von SSW 28–32: frühe Frühgeburt
- Von SSW 32–37: späte Frühgeburt
Was sind die Gründe für eine Frühgeburt?
Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Frühgeburt auslösen können, z. B. Infektionen, eine Gebärmutterhalsschwäche oder Probleme mit der Plazenta. Auch bei Mehrlingsschwangerschaften sind Frühgeburten deutlich häufiger. Ebenfalls können Schwangerschaftskomplikationen eine frühere Geburt des Kindes medizinisch notwendig machen, z. B. ein vorzeitiger Blasensprung oder eine Präeklampsie. Letztere kann bei Frauen auftreten, wenn in der Schwangerschaft Bluthochdruck besteht und zusätzlich vermehrtes Eiweiß im Urin und/oder erhöhte Leberwerte auftreten.
In akuten Situationen wie diesen machen die Ärzt*innen dann meist einen Kaiserschnitt oder leiten die Wehen durch Medikamentengabe ein. Oft findet sich aber auch keine Erklärung für das vorzeitige Ende der Schwangerschaft. Wichtige Informationen zum Thema Frühgeburt findest du in der Patient*innenbroschüre der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.
Könnte mein Baby in SSW 23 schon überleben?
Laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit von Babys mit 23 Schwangerschaftswochen bei 66 %. Von den überlebenden Babys weisen 72 % schwere Komplikationen auf. Liegen weitere Risikofaktoren vor, z. B. ein für die Schwangerschaftswoche zu geringes Wachstum, sinken die Überlebenschancen. Mit jeder zusätzlichen Schwangerschaftswoche und jedem Gramm mehr Gewicht steigt die Überlebenschance des Kindes.
Aber – auch wenn sie sehr selten sind: Es gibt auch immer wieder Berichte von extrem frühgeborenen Kindern, die überleben.
Wie werden Frühchen versorgt?
Wird in Deutschland ein Kind in SSW 24 und mit einem Geburtsgewicht von mindestens etwa 400 g geboren, streben die Mediziner*innen in der Regel eine lebenserhaltende Behandlung an. Bei Geburten vor SSW 24 wird das weitere Vorgehen nach individueller Prognose im gemeinsamen Entscheidungsprozess der behandelnden Ärzt*innen mit den Eltern festgelegt.
Babys, die mehrere Wochen oder sogar Monate vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen, benötigen eine intensivmedizinische Versorgung. Hochspezialisierte Perinatalzentren sind optimal auf die Betreuung von Risikoschwangerschaften, Frühgeburten und Mehrlingsgeburten vorbereitet. Sie verfügen über eine optimale Infrastruktur aus Entbindungsstation, Kreißsaal und Kinder-Intensivstation, um Mütter und Frühchen ab der Grenze der Lebensfähigkeit umfassend medizinisch zu versorgen. Auf der Website des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen findest du weitere Informationen über Perinatalzentren sowie eine Standortsuche.