SSW 23 Wenn es das Baby eilig hat

In der 23. Schwangerschaftswoche wird nicht nur dein Baby kräftiger, sondern auch dein Bauch immer rundlicher. Lies hier, was bei typischen Beschwerden wie Rückenschmerzen hilft, und auch, was bei einer möglichen Frühgeburt passiert.

In der 23. Schwangerschaftswoche wird nicht nur dein Baby kräftiger, sondern auch dein Bauch immer rundlicher. Lies hier, was bei typischen Beschwerden wie Rückenschmerzen hilft, und auch, was bei einer möglichen Frühgeburt passiert.

Das erwartet dich in SSW 23

In der 23. Schwangerschaftswoche befindest du dich im 6. Monat und 2. Trimester deiner Schwangerschaft. Auch wenn es wahrscheinlich noch einige Wochen dauert, bis dein Kind geboren wird, kannst du dich schon jetzt gedanklich auf die Geburt einstimmen und dich informieren. Aber mach dich nicht verrückt: Du wirst in den kommenden Wochen noch einiges über das Finale der Schwangerschaft lernen, z. B. in einem Geburtsvorbereitungskurs.

Allerdings hat nicht jede Schwangere die Zeit dafür: Manche Babys haben es besonders eilig oder müssen aus medizinischen Gründen vorzeitig auf die Welt geholt werden. Auch in dieser Phase der Schwangerschaft kann es – in sehr seltenen Fällen – bereits zu einer Frühgeburt kommen, eine Situation, die den Eltern emotional viel abverlangt.

Dein Baby in SSW 23

Der Fötus wiegt in SSW 23 durchschnittlich 565 g und ist ca. 27,6 cm groß – gemessen vom Scheitel bis zur Ferse (SFL). Alle Organe sind angelegt, aber ihre Entwicklung und Reifung ist noch nicht abgeschlossen. Die Lunge deines Babys beginnt z. B. erst ab etwa SSW 24-26 die Substanz Surfactant zu bilden, die wichtig für das selbstständige Atmen ist. Darum ist jeder einzelne Tag und jede Woche in deinem Bauch für die gesunde Entwicklung deines Kindes wichtig.

Definition und Häufigkeit von Frühgeburten

Es gibt verschiedene Risikofaktoren und medizinische Situationen bei Mutter und Kind, die dafür sorgen können, dass die Schwangerschaft frühzeitig endet und es zu einer Frühgeburt kommt. Von Frühgeborenen spricht man, wenn ein Kind vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Laut der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen sind das in Deutschland etwa 8 von 100 Neugeborenen.

Die meisten Frühchen kommen als späte Frühgeburten zwischen SSW 32 und 37 zur Welt. Je nach Zeitpunkt der Entbindung unterscheiden Mediziner*innen:

  • Vor SSW 28: extrem frühe Frühgeburt
  • Von SSW 28–32: frühe Frühgeburt
  • Von SSW 32–37: späte Frühgeburt

Was sind die Gründe für eine Frühgeburt?

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Frühgeburt auslösen können, z. B. Infektionen, eine Gebärmutterhalsschwäche oder Probleme mit der Plazenta. Auch bei Mehrlingsschwangerschaften sind Frühgeburten deutlich häufiger. Ebenfalls können Schwangerschaftskomplikationen eine frühere Geburt des Kindes medizinisch notwendig machen, z. B. ein vorzeitiger Blasensprung oder eine Präeklampsie. Letztere kann bei Frauen auftreten, wenn in der Schwangerschaft Bluthochdruck besteht und zusätzlich vermehrtes Eiweiß im Urin und/oder erhöhte Leberwerte auftreten.

In akuten Situationen wie diesen machen die Ärzt*innen dann meist einen Kaiserschnitt oder leiten die Wehen durch Medikamentengabe ein. Oft findet sich aber auch keine Erklärung für das vorzeitige Ende der Schwangerschaft. Wichtige Informationen zum Thema Frühgeburt findest du in der Patient*innenbroschüre der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Könnte mein Baby in SSW 23 schon überleben?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit von Babys mit 23 Schwangerschaftswochen bei 66 %. Von den überlebenden Babys weisen 72 % schwere Komplikationen auf. Liegen weitere Risikofaktoren vor, z. B. ein für die Schwangerschaftswoche zu geringes Wachstum, sinken die Überlebenschancen. Mit jeder zusätzlichen Schwangerschaftswoche und jedem Gramm mehr Gewicht steigt die Überlebenschance des Kindes.

Aber – auch wenn sie sehr selten sind: Es gibt auch immer wieder Berichte von extrem frühgeborenen Kindern, die überleben.

Wie werden Frühchen versorgt?

Wird in Deutschland ein Kind in SSW 24 und mit einem Geburtsgewicht von mindestens etwa 400 g geboren, streben die Mediziner*innen in der Regel eine lebenserhaltende Behandlung an. Bei Geburten vor SSW 24 wird das weitere Vorgehen nach individueller Prognose im gemeinsamen Entscheidungsprozess der behandelnden Ärzt*innen mit den Eltern festgelegt.

Babys, die mehrere Wochen oder sogar Monate vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen, benötigen eine intensivmedizinische Versorgung. Hochspezialisierte Perinatalzentren sind optimal auf die Betreuung von Risikoschwangerschaften, Frühgeburten und Mehrlingsgeburten vorbereitet. Sie verfügen über eine optimale Infrastruktur aus Entbindungsstation, Kreißsaal und Kinder-Intensivstation, um Mütter und Frühchen ab der Grenze der Lebensfähigkeit umfassend medizinisch zu versorgen. Auf der Website des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen findest du weitere Informationen über Perinatalzentren sowie eine Standortsuche.

Kind

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Dein Körper in SSW 23

Wie in den Wochen zuvor arbeitet dein Körper auch in der 23. Schwangerschaftswoche weiterhin intensiv daran, dass sich dein Baby gesund und gut entwickelt. Ohne ein paar Beschwerden und Wehwechen geht’s allerdings selten.

Was hilft bei Rücken­schmerzen in der Schwanger­schaft?

Rückenschmerzen sind in der Schwangerschaft eher die Regel als die Ausnahme. Durch den größer werdenden Bauch verlagert sich der Körperschwerpunkt. Viele Frauen fallen ins Hohlkreuz, sie schieben den Bauch noch weiter vor, um ihre Balance zu halten. Das kann zu einer Fehlbelastung des Rückens führen. Weitere Faktoren: Muskeln und Gelenke lockern sich unter hormonellem Einfluss, und das Baby kann auf den Ischiasnerv drücken.

Als sofortige Hilfe wirkt Wärme wohltuend: Lege ein Körnerkissen oder eine Wärmflasche auf die schmerzende Stelle oder nimm ein warmes Bad. Achte darauf, dass die ideale Badetemperatur für Schwangere bei 34-35 °C liegt. Heißere Bäder können den Blutdruck senken und Kreislaufprobleme verursachen, da sich die Blutgefäße weiten. Auch sanfte Bewegung kann die Beschwerden lindern, z. B. ein Spaziergang, Schwimmen oder Dehn- und Gymnastikübungen. Schwangeren mit Rückenproblemen wird u. a. die Yoga-Übung „Katze-Kuh“ empfohlen.

Katze-Kuh: So geht‘s

  • Geh in den Vierfüßlerstand und wechsle dann im Tempo deines Atems zwischen Kuh- und Katze-Haltung.
  • Kuh: Beim Einatmen den Bauch sanft sinken lassen, ein leichtes Hohlkreuz machen und den Blick nach oben richten.
  • Katze: Beim Ausatmen den Rücken zu einem Katzenbuckel wölben, Bauch einziehen und den Kopf locker hängen lassen.

Tipps für einen rücken­freund­lichen Alltag

  • Besser schlafen: Lege dich auf die Seite und nimm ein Kissen, z. B. ein Stillkissen, zwischen die Knie. Mit einem kleinen Kissen kannst du deinen Bauch zusätzlich stützen.
  • Richtig heben: Beim Heben solltest du in die Knie gehen und die Last nah am Körper halten. Nicht aus dem Rücken heben. Übrigens: Laut Mutterschutzgesetz dürfen Schwangere keine Tätigkeiten ausführen, bei denen regelmäßig Lasten von mehr als 5 kg gehoben werden. Im privaten Bereich ist das Heben situationsabhängig. Achte auf die Signale deines Körpers und überanstrenge dich nicht.
  • Bequemer sitzen: Nutze beim Sitzen auf einem Stuhl oder z. B. auf längeren Autofahrten eine Lendenstütze oder ein Kissen im unteren Rücken. Versuche, langes Stehen und Sitzen zu vermeiden, und denke an häufige Positionswechsel.

Wenn es eher vorne bzw. im Becken zieht, deutet dies auf einen Schmerz in der Schambeinfuge (Symphyse) hin. Der teils stechende Schmerz entsteht durch die hormonell bedingte Lockerung der Symphyse zur Vorbereitung auf die Geburt und kann in die Leisten, den Unterbauch und den Rücken ausstrahlen.

Schwangerschafts­streifen: Das solltest du wissen

Für viele Frauen sind Streifen am Bauch, Brüsten oder Hüften keine Unbekannten: Schätzungen zufolge bekommen etwa 75-90 % aller Schwangeren früher oder später Schwangerschaftsstreifen. Zunächst sind sie rötlich-violett, nach der Geburt verblassen sie meist zu silbrig-weißen Linien.

Die Streifen entstehen, wenn sich die Haut schneller dehnt, als das darunterliegende Bindegewebe der Unterhaut mitwachsen kann. Das kann zu kleinen Rissen führen. Auch genetische Veranlagung und Hormone können eine Rolle spielen, da sie die Elastizität der Haut beeinflussen können. Personen mit einem schwächeren Bindegewebe sind anfälliger für die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen. Eine starke Gewichtszunahme während der Schwangerschaft erhöht das Risiko.

Manche Frauen entdecken die ersten Streifen bereits ab dem 4. Schwangerschaftsmonat, wenn der Bauch zu wachsen beginnt. Bei anderen treten die Streifen erst gegen Ende der Schwangerschaft oder unmittelbar vor oder nach der Geburt auf.

Um Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen, ist es wichtig, die Haut geschmeidig zu halten und die Durchblutung zu fördern. Regelmäßiges Eincremen und Massieren der beanspruchten Haut, z. B. mit speziellen Schwangerschafts-Pflegeölen, hilft. Auch eine ausgewogene Ernährung, Wechselduschen und leichte sportliche Betätigung wird vorbeugend empfohlen.

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