SSW 24 Entwicklung auf Hoch­touren

In der 24. Schwangerschaftswoche laufen die Prozesse in deinem Körper intensiv weiter. Das geht selten beschwerdefrei. Lies hier, was du schon jetzt für deinen Beckenboden, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden tun kannst.

In der 24. Schwangerschaftswoche laufen die Prozesse in deinem Körper intensiv weiter. Das geht selten beschwerdefrei. Lies hier, was du schon jetzt für deinen Beckenboden, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden tun kannst.

Das erwartet dich in SSW 24

In der 24. Schwangerschaftswoche befindest du dich in der letzten Woche des 6. Monats und im 2. Trimester deiner Schwangerschaft. Die Veränderungen deines Körpers laufen weiter auf Hochtouren. Das bleibt nicht ohne Folgen: Kaum eine Schwangerschaft verläuft völlig beschwerdefrei. In der Regel sind die Begleiterscheinungen harmlos und nur vorübergehend. Das heißt aber nicht, dass du Sodbrennen, Rückenschmerzen oder Hämorrhoiden und Co. bis zur Geburt einfach so hinnehmen musst. Für viele kleine und größere Wehwehchen gibt es schnelle und wirksame Abhilfe. Auch der folgende Gedanke tut gut: Alle Veränderungen haben den Zweck, optimale Bedingungen für dein Baby zu schaffen. Und das geht eben manchmal nicht ohne die ein oder andere Nebenwirkung.

Sollte dein Baby schon jetzt auf die Welt kommen, gilt es als extrem frühes Frühgeborenes. Dank hochentwickelter Neugeborenen-Intensivmedizin hätte es Chancen zu überleben. Etwa 8 von 100 Geburten sind Frühgeburten, vermeiden kann man sie nur selten. Aber du kannst die Risiken senken. Verzichte auf Nikotin, Alkohol und Drogen und versuche, Stress so gut es geht zu vermeiden. Nimm außerdem die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahr, damit mögliche Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Im Rahmen der Vorsorgetermine wird dein Gesundheitszustand und der deines Kindes regelmäßig gecheckt. Die Ärzt*innen und Hebammen beraten dich außerdem zu einem gesunden Lebensstil und klären dich über Risiken auf, die deine Schwangerschaft gefährden können.

Dein Baby in SSW 24

Der Fötus wiegt in SSW 24 durchschnittlich 665 g und ist ca. 29,4 cm groß – gemessen vom Scheitel bis zur Ferse (SFL). Dein Baby sieht schon aus wie ein kleiner Mensch – allerdings mit noch sehr dünner und faltiger Haut. Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört es jetzt, Körperfett anzusetzen. Dafür ist jeder einzelne Tag in deinem Bauch entscheidend.

Dein Baby kann seine Bewegungsabläufe immer besser koordinieren. Die immer stärker werdenden Knochen und der sich ausbildende Orientierungssinn machen es möglich. Bewegungen sind weiterhin gut umsetzbar – in deinem Bauch ist noch genug Platz. In ungefähr 4 Wochen wird das Platzangebot knapper werden.

Die Geschmacksknospen deines Babys sind jetzt fertig entwickelt. Es kann die unterschiedlichen Aromen deiner Nahrung, die es über das Fruchtwasser aufnimmt, bereits schmecken und entwickelt eigene Vorlieben. Achte weiterhin auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und denk daran: Dein Baby isst bzw. trinkt mit.

Ein Wunder der Natur: Das Frucht­wasser

In der Fruchtblase ist der Fötus von Fruchtwasser umgeben, das ihn vor Stößen und Temperaturschwankungen schützt. Vor allem in den ersten beiden Trimestern kann sich das Baby weitgehend schwerelos im Fruchtwasser bewegen und so seinen Bewegungsapparat ungestört entwickeln.

Das Fruchtwasser wird in einem harmonischen Kreislauf ständig erneuert: Das Baby schluckt Fruchtwasser, ein Teil davon wird im Darm aufgenommen, gelangt über den Blutkreislauf zur Niere und wird als Urin wieder ins Fruchtwasser abgegeben. Unappetitlich ist das nicht: Das Fruchtwasser erneuert sich etwa alle 3 h vollständig. Stoffwechselabfälle werden überwiegend über die Plazenta in den mütterlichen Kreislauf geleitet und von der Mutter über die Nieren ausgeschieden. Die Menge des Fruchtwassers steigt mit jeder Schwangerschaftswoche und gibt Aufschluss über das Wohlbefinden von Mutter und Kind:

  • Ab SSW 10: ca. 30 ml Fruchtwasser
  • Ab SSW 20: ca. 400 ml Fruchtwasser
  • Bis SSW 36: 1.000 bis max. 2.000 ml Fruchtwasser
  • Danach reduziert sich die Menge auf ca. 800 ml – besonders bei Überschreiten des Geburtstermins.

Zu wenig Fruchtwasser kann bedeuten, dass das Baby nicht mehr ausreichend gut versorgt wird. Zu viel Fruchtwasser kann auf eine Fehlbildung (z. B. am Verdauungs- oder Harntrakt) oder Schwangerschaftsdiabetes zurückzuführen sein. Bei Auffälligkeiten wie diesen können weitere Untersuchungen notwendig sein, um die Gesundheit zu überprüfen. Du selbst kannst die Menge des Fruchtwassers normalerweise selbst nicht spüren. Aber indirekte Symptome können auftreten:

Anzeichen für zu wenig Fruchtwasser

  • Weniger Kindsbewegungen als gewöhnlich
  • Verringerter Bauchumfang
  • Gewichtsverlust
  • Austreten von Flüssigkeit aus der Vagina

Anzeichen für zu viel Fruchtwasser

  • Atembeschwerden
  • Schmerzhafte vorzeitige Kontraktionen der Gebärmutter
  • Deutlich größerer Bauch als für die SSW typisch
  • Verstärkte Wassereinlagerungen in den Beinen
  • Verdauungsstörungen

Symptome wie diese solltest du immer medizinisch abklären lassen. Mit Hilfe des sogenannten Fruchtwasserindexes ermitteln Gynäkolog*innen die genauen Werte und beraten dich über mögliche nächste Behandlungsschritte.

Dein Körper in SSW 24

Vielleicht bemerkst du hin und wieder ein Ziehen im Unterleib. Dann besteht kein Grund zur Sorge. Durch das schnelle Wachstum werden deine Mutterbänder. Dabei handelt es sich um Muskelfaserstränge, die deine Gebärmutter in aufrechter Position halten. Das Gewebe wird durch diese Belastung stark gedehnt.

Auch dein Beckenboden wird immer weicher und dehnbarer. Das ist wichtig, denn nur so kann das Köpfchen deines Babys später bei der Geburt durch den Geburtskanal rutschen. Doch je weiter die Schwangerschaft voranschreitet und je schwerer dein Kind wird, desto stärker wird der Beckenboden durch sein Gewicht belastet. Du kannst schon jetzt damit beginnen, ihn durch gezielte Beckenboden-Übungen zu stärken. Versuche mal diese:

  • Lege dich flach auf eine Yogamatte. Die Beine sind ausgestreckt oder locker aufgestellt. Die Arme liegen entspannt neben deinem Körper.
  • Spanne deine Beckenbodenmuskulatur nun gezielt an. Stelle dir vor, dass du Schambein und Steißbein zusammenbringen willst. Halte die Anspannung für mindestens 5 sec, danach entspanne. Wiederhole das An- und Entspannen 10x.

Kind

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Woher kommt Sodbrennen?

Das Hormonsystem wird in der Schwangerschaft deutlich durcheinandergebracht. So sorgen Schwangerschaftshormone wie Progesteron u. a. dafür, dass Muskeln, Sehnen und Bänder weicher werden – mit dem Ziel, dass das heranwachsende Kind Platz im Bauch hat. Das kann allerdings auch bewirken, dass sich Gewebe lockert, das eigentlich fest bleiben sollte, z. B. der Muskelring zwischen Magen und Speiseröhre. Wenn sich dieser nicht mehr so gut schließt, kann Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen. Die Folge: Sodbrennen. In den nächsten Wochen der Schwangerschaft erhöht die Gebärmutter außerdem den Druck auf deine inneren Organe und den Magen. Auch das kann dazu führen, dass Mageninhalt in die Speiseröhre gedrückt werden kann.

Das kannst du gegen Sodbrennen tun

  • Iss kleinere Portionen über den Tag verteilt und vermeide späte Mahlzeiten.
  • Vermeide scharfe Speisen, Zitrusfrüchte, Tomaten, Schokolade, Koffein, zu viel Zucker und kohlensäurehaltige Getränke – sie gelten als Auslöser für Sodbrennen.
  • Trinke nach dem Essen schlückchenweise etwas beruhigenden Kamillentee.
  • Schlafe in leicht erhöhter Position. Lege ein paar Kissen unter deinen Kopf und Oberkörper, damit der Rückfluss von Magensäure verhindert wird.
  • Hebammentipp: Iss einen Teelöffel Senf. Die Wirkung von Senf gegen Sodbrennen ist allerdings medizinisch nicht belegt. Eine mögliche Erklärung lautet: Senföle können die Magensäure binden und so verhindern, dass sie in die Speiseröhre gelangt.

Wichtiger Check: Der Antikörper-Suchtest

Zwischen SSW 24 und 27 führt deine Ärztin bzw. dein Arzt den 2. Antikörper-Suchtest durch – der 1. wurde direkt bei der 1. Vorsorgeuntersuchung gemacht. Der Test ist eine wichtige Routineuntersuchung. Er hat das Ziel, mögliche Unverträglichkeiten zwischen deinem Blut und dem deines Kindes frühzeitig zu erkennen. Es wird geprüft, ob sich in deinem Blut Antikörper gegen fremde Blutgruppenmerkmale befinden. Besonders wichtig: der Rhesusfaktor. Wenn du Rhesus-negativ bist und dein Baby (vom Papa vererbt) Rhesus-positiv, kann es bei einer Blutvermischung während der Schwangerschaft oder Geburt zu einer Immunreaktion kommen. Dein Körper könnte dann Antikörper gegen die roten Blutkörperchen deines Babys bilden. Das nennt man Rhesusunverträglichkeit. Diese Antikörper sind für die aktuelle Schwangerschaft meist noch ungefährlich. Bei einer Folgeschwangerschaft können sie jedoch zu Komplikationen führen – etwa zu Blutarmut beim Fötus, Organschäden oder, im schlimmsten Fall, zu einer Fehlgeburt.

Früh erkannt – gut geschützt

Wird eine Rhesusunverträglichkeit früh genug erkannt, kann sie durch eine rechtzeitige Rhesusprophylaxe problemlos verhindert werden. Du bekommst eine Anti-D-Immunglobulin-Injektion – meist zwischen SSW 28-30 und gegebenenfalls noch einmal nach der Geburt. Die Rhesusprophylaxe sorgt dafür, dass dein Immunsystem keine Antikörper gegen die roten Blutkörperchen deines Babys bildet.

Und wenn du Rhesus-positiv bist?

Auch dann ist der Test sinnvoll. Er checkt nämlich auch auf andere „irreguläre“ Antikörper, die z. B. durch frühere Schwangerschaften oder Bluttransfusionen entstanden sein könnten. So lassen sich mögliche Risiken früh erkennen und behandeln.

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