Blutzucker im Blick: Der Glukosetoleranztest
Zu den Standarduntersuchungen der Schwangerschaftsvorsorge gehört zwischen SSW 25 und 28 der Glukosetoleranztest. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen, das Ergebnis wird im Mutterpass festgehalten. Bei 4-5 von 100 Schwangeren wird ein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Du kannst das Risiko aktiv senken, indem du dich ausgewogen sowie zuckerarm ernährst und dich ausreichend bewegst.
Dieser Test ist wichtig, weil erhöhte Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft oft unbemerkt bleiben, da sie meist keine Beschwerden verursachen. Beruhigend ist: Wenn ein Schwangerschaftsdiabetes gut behandelt wird, hat er in vielen Fällen keine Folgen für dich und dein Kind. Im Schnitt sind Babys von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes allerdings etwas schwerer, weil der erhöhte Blutzuckerspiegel der Mutter das Wachstum des Babys stark fördern kann.
Schwangerschaftsdiabetes ist ein Diabetes auf Zeit – er tritt erstmals während der Schwangerschaft auf, nach der Geburt normalisieren sich die Werte meistens wieder. Doch die Erkrankung hinterlässt ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes im späteren Leben. Bei Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 handelt es sich um eine chronische Krankheit, die dauerhaft bleibt.
Bei Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Diabetes hatten, kann es in der Schwangerschaft zu Komplikationen kommen – je nachdem, wie lange die Zuckerkrankheit schon besteht und ob bereits Bluthochdruck oder Nierenschäden vorliegen. In der Frühschwangerschaft ist durch einen schlecht eingestellten Diabetes das Risiko einer Fehlgeburt erhöht. Im späteren Verlauf kann es zu einer Präeklampsie kommen, einer Form von Bluthochdruck, die während einer Schwangerschaft auftritt. Eine engmaschige medizinische Überwachung von Mutter und Fötus und regelmäßige Blutzuckerchecks sind außerdem wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.
Wie läuft der Zuckertest ab?
Zunächst bekommst du in der Praxis ein Glas Wasser, in dem 50 g Glukose gelöst sind. Du wartest nach dem Trinken eine Stunde dort, bis der Blutzuckerwert erneut gemessen wird. Wenn dieser höher ist als 135 mg pro 100 ml, muss ein 2. Test gemacht werden: der „große" Glukosetoleranztest. Dieser läuft ähnlich ab, ist aber etwas aufwendiger. Er wird morgens nüchtern durchgeführt. Die Schwangere trinkt dazu Wasser mit 75 g Glukose. Dann wird nach 1 h und noch mal nach 2 h der Blutzucker bestimmt. Auf Basis dieser Werte wird festgestellt, ob ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt. Es spielt keine Rolle, ob und wann du an dem Tag der Untersuchung schon etwas gegessen oder getrunken hast.
Neben dem Testen kannst du auch selbst aufmerksam bleiben: Starker Durst, häufiges Wasserlassen oder eine schnelle Gewichtszunahme können Hinweise sein. Wird ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt, gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten. Oft reichen schon eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung aus. In manchen Fällen ist eine Insulintherapie sinnvoll, mit der sich der Blutzucker zuverlässig einstellen lässt.