Dein Körper in SSW 37
Dass es verschiedene Arten von Wehen gibt, hast du bestimmt schon gehört bzw. sie am eigenen Körper gespürt. Je weiter es auf die Geburt zugeht, desto eher merkst du, wie sich ihre Qualität verändert. Die Wehen fühlen sich jetzt strukturierter, zielgerichteter und gleichmäßiger im Ablauf an. Die Gebärmutter beginnt damit, ihren Rhythmus für die Geburt zu finden.
Noch nicht stark genug: Vorwehen
Oft kommt es jetzt zu sogenannten Vorwehen, auch Prodromalwehen genannt. Sie können 30 sec bis 2 min dauern, in Wellen kommen und manchmal bis in den Rücken oder den Beckenboden ziehen. Obwohl sie sich kräftiger anfühlen und regelmäßiger wirken als die vertrauten Übungswehen, sind sie noch nicht stark genug, um den Muttermund deutlich zu öffnen. Du kannst dir das vorstellen wie ein Einpendeln: Dein Körper probt, baut Spannung auf – und lässt dann wieder los.
Woran du echte Geburtswehen erkennst
Von einem echten Geburtsbeginn sprechen Hebammen dann, wenn die Wehen über längere Zeit zunehmen – an Regelmäßigkeit, Dauer und Intensität – und sich nicht mehr dauerhaft abschwächen. Wahrscheinlich fragst du dich, wie du den Unterschied zu echten Wehen erkennst: Entscheidend ist die Veränderung über mehrere Stunden, nicht die Intensität eines einzelnen Moments. Achte also weniger auf die einzelne Wehe, sondern mehr auf den Gesamtverlauf. Hilfreich kann es sein, die Wehen für 1-2 Stunden zu beobachten.
Hinweise auf echte Geburtswehen sind:
- Die Phasen, in denen sich die Gebärmutter zusammenzieht und wieder entspannt, werden regelmäßiger.
- Die Kontraktionen gewinnen zunehmend an Stärke.
- Die Wehen bleiben trotz Positionswechsel bestehen.
- Die Wehen machen es schwer, sich auf etwas anderes zu konzentrieren.
- Manche Frauen empfinden ein zunehmendes Ziehen nach unten, andere eher ein inneres „Konzentrieren“ auf Bauch und Becken.
Auch in dieser Phase kannst du viel tun, um dich wohlzufühlen:
- Bewegung im eigenen Tempo
- Langsames Atmen
- Wärme entspannt die Muskulatur. Wickle Wärmflaschen oder Körnerkissen in ein Tuch ein und lege sie nicht direkt auf deinen Bauch. Die Temperatur dieser Hilfsmittel sollte nahe der Körpertemperatur liegen und max. 37-38 °C betragen.
- Eine Dusche oder ein kurzes Bad. Achte darauf, dass das Badewasser angenehm warm, aber nicht heiß ist. Die ideale Badetemperatur für Schwangere liegt bei 34-35 °C. Heißere Bäder können den Blutdruck senken und Kreislaufprobleme verursachen, da sich die Blutgefäße weiten.
- Kleine, leicht verdauliche Snacks
- Bewusstes Ausruhen
So unterstützt du deinen Körper dabei, seinen Geburtsrhythmus zu finden.
Wann du zum Geburtsort aufbrechen solltest
Sicher fragst du dich, wann du dich eigentlich auf den Weg ins Krankenhaus bzw. zum Geburtshaus machen solltest. Wehen sind ein sicheres Anzeichen für den Geburtsbeginn, aber oft hast du noch genug Zeit, bis es wirklich „ernst“ wird. Kontaktiere deine Hebamme, dein Geburtshaus oder die Klinik und frag nach, ob du schon losfahren solltest. Frag dich vorher:
- Kommen die Wehen über längere Zeit regelmäßig, z. B. etwa alle 5 min?
- Verlierst du Fruchtwasser?
- Bemerkst du Blutungen?
- Wird der Druck nach unten sehr stark, oder hast du das Gefühl, „da passiert jetzt wirklich etwas“?
- Bist du unsicher, ob das, was du spürst, noch Vorwehen oder schon Geburtswehen sind?
Deine Hebamme ist genau für diese Situationen da – du musst das nicht allein einschätzen. Melde dich immer dann, wenn du das Bedürfnis dazu hast. Es gibt kein „zu früh“.