Geburtsmethode: Wie kommt das Baby zur Welt?
Es gibt 2 Möglichkeiten, wie ein Baby geboren werden kann: die vaginale Geburt oder der Kaiserschnitt. Welche davon für deine individuelle Situation in Frage kommt, wird deine behandelnde Ärztin, dein Arzt oder deine Hebamme mit dir ausführlich besprechen.
Vaginale Geburt: Ab durch den Geburtskanal
Bei der vaginalen Geburt wird das Baby durch den Geburtskanal geboren – dieser besteht aus dem knöchernen Becken und dem weichen Gewebe, das den Gebärmutterhals, die Vagina und den Beckenboden umfasst. Vaginale Geburten sind die häufigste Geburtsmethode: Im Jahr 2023 kamen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 60,6 % der Babys auf diesem Weg zur Welt. Oft wird diese Geburtsmethode auch „natürliche“ oder „normale“ Geburt genannt. Da diese Begriffe aber bedeuten könnten, dass es auch unnatürliche oder unnormale Geburten gibt, wird vermehrt davon Abstand genommen.
Wenn keine Komplikationen auftreten, läuft jede Geburt in diesen Phasen ab:
- Eröffnungsphase (inkl. Latenzphase)
- Austreibungsphase
- Nachgeburtsphase
Wie lange die einzelnen Phasen dauern und wie sie sich anfühlen, ist von Frau zu Frau verschieden. Viele Kliniken und Geburtshäuser bieten dir an, während der Geburt verschiedene Positionen einzunehmen, die deinem Baby den Weg erleichtern und deinen Körper entlasten sollen. Nimm die Möglichkeiten gerne in Anspruch und probiere aus, was sich gut anfühlt:
- Im Vierfüßlerstand
- In der Hocke
- Im Stehen
- In der Seitenlage
- Auf dem Gebärhocker
- Im Wasser
Wann ist eine vaginale Geburt möglich?
Eine vaginale Geburt ist möglich, wenn die Schwangerschaft unkompliziert verläuft und keine medizinischen Gründe dagegensprechen. Optimal ist es, wenn sich das Baby in Schädellage befindet. Das heißt aber nicht, dass andere Positionen des Babys im Bauch zwangsläufig zum Kaiserschnitt führen. Und auch nach einem früheren Kaiserschnitt ist eine vaginale Geburt möglich – dann spricht man von einer VBAC, der „vaginal birth after cesarean“.
Du siehst: Ob eine vaginale Geburt sinnvoll und sicher ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Gesundheitszustand der Mutter
- Befinden und Lage des Babys
- Bisheriger Schwangerschaftsverlauf
- Aktueller Geburtsverlauf bzw. Geburtsfortschritt wie Wehen und Muttermundöffnung
- Möglichkeiten und Erfahrung des betreuenden Personals am Geburtsort
Eine hilfreiche Frage in den Vorsorgeterminen und auch später im Kreißsaal ist: „Gibt es in meiner aktuellen Situation etwas, das gegen eine vaginale Geburt spricht? Und wenn ja: warum?“ So weißt du, wie dein Geburtsteam die Lage einschätzt und welche Gründe es für bestimmte Empfehlungen gibt.
Der Kaiserschnitt: Weg durch den Bauch
Ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea) ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem das Baby durch einen Schnitt im Bauch und der Gebärmutter zur Welt kommt. Laut Statsitischem Bundesamt wurden 2023 32,6 % aller Babys in Deutschland per Kaiserschnitt geboren. Prinzipiell ist ein Kaiserschnitt ein Routineeingriff und eine sichere Alternative zur vaginalen Geburt. Dennoch birgt die OP höhere Risiken, z. B. für Infektionen, Blutgerinnsel, Blutungen oder Verletzungen von Harnblase oder Harnröhre. Wenn ein solcher Eingriff bei dir geplant ist, wirst du detailliert über mögliche Risiken und Folgen aufgeklärt. In vielen Fällen erholen sich Frauen von einem Kaiserschnitt langsamer als von einer Vaginalgeburt, deshalb bleiben sie auch länger in der Geburtsklinik.
Vermehrt setzt sich der Begriff der „Bauchgeburt“ für den Kaiserschnitt durch. Die operative Methode wirkt durch diesen Begriff gleichwertiger zur vaginalen Geburt. Denn eine Geburt „durch den Bauch“ ist auch eine Geburt. Vergiss nicht: Kein Weg ist besser oder gar einfacher als der andere.
In welchen Fällen kommt es zum Kaiserschnitt?
Oft steht schon Wochen vor der Geburt fest, dass ein Kaiserschnitt nötig ist. Dann spricht man von einer „geplanten Sectio“. In anderen Fällen wird erst kurz vor oder während der Geburt entschieden, dass ein Kaiserschnitt der sicherste Weg für Mutter und Kind ist. Darum kann es hilfreich sein, sich vorab mit den gängigen Methoden vertraut zu machen. Im Rahmen der Vorsorge erklären Hebammen und Ärzt*innen, welche Optionen in deiner individuellen Situation infrage kommen.
Zu den Situationen, die einen Kaiserschnitt nötig machen, gehören:
- Das Kind liegt so, dass eine vaginale Geburt zu riskant ist, z. B. in Querlage.
- Die Plazenta liegt vor dem Muttermund und blockiert den Geburtskanal.
- Die Nabelschnur liegt zwischen Kind und Geburtskanal.
- Die Gebärmutterwand droht zu reißen.
- Die Plazenta löst sich zu früh von der Gebärmutterwand.
- Der Herzschlag des Kindes ist anhaltend stark verlangsamt.
- Das Kind ist nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Nicht jeder Kaiserschnitt wird ausschließlich aufgrund einer akuten medizinischen Gefahr durchgeführt. Häufig fließen mehrere Faktoren in die Entscheidung ein – medizinische, persönliche und organisatorische. Wichtig ist, dass die Entscheidung gemeinsam mit dem Geburtsteam getroffen und gut begründet wird.