Wehen selbst auslösen: Lässt sich der Geburtsbeginn beeinflussen?
Du kannst es nicht mehr erwarten, dein Baby endlich kennenzulernen? Du möchtest der Natur auf die Sprünge helfen und selbst dafür sorgen, dass die Wehen einsetzen? Methoden, die das versprechen, sind meist nicht zuverlässig und liefern keine überzeugenden wissenschaftlichen Nachweise.
Oft heißt es, Sex am Ende der Schwangerschaft könne Wehen anregen. Tatsächlich enthalten Spermien Prostaglandine und beim Orgasmus wird Oxytocin ausgeschüttet – Stoffe, die theoretisch den Geburtsstart beeinflussen könnten. Die Studienlage dazu ist jedoch unzureichend. Wenn es dir gut geht und keine medizinischen Gründe dagegensprechen, kannst du in der späten Schwangerschaft natürlich weiterhin Sex haben.
Denn alles, was dir guttut – Bewegung, Entspannung, Nähe, ausreichend Schlaf, wenig Stress –, ist gesundheits- und mitunter auch wehenfördernd. So kannst du deinen Körper weiterhin unterstützen und gute Bedingungen schaffen. Zum Ende der Schwangerschaft können Spaziergänge, leichtes Treppensteigen oder Sitzen auf dem Gymnastikball dabei helfen, dass das Köpfchen deines Babys gut ins Becken rutscht.
Baden gilt als Geheimtipp: Das warme Wasser kann zur Entspannung beitragen und Wehen anregen. Achte darauf, dass die ideale Badetemperatur für Schwangere bei 34-35 °C liegt. Heißere Bäder können den Blutdruck senken und Kreislaufprobleme verursachen. Die Blutgefäße weiten sich und dir kann schwindelig werden. Aus diesem Grund sollte immer eine 2. Person anwesend sein, wenn du badest – und du solltest nicht länger als 15-20 min im warmen Wasser bleiben.
Übrigens: Viele Lebensmittel, die im Alltag als „wehenfördernd“ gelten – etwa Ananas, Zimt oder sehr scharfes Essen –, haben keinen nachgewiesenen Einfluss auf den Geburtsstart. Sie können die Verdauung anregen, lösen aber keine geburtsaktiven Wehen aus. Von sogenannten Wehencocktails, vor allem solchen auf Basis von Rizinusöl, wird deutlich abgeraten. Sie können starke Nebenwirkungen auslösen, z. B. Durchfall, Kreislaufprobleme oder einen zu schnellen Geburtsverlauf. Wenn du über eine medizinische Einleitung nachdenkst, besprich das immer mit deiner Hebamme oder deinem Geburtsteam.
Wichtig zu wissen: Diese Methoden können Wehen nur auslösen und den Geburtsbeginn begünstigen, wenn dein Körper und dein Kind geburtsbereit sind. Auch wenn du ungeduldig bist: Gib dir und deinem Baby Zeit. Und bevor du eine wehenanregende Methode ausprobierst: Sprich dich vorher mit deiner Hebamme, deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.