Mumps: Eine typische Kinderkrankheit

Mumps ist eine ansteckende Viruserkrankung, die häufig mit einer schmerzhaften Schwellung der Ohrspeicheldrüsen verbunden ist. Der wirksamste Schutz gegen Mumps ist eine Impfung im Kindesalter.

Mumps ist eine ansteckende Viruserkrankung, die häufig mit einer schmerzhaften Schwellung der Ohrspeicheldrüsen verbunden ist. Der wirksamste Schutz gegen Mumps ist eine Impfung im Kindesalter.

Mumps: Die Erkrankung erklärt

Mumps ist eine Infektion mit dem Mumpsvirus. Die Erkrankung wird auch als Parotitis epidemica oder umgangssprachlich als „Ziegenpeter“ bezeichnet. Typisch ist eine Entzündung der Ohrspeicheldrüsen. Dadurch schwellen die Wangen und der Bereich vor den Ohren an. Die Schwellung kann auf einer oder auf beiden Seiten auftreten. Mumps ist jedoch keine reine Erkrankung der Speicheldrüsen. Neben Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl können auch andere Organe betroffen sein.

Der beste Schutz gegen Mumps ist eine Impfung. Diese erfolgt in der Regel im Rahmen der Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR-Impfung) im Kindesalter. Die 1. MMR-Impfung sollte im Alter von 11 Monaten, die 2. Impfung im Alter von 15 Monaten erfolgen. Zwischen den beiden Impfungen müssen mindestens 4 Wochen liegen. In bestimmten Situationen, z. B. vor der Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung, kann die erste MMR-Impfung bereits ab 9 Monaten empfohlen werden. Die Impfung schützt nicht nur dein Kind vor Mumps, sondern trägt auch dazu bei, die Weiterverbreitung des Virus zu verhindern.

Welche Symptome treten bei Mumps auf?

Die ersten Mumps-Symptome können unspezifisch sein und erinnern an eine Erkältung oder einen grippalen Infekt. Dazu gehören:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Muskel- und Gliederschmerzen

Nach einigen Tagen kann dann die typische schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen entstehen. Nicht jede Mumps-Infektion verläuft mit den charakteristischen „Hamsterbacken“. Gerade bei kleinen Kindern kann eine Infektion auch mild oder ohne deutliche Symptome verlaufen.

Die Inkubationszeit bei Mumps

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome, beträgt in etwa 16–18 Tage, kann aber auch zwischen 12 und 25 Tagen liegen. Das bedeutet: Wenn sich dein Kind z. B. in der Schule oder im Kindergarten angesteckt hat, können die ersten Beschwerden auch erst mehrere Wochen später auftreten. Die lange Inkubationszeit macht es schwierig, den genauen Zeitpunkt der Ansteckung zu bestimmen.

Wichtig: Dein Kind kann bereits ansteckend sein, bevor erste Symptome auftreten. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt etwa 7 Tage vor dem Auftreten der Ohrspeicheldrüsenschwellung. Besonders hoch ist das Ansteckungsrisiko kurz vor und nach Beginn der Schwellung. Dadurch kann sich Mumps leicht weiterverbreiten, bevor die Erkrankung erkannt wird.

Wie wird das Mumpsvirus übertragen?

Mumps wird vor allem durch Tröpfchen und direkten Speichelkontakt übertragen. Beim Husten, Niesen, Sprechen oder engem persönlichen Kontakt können infektiöse Sekrete weitergegeben werden. Auch Gegenstände, wie z. B. Spielzeuge in Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen, können bei der Übertragung eine Rolle spielen, wenn sie mit Speichel verunreinigt sind.

Was sollten Eltern bei Verdacht auf Mumps tun?

Wenn ein Kind typische Symptome wie Fieber und eine schmerzhafte Schwellung im Bereich der Wangen oder vor den Ohren hat, sollte zunächst telefonisch Kontakt mit der Kinderarztpraxis aufgenommen werden. So lässt sich vermeiden, dass andere Patient*innen im Wartezimmer angesteckt werden.

Bei einem Mumps-Verdacht sollte das Kind bis zur ärztlichen Abklärung möglichst keinen Kontakt zu anderen Kindern haben und zuhause bleiben. Besonders wichtig ist der Schutz von Menschen, die keinen ausreichenden Impfschutz oder ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben.

Mumps ist eine meldepflichtige Erkrankung, da sie sich insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen schnell ausbreiten kann. Auch Verdachtsfälle müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden. So können Ausbrüche frühzeitig erkannt und Maßnahmen getroffen werden, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Wer muss bei einer Mumpserkrankung informiert werden?

Wurde der Verdacht auf eine Mumps-Erkrankung bei deinem Kind bestätigt, musst du auch den Kindergarten oder die Schule informieren. So können mögliche Kontaktpersonen über die Erkrankung informiert und weitere Ansteckungen möglichst verhindert werden. Die Kinderärztin bzw. der Kinderarzt informiert dich, wann dein Kind wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen darf. Informiere auch Personen aus deinem Umfeld, z. B. Familie, Freunde oder Personen, mit denen ihr kurz vor oder nach dem Ausbruch der Symptome engeren Kontakt hattet. So können diese ihren Impfschutz überprüfen und auf mögliche Symptome achten.

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Wie wird Mumps behandelt?

Eine spezielle antivirale Behandlung gegen das Mumpsvirus gibt es nicht. Die Therapie konzentriert sich deshalb darauf, die Beschwerden zu lindern und den Körper bei der Genesung zu unterstützen. Ruhe und ausreichend Flüssigkeit sind besonders wichtig. Bei Fieber oder Schmerzen können geeignete fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente eingesetzt werden.

Welche Medikamente und Dosierungen geeignet sind, hängt unter anderem vom Alter und Körpergewicht ab. Lasse dich dazu ärztlich oder in der Apotheke beraten. Bei schmerzhaften Speicheldrüsen kann lokale Wärme oder auch Kälte (z. B. Coolpacks) Linderung verschaffen; zudem kann es hilfreich sein, auf Lebensmittel zu verzichten, die die Speichelproduktion stark anregen. Dazu gehören z. B. sehr saure Speisen und Getränke.

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Welche Komplikationen kann Mumps verursachen?

Mumps heilt meistens ohne bleibende Folgen aus. Trotzdem kann die Erkrankung Komplikationen verursachen. Das Risiko steigt mit dem Alter.

Die häufigste Komplikation ist bei 15 bis 30 % der erkrankten Jungen und Männer eine schmerzhafte Entzündung der Hoden (Orchitis). Sie kann mit Fieber, starken Schmerzen und Schwellung des Hodensacks (Skrotums) einhergehen. Nicht selten ist aufgrund der starken Schmerzen eine Krankenhausbehandlung notwendig. In einigen Fällen kann es später zu reduzierter Fruchtbarkeit kommen.

Bei Mädchen und Frauen können in seltenen Fällen die Eierstöcke betroffen sein, was ebenfalls die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Weitere mögliche Komplikationen sind eine Entzündung der Hirnhäute oder des Gehirns, des Innenohrs (was in seltenen Fällen zu einer dauerhaften Hörminderung oder Taubheit führen kann) sowie Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder der Brustdrüse.

Bei starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen, starken Bauchschmerzen oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands solltest du unverzüglich ärztliche Hilfe suchen.

Wie kann man Mumps verhindern?

Die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor Mumps ist die Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Mumps-Impfung als Teil der kombinierten Masern-Mumps-Röteln-Impfung, kurz MMR-Impfung.

Eine Impfung schützt zuverlässig vor Mumps, kann eine Erkrankung aber nicht in jedem Fall vollständig verhindern. Die Erkrankung verläuft bei geimpften Personen dann häufig milder.

Im Kindesalter versäumte Impfungen sollten nachgeholt werden. Denn: Auch Jugendliche und Erwachsene können sich anstecken und Impflücken haben. Ob eine Nachholimpfung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Alter, dem bisherigen Impfstatus und der beruflichen Situation ab.

Mumps kann auch Erwachsene treffen?

Obwohl Mumps oft als typische Kinderkrankheit bezeichnet wird, können sich auch Jugendliche und Erwachsene anstecken. Vor allem nicht geimpfte Personen in engem Kontakt mit Kindern können gefährdet sein.

Mumps kann zwar in jedem Alter zu Komplikationen führen: Bei Jugendlichen und Erwachsenen treten bestimmte Komplikationen jedoch häufiger auf als bei kleinen Kindern. Dazu gehören besonders die Entzündung der Hoden bei Männern, die zu eingeschränkter Fruchtbarkeit führen kann. Auch eine Beteiligung des zentralen Nervensystems wird bei älteren Erkrankten häufiger beobachtet. Der genaue Grund dafür ist nicht vollständig geklärt. Erwachsene sollten Mumps deshalb nicht als harmlose Kinderkrankheit unterschätzen und bei entsprechenden Symptomen ärztlichen Rat einholen.

Als Erwachsener solltest du im Falle einer Mumps-Erkrankung deine Arbeitgeberin oder deinen Arbeitgeber informieren. Du solltest unbedingt zuhause bleiben, um andere Personen nicht anzustecken. Wenn du in einer Gemeinschaftseinrichtung (wie einer Kita, Schule, einem Pflegeheim oder im medizinischen Bereich) arbeitest, gilt nach dem Infektionsschutzgesetz sogar ein gesetzliches Tätigkeitsverbot – hier musst du deinen Arbeitgeber zwingend über die Diagnose informieren.

Mumps oder etwas anderes?

Eine Schwellung im Gesicht oder im Bereich der Speicheldrüsen muss nicht automatisch Mumps als Ursache haben. Auch andere infektiöse und nicht-infektiöse Erkrankungen können ähnliche Beschwerden auslösen. Eine eindeutige Diagnose ist deshalb wichtig. Besonders bei Kindern sollte eine auffällige Schwellung im Bereich der Wangen oder des Kiefers immer ärztlich abgeklärt werden.

FAQ zu der Erkrankung Mumps

Mumps verläuft häufig unkompliziert. Die Erkrankung kann jedoch insbesondere bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Komplikationen verursachen. Dazu gehören z. B. Entzündungen der Hirnhäute, des Gehirns, des Innenohrs oder der Hoden.

Mumps kann bereits einige Tage vor dem Auftreten der typischen Speicheldrüsenschwellung übertragen werden. Die Ansteckungsfähigkeit besteht auch nach Beginn der Schwellung noch mehrere Tage. Bei einem Verdacht solltest du deshalb ärztlichen Rat einholen und enge Kontakte möglichst vermeiden.

Eine durchgemachte Mumps-Erkrankung führt in der Regel zu einer langanhaltenden Immunität. Eine erneute Infektion ist selten, aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Bei Mumps schwellen typischerweise die Ohrspeicheldrüsen vor und unterhalb der Ohren an. Eine eindeutige Unterscheidung ist nicht immer ohne ärztliche Untersuchung möglich.

Ja, auch Säuglinge können sich mit Mumps anstecken. Da in den ersten 11 Lebensmonaten nicht regulär gegen Mumps geimpft wird, ist der Schutz von jüngeren Babys besonders wichtig: Kontakt mit erkrankten Personen ist unbedingt zu vermeiden.

Eine vollständige Impfung bietet einen sehr guten, aber keinen 100-prozentigen Schutz. In einigen Fällen kann es zu einer sogenannten Durchbruchinfektion kommen. Auch eine unvollständige Impfung kann eine Rolle spielen. Deshalb lohnt sich ein Blick in den Impfpass. Wenn unklar ist, ob ein ausreichender Impfschutz besteht, kann deine Ärztin oder dein Arzt den Impfstatus prüfen und dich zu möglichen Nachholimpfungen beraten.

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Autor: Onlineredaktion Pronova BKK Zuletzt aktualisiert: 11.09.2024