Anlaufstellen: Hilfe zur Selbsthilfe

Wenn die eigenen Sorgen oder Gefühle dich zu überwältigen drohen, ist es wichtig, dir Unterstützung zu holen. Das kann eine Person sein, die dir nah steht, jemand Professionelles wie Gleichstellungsbeauftragte an der Uni oder eine Beratungsstelle vor Ort beziehungsweise übers Internet.

Auf einen Blick

  • Hole dir Unterstützung - es gibt viele Hilfsangebote
  • An wen sich Jugendliche wenden können
  • Hilfsangebote für Erwachsene
  • Konkrete Probleme in der Uni oder im Beruf

Hole dir Unterstützung - es gibt viele Hilfsangebote

Ob sexualisierte Belästigung, Diskriminierung, Gewalt oder Coming-out: Manchmal tut es gut, wenn man nicht alleine ist. Wenn du in eine Situation gerätst, die dich überfordert, solltest du dich nicht scheuen, dir Unterstützung zu holen. Das ist nicht immer einfach, weil man sich jemandem anvertrauen muss. Unwillkürlich fragt man sich, ob die Person einen ernst nehmen wird, man ihr wirklich vertrauen kann und sie nichts ausplaudern wird. Und das besonders, wenn es um sehr sensible Themen geht wie die eigene Sexualität oder verbale oder sogar körperliche Übergriffe in der Schule, an der Uni oder im Job.

Diese Sorgen sind nur allzu verständlich, doch normalerweise unbegründet. Mitarbeitende in Beratungsstellen, Beratungslehrkräfte in Schulen, Gleichstellungsbeauftragte in Unternehmen etc. sind in aller Regel Profis. Es ist ihre Aufgabe, zuzuhören und aktiv zu unterstützten. Viele dieser Profis sind an Verschwiegenheitsklauseln gebunden und dürfen das Gehörte nicht weitererzählen. Zudem sind für die meisten Profis regelmäßige Weiterbildungen, (Selbst-)Reflexion und fachlicher Austausch selbstverständlich. Falls es dir trotzdem nicht geheuer ist, dir deine Sorgen vor einer fremden Person von der Seele zu sprechen, gibt es telefonische Anlaufstellen oder Online-Angebote, bei denen man anonym bleiben kann. Welchen Weg du wählst, ist zunächst nebensächlich. Wichtig ist erst einmal nur, dass du den Schritt nach außen wagst.

An wen sich Jugendliche wenden können

Jugendlichen hilft es häufig zunächst Freunde einzuweihen. Vielleicht dient dieser Austausch sogar schon als Generalprobe für das Gespräch mit den Eltern. Wenn du dazu noch nicht bereit bist, kannst du dich anonym informieren, zum Beispiel in Büchern und Filmen oder Internetforen. Dort triffst du Gleichgesinnte, die dir Tipps geben können. Achte aber unbedingt darauf, dass du deine persönlichen Daten nicht verrätst und dass das Portal seriös ist. Dafür kannst du beispielsweise im Impressum den Anbieter überprüfen. Auch Lehrkräfte sind gute Ansprechpartner. An den meisten Schulen gibt es Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer oder sozialpädagogische Fachkräfte. Sie sagen dir, an wen du dich vor Ort noch wenden kannst. Ebenfalls vertrauen kannst du Mitarbeitende in Jugendzentren, die von der Stadt oder einer Kirchengemeinde geführt werden.

Hilfsangebote für Erwachsene

Bei Erwachsenen bieten sich Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen in der Umgebung an. Eine zentrale Anlaufstelle für geschlechtliche, sexuelle und amouröse Vielfalt existiert allerdings nicht. Es erfordert ein bisschen Recherchearbeit, das Passende zu finden. Du kannst thematisch vorgehen und gezielt nach Angebot für zum Beispiel lesbische Frauen, Queer Leben, Trans- und Intergeschlechtlichkeit oder muslimische LGBTQ suchen. Ein anderer Ansatz ist, dich regional zu vernetzen. Das ist besonders hilfreich, wenn du aus der Anonymität des Internets herausmöchtest und Ansprechpersonen vor Ort suchst. Hier lohnt es sich, gezielt in dem Bundesland zu suchen, in dem du wohnst. Vor allem Großstädte und Metropolregionen haben zudem noch spezielle Gruppen, Verbände und Netzwerke.

Konkrete Probleme in der Uni oder im Beruf

Bei konkreten Problemen, beispielsweise Diskriminierung durch Vorgesetzte, Lehrende oder Kolleginnen und Kollegen, ist es ratsam, sich genau dort – also in den Unternehmen oder Einrichtungen – Unterstützung zu organisieren. Größere Unternehmen haben Anlaufstellen im Betriebsrat oder vielleicht gibt es sogar Gleichstellungsbeauftragte. Auch Unis oder Fachhochschulen sind in der Hinsicht gut organisiert. Schau auf der Homepage deiner Uni oder Fachhochschule unter Stichpunkten wie „Chancengleichheit“, „Gleichstellung“ oder „Diversity“ bzw. „Diversität“ nach. Wenn du Hilfe benötigst, kannst du dich außerdem an deine Hausarztpraxis wenden oder dir psychotherapeutische Beratung holen.

Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Eine seriöse, zentrale Anlaufstelle ist die Antidiskriminierungsstelle des Bundes:
Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Glinkastraße 24
10117 Berlin
www.antidiskriminierungsstelle.de

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