Welche Pockenarten gibt es?

Es gibt große Unterschiede zwischen den Krankheiten: Affenpocken, Kuhpocken, Windpocken und Menschenpocken.

Auf einen Blick

  • Affenpocken
  • Kuhpocken
  • Windpocken
  • Menschenpocken

Welche Pockenarten gibt es?

Zum Krankheitsbild aller Pockenerkrankungen wie auch dem der Windpocken gehören sichtbare Schädigungen der Haut in Form von Knötchen, Bläschen oder Pusteln.

Menschenpocken gelten seit 1980 als ausgerottet. Kuhpocken kommen wie auch Affenpocken insgesamt selten vor, Infektionen verlaufen meist mild. Windpocken gehören zwar weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern, verlaufen in den allermeisten Fällen aber harmlos. Während die Erreger von Menschen-, Affen- und Kuhpocken zu den Orthopoxviren gehören, werden die Windpocken vom Varicella-Zoster-Virus verursacht, das zur Familie der Herpes-Viren gehört. Die Bezeichnung „Pocken“ bezieht sich auf die für alle genannten Erkrankungen typische Hautsymptomatik.

Während eine zurückliegende Impfung gegen Menschenpocken auch einen gewissen Schutz vor Affen- und Kuhpocken bietet, schützt diese Impfung nicht gegen Windpocken. Umgekehrt schützt eine Impfung gegen Windpocken nicht gegen eine Infektion mit den Erregern aus der Gruppe der Orthopoxviren.

Wir beantworten euch die wichtigsten Fragen zu den verschiedenen Pockenerkrankungen: Wie sind die Übertragungswege? Wie sind die Krankheitsverläufe? Wer ist besonders gefährdet? Was muss ich tun bei einer Infektion und wie kann ich mich und meine Familie vor einer Ansteckung schützen?

Übertragungswege der Kuhpocken

Ein direkter Kontakt mit einem infizierten Tier oder mit virushaltigem Material – dazu gehören auch die sich bildenden Verkrustungen während der Abheilung – kann zu einer Infektion führen. Doch während früher in der Regel der Kontakt mit infizierten Rindern die Erkrankung auslöste, ist heute eine Infektion über Haustiere wie Katzen, Hunde oder Nagetiere wahrscheinlicher. Beim Spielen, Schmusen oder durch einen Biss der Tiere infizieren die Erreger über Hautverletzungen den Menschen. Besonders im Herbst werden bei Katzen mit Auslauf (eine Ansteckung erfolgt über den Kontakt mit wildlebenden Nagetieren) regional bei bis zu 16 Prozent der Tiere Antikörper gegen Kuhpockenviren nachgewiesen. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde noch nicht beobachtet.

Symptome und Therapie der Kuhpocken

Etwa sieben bis zehn Tage nach der Infektion zeigen sich die typischen Hautveränderungen lokal an den Kontaktstellen (Kratzer) mit Knötchen, mit klarer Flüssigkeit gefüllten Bläschen oder mit eitergefüllten Pusteln, die mit der Zeit verkrusten. Auch Fieber und geschwollene Lymphknoten kommen vor. Bei gesunden Personen heilt die Erkrankung von selbst nach 6 bis 8 Wochen aus, wobei oftmals Narben zurückbleiben. Behandelt werden die Symptome, begleitend können Antibiotika verordnet werden, um eine möglicherweise auftretende bakterielle Superinfektion zu verhindern. Schwere Verläufe können bei immungeschwächten Personen auftreten oder wenn die Augen von der Infektion betroffen sind.

Wie kann ich mich vor Kuhpocken schützen?

Schütze dich durch sorgfältig ausgeführte Hygienemaßnahmen, insbesondere gründliches Händewaschen. Beobachte deine Haustiere genau: Bei Tieren zeigen sich Pockenpusteln hauptsächlich im Kopfbereich und an den Pfoten. Wenn die Haut von Haustieren geschädigt ist, schützt das Tragen von Handschuhen vor einem direkten Kontakt. Vereinbare im Zweifelsfall einen Termin in der Tierarztpraxis, um die Hautveränderungen bei deinem Heimtier diagnostizieren zu lassen.

Übertragungswege der Windpocken

Windpocken sind hochansteckend und verbreiten sich schnell, schon ein kurzer Aufenthalt in der Nähe oder auch in einem größeren Abstand von Infizierten reicht für eine Ansteckung aus. Übertragen werden die Erreger aus der Gruppe der Herpes-Viren von Mensch zu Mensch über eine Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen sowie über kontaminierte Gegenstände, mehr noch aber, wenn die flüssigkeitsgefüllten Bläschen platzen. Windpocken sind eine typische Kinderkrankheit, bei einer Infektion sind die Kinder meist zwischen 4 und 8 Jahre alt.

Symptome und Therapie der Windpocken

Nach einer Inkubationszeit von 8 bis 28 Tagen bekommt ein an Windpocken erkranktes Kind Fieber und wirkt matt, müde oder weinerlich. Etwas später bildet sich der stark juckende Hautausschlag mit zunächst hellroten Knötchen, die sich zu etwa linsengroßen flüssigkeitsgefüllten Bläschen entwickeln und sich über Kopf, Rumpf und den ganzen Körper ausbreiten, auch die Schleimhäute und Genitalien sind betroffen. Typischerweise finden sich Knötchen, Bläschen, Pusteln und Krusten in allen Stadien gleichzeitig auf der Haut (sogenanntes Sternenhimmelmuster). Die Therapie zielt auf eine Linderung der Symptome, den Juckreiz stillen spezielle Hautlotionen oder auch antiallergische Tropfen. Beim Aufkratzen der Bläschen kann es zu Entzündungen kommen, hier helfen Lösungen zur Desinfektion.

Bei gesunden Kindern heilen Windpocken meist ohne Komplikationen aus. Schwere Verläufe können bei älteren Kindern, Erwachsenen und Immungeschwächten auftreten. Gefährlich sind Windpocken für Neugeborene. Eine Infektion während der ersten 5 Monate in der Schwangerschaft kann zu Fehlbildungen des Kindes führen. Nach einer überstandenen Infektion mit Windpocken verbleiben die Krankheitserreger im Körper, wo sie noch Jahrzehnte später eine Gürtelrose auslösen können.

Wie kann ich mich vor Windpocken schützen?

Bei einem Kontakt mit einer infizierten Person lässt sich eine Ansteckung kaum vermeiden. Die STIKO empfiehlt eine Impfung gegen Windpocken für Kinder. Lass dich in deiner kinderärztlichen Praxis ausführlich zu diesem Thema beraten. Wenn euer Kind Windpocken hat, gilt es, den Kontakt mit besonders gefährdeten Personen wie Schwangeren oder Erwachsenen, die nicht über einen ausreichenden Schutz verfügen, streng zu vermeiden. Im Umgang mit Erkrankten ist eine sorgfältige Hygiene unerlässlich, schützt aber nicht immer vor Ansteckung.

Menschenpocken

Echte Pocken, auch als Blattern bekannt, werden durch hochansteckende Variola-Viren ausgelöst. Seit 1980 gelten sie durch weltweite Impfprogramme als ausgerottet. Der letzte Pockenfall in Deutschland wurde im Jahr 1972 dokumentiert, der letzte weltweit im Jahr 1977. Derzeit werden Pockenviren nur noch in Forschungslaboren aufbewahrt. Eine Ansteckung auf natürlichem Weg ist also aktuell nicht möglich. Infektionen mit echten Pocken nahmen fast immer schwere Verläufe, die besonders aggressive Form der sogenannten schwarzen Blattern endete in der Regel tödlich. Die Erreger der echten Pocken waren ausschließlich im Menschen anzutreffen.

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