Long COVID: Welche Symptome gibt es und wer ist betroffen?

Du bist eigentlich von Corona genesen, fühlst dich aber immer noch erschöpft und krank? Dann könnte es sein, dass du unter Long COVID oder Post COVID leidest.

Auf einen Blick

  • Long COVID oder Post COVID?
  • Häufigsten Symptome
  • Wer ist betroffen?
  • Gibt es auch bei Kindern Long COVID?
  • Mögliche Ursachen

Long COVID oder Post COVID?

Auch wenn deine eigentliche Corona-Infektion fast symptomlos verlief, kann es auch bei dir zu Langzeitfolgen kommen. Von Long COVID spricht man, wenn deine Symptome länger als vier Wochen nach der Infektion auftreten oder fortbestehen. Post COVID bedeutet, dass deine Beschwerden länger als zwölf Wochen nach der Infektion auftreten oder fortbestehen. Doch was steckt dahinter, wer ist am häufigsten betroffen und welche Risikofaktoren gibt es?

Zu den häufigsten Symptomen zählen unter anderem:

  • Müdigkeit und geringe Belastbarkeit
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen
  • Atembeschwerden
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Schlaf- und Angststörungen
  • Schwindel
  • Juckreiz
  • Herzklopfen und -stolpern
  • Haarausfall

COVID-19 kann zudem das Risiko für Thrombosen und Schlaganfälle erhöhen. Möglicherweise kommt es auch zu Autoimmunprozessen, also einer Fehlreaktion des überschießenden Immunsystems, das Abwehrstoffe gegen eigenes Gewebe bildet.

Die Symptome können dir noch Wochen oder sogar Monate nach deiner Corona-Erkrankung zu schaffen machen. Inzwischen werden mehr als 200 Symptome mit Long bzw. Post COVID in Zusammenhang gebracht. So bleibt die genaue Diagnose schwierig. Das kann dich zusätzlich unter mangelnder Akzeptanz leiden lassen, weil du dich einfach nicht ernst genommen fühlst.

Wer ist betroffen?

Man schätzt, dass etwa 10 bis 15 Prozent der Corona-Genesenen betroffen sind, genaue Zahlen liegen nicht vor. Treffen kann es im Prinzip jeden – junge fitte Personen genauso wie ältere mit Vorerkrankungen. Studien deuten allerdings darauf hin, dass es bestimmte Risikofaktoren gibt:

  • Krankheitsverläufe mit mehreren gleichzeitig auftretenden Symptomen
  • Sehr schwere Krankheitsverläufe mit längerer intensiv-medizinischer Betreuung
  • Hohes Alter
  • Vorerkrankungen an Lunge und Herz
  • Starkes Übergewicht

Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, besonders im Alter von unter 50 Jahren. Sie entwickeln in vielen Fällen ein Erschöpfungssyndrom (Fatigue).

Gibt es auch bei Kindern Long COVID?

Kinder haben meist milde Krankheitsverläufe von COVID-19 und sind nach vier Wochen in der Regel wieder fit. Doch berichten auch Kinder bzw. deren Eltern über typische und teils auch Symptome in einem Zeitraum von vier oder mehr Monaten nach der Akutphase. Die Studienlage ist noch sehr dünn. Ein möglicher Zusammenhang zwischen einer sehr selten auftretenden multisystemischen Erkrankung (PIMS oder MIC) bei Kindern und COVID-19 ist noch nicht eindeutig geklärt.

Welche möglichen Ursachen sind bisher bekannt?

Die genauen Ursachen sind noch nicht geklärt. Zum einen könnten im Körper verbliebene Viren oder Bestandteile davon mit zeitlicher Verzögerung entzündliche Prozesse hervorrufen. Außerdem wurde bei Betroffenen eine Verformung der Blutkörperchen beobachtet, die den Sauerstofftransport im Blut und damit die Versorgung der Organe beeinträchtigen könnte.

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