Rat suchen ist keine Schande
Die Corona-Krise hinterlässt auch langfristige Narben im Seelenleben der jungen Menschen. Bereits im Frühjahr 2021 hatten 55 Prozent der 16- bis 29-Jährigen in der Vorgängerstudie angegeben, seit Beginn der Pandemie häufiger traurig und depressiv zu sein. 56 Prozent fühlten sich häufig einsam. Schon zu dem Zeitpunkt gingen 80 Prozent davon aus, dass die Krise sie persönlich nachhaltig verändert hat.
Was den jungen Menschen hilft, ist ihr vorbehaltloser Umgang mit dem Thema. 71 Prozent stellen fest, dass sie offener mit psychischen Herausforderungen umgehen als ihre Eltern oder Großeltern. „Rat suchen ist keine Schande – das haben sie gelernt“, sagt die auf den Gesundheitsmarkt spezialisierte Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen. „Als während der Pandemie viele Unternehmungen und Verabredungen wegfielen, haben die jungen Deutschen versucht, diese Lücke in ihrem Leben mit sozialen Medien zu füllen. Dort tauschen sich die 16- bis 29-Jährigen auch über psychische Probleme aus, reden ohne Vorurteile über dieses Thema.“ Schon im Frühjahr hatten 54 Prozent der Generation Z angegeben, dass sie im Freundeskreis viel über ihre Sorgen im Zusammenhang mit Corona sprechen.