Jede zweite Familie im Lockdown psychisch belastet
Zugenommen haben während des Lockdowns aber auch der Medienkonsum (79 Prozent) und in selteneren Fällen auch Streitigkeiten in der Familie (36 Prozent). 46 Prozent der Eltern sehen die körperliche Gesundheit ihrer Kinder durch Bewegungsmangel und fehlende motorische Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt. Ebenfalls fast die Hälfte der Eltern gibt an, dass ihr Kind psychisch unter den Einschränkungen gelitten hat. „Das ist ein extrem hoher Wert, wenn man bedenkt, dass viele Menschen davor zurückschrecken, sich zu mentalen Herausforderungen zu bekennen“, sagt die auf den Gesundheitsmarkt spezialisierte Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen. „Für viele Eltern war es Teil der Krisenerfahrung, dass sie sich um die psychische Gesundheit ihrer Kinder kümmern mussten.“
Dennoch sind 73 Prozent der Eltern zuversichtlich, dass ihr Kind die Erfahrungen aus der Krise und dem Lockdown gut verarbeiten wird. 89 Prozent der Eltern sagen, dass es allen gut tue, dass die Kinder wieder in Schule und Kita gehen könnten. 66 Prozent machen sich nach den Schul- und Kita-Schließungen Sorgen um die Bildungschancen ihrer Kinder. „Wie niemals zuvor wurde Eltern in den Monaten der Pandemie vor Augen geführt, welche wichtigen Funktionen das Bildungssystem im Leben ihrer Kinder übernimmt. Schulen und Kitas sind der stabilisierende Rahmen, in dem kognitive, soziale, körperliche und mentale Entwicklung stattfindet“, sagt Zukunftsforscherin Mühlhausen.