SSW 19 Der 2. Ultraschall steht an

In der 19. Schwangerschaftswoche spürst und siehst du, wie dein Baby wächst und sich dein Körper verändert: Der 2. große Ultraschall steht an. Erfahre, was auf dich zukommt und was du für deine Gesundheit tun kannst.

In der 19. Schwangerschaftswoche spürst und siehst du, wie dein Baby wächst und sich dein Körper verändert: Der 2. große Ultraschall steht an. Erfahre, was auf dich zukommt und was du für deine Gesundheit tun kannst.

Das erwartet dich in SSW 19

In der 19. Schwangerschaftswoche befindest du dich im 5. Monat und damit im 2. Trimester deiner Schwangerschaft. Jetzt geht es mit großen Schritten auf die Halbzeit deiner Schwangerschaft zu: Spürst du Glücksgefühle, Vorfreude und Neugier? Oder eher Zweifel, Sorgen und Ängste?

Es ist ganz normal, dass deine Gefühle auch mal widersprüchlich sind und sich während der Schwangerschaft verändern – manchmal sogar mehrmals am Tag. Fragen und Zweifel stellen dein Glück nicht infrage. Sie helfen dir auf deinem Weg in die neue Lebensphase.

Zwischen SSW 19 und 22 steht ein weiterer spannender Vorsorgetermin in deinem Kalender: der 2. große Basis-Ultraschall. Die Untersuchung ist nicht nur medizinisch bedeutsam, sondern auch emotional: Du bekommst dein Baby in Bewegung zu sehen und kannst seine kleinen Arme und Beine erkennen. Falls das Geschlecht bisher noch nicht zu erkennen war, stehen jetzt die Chancen auf eine Enthüllung gut – vorausgesetzt, ihr möchtet es erfahren. Diese Ultraschalluntersuchung gilt als sicherster Zeitpunkt für die Geschlechtsbestimmung.

Dein Baby in SSW 19

Der Fötus wiegt in SSW 19 durchschnittlich 272 g und ist ca. 20 cm groß – gemessen vom Scheitel bis zur Ferse (im Mutterpass SFL abgekürzt). Du fragst dich, wie die Körpergröße des Ungeborenen eigentlich gemessen bzw. angegeben wird? Bis zum Ende von SSW 18 messen Mediziner*innen im Ultraschall die Körperlänge des Kindes vom höchsten Punkt des Scheitels bis zum Steiß. Im Mutterpass wird die Länge mit SSL abgekürzt. Dass die Beine zunächst nicht gemessen werden, liegt daran, dass die Haltung noch zu gekrümmt ist, um ihre Länge gut zu erfassen.

Das ändert sich mit Beginn von SSW 19. Ab jetzt wird die Körperlänge vom Scheitel bis zur Ferse gemessen – im Mutterpass SFL abgekürzt. Bald werden auch andere Messdaten wichtig, die Aufschluss über den Entwicklungsstand deines Babys geben, z. B. Kopf- und Brustumfang und die Länge der Oberschenkelknochen (Femurlänge). Wenn dein Baby etwas mehr oder weniger wiegt, es größer oder kleiner als der Durchschnitt ist, ist das kein Grund zur Sorge. Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto individueller entwickelt sich der Fötus.

Was passiert noch im Körper des Babys?

  • In den Eierstöcken von Mädchen befinden sich bereits Millionen Eizellen, von denen einige 100 im Laufe des Lebens ausreifen werden. Bei männlichen Babys sind die Hoden entwickelt und produzieren bereits Testosteron. Noch liegen sie nicht im Hodensack, sondern in der Bauchhöhle.

  • Der Körper deines Babys ist von einer gelblich-weißen Schicht, der sogenannten Käseschmiere (Vernix caseosa) überzogen. Wie stark die Haut eines Babys mit Käseschmiere bedeckt ist, kann variieren: Bei den einen ist sie kaum sichtbar, andere sind mit einer dicken Schicht davon bedeckt. Sowohl in der Schwangerschaft als auch nach der Geburt ist sie ein wichtiger Schutz für dein Kind. Sie verhindert ein Aufweichen der Haut im Fruchtwasser, schützt vor Infektionen und potenziellen Keimen und spielt auch bei der Geburt selbst eine Rolle: Dank ihrer Konsistenz erleichtert sie das Gleiten durch den Geburtskanal. Viele Babys kommen mit Käseschmiere am Körper auf die Welt. Sie zu entfernen, ist nicht nötig, da sie die zarte Babyhaut perfekt pflegt und schützt. Innerhalb weniger Stunden zieht sie meist von alleine in die Haut ein bzw. kann vorsichtig einmassiert werden.

  • Die Geschmacksknospen deines Babys haben sich bereits im 2. Schwangerschaftsmonat entwickelt, rund um SSW 19 sind sie ausgereift und funktionstüchtig. Dein Baby kann schon zwischen sauer, salzig, süß und bitter unterscheiden und entwickelt erste Vorlieben. Alles, was du in der Schwangerschaft isst und trinkst, kommt bei deinem ungeborenen Baby an, weil das Fruchtwasser den Geschmack übernehmen kann. Etwa seit SSW 14 trinkt das Baby Fruchtwasser, inzwischen sind es ca. 400 ml täglich. Durch einen Austauschmechanismus wird das Fruchtwasser ca. alle 3 h erneuert.

Dein Körper in SSW 19

Rund um die 19. Schwangerschaftswoche ist die Entwicklung deiner Plazenta komplett abgeschlossen. Sie wird in den kommenden Wochen nur noch in der Breite wachsen. Daher ist dein Bauch in der 19. SSW bestimmt schon gut zu erkennen.

Die Gebärmutter wächst ab nun etwa 1 cm in jeder Schwangerschaftswoche. Sie bringt inzwischen ein Gewicht von gut 320 g auf die Waage – vor der Schwangerschaft waren es 40 g. Die Gebärmutter liegt jetzt noch in deinem Becken, im Verlauf der Schwangerschaft wird sie sich immer weiter in der ganzen Bauchregion ausbreiten. Zum Ende der Schwangerschaft drückt sie auf die inneren Organe. Die Folge kann u. a. Sodbrennen sein.

Hast du in der Schwangerschaft Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel? Dann bist du in guter Gesellschaft: Laut einer US-Studie kennen das 50–90 % aller Schwangeren. Die Gründe dafür sind wissenschaftlich nicht belegt. Es wird vermutet, dass sich der Körper so die Nährstoffe holt, die er dringend braucht. Aber auch der veränderte Hormonhaushalt sowie Blutzuckerschwankungen können Ursachen sein. Du darfst deinen Gelüsten gern nachgehen, solltest aber auf die Mengen achten und vor allem nährstoffreiche Lebensmittel essen.

Die 2. Basis-Ultraschallunter­suchung

Jetzt wird es aufregend: Zwischen SSW 19 und 22 kannst du in deiner gynäkologischen Praxis den 2. Basis-Ultraschall machen lassen. Während der Schwangerschaft hast du Anspruch auf 3 Basis-Ultraschalluntersuchungen. Diese gehören zu den regulären Vorsorgeleistungen in der Schwangerschaft und finden meist zeitgleich mit einer Vorsorgeuntersuchung statt. Die Kosten zahlt deine Pronova BKK. Der 3. Basis-Ultraschall findet ab SSW 29 statt.

Mit den Ultraschalluntersuchungen wird die altersentsprechende und gesunde Entwicklung deines Babys gecheckt, mögliche Probleme können frühzeitig erkannt werden. Gut zu wissen: Von 100 Schwangeren bringen 96-98 ein gesundes Kind zur Welt. Manchmal zeigen sich beim Ultraschall aber Auffälligkeiten, die weitere Untersuchungen notwendig machen. Wenn du Fragen rund um den Ultraschall hast, z. B. was nach einem auffälligen Ergebnis passiert, besprich diese mit deinen Ärzt*innen. Mehr erfährst du auch in den Mutterschaftsrichtlinien.

Was ist im Ultraschall ab SSW 19 zu sehen?

Das kommt darauf an, für welche Untersuchungsvariante du dich entscheidest. Du hast die Wahl zwischen einer Basis-Ultraschalluntersuchung und einer erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung. Für beide übernimmt die Pronova BKK die Kosten. Die Unterschiede:

  • Die Basis-Ultraschalluntersuchung (2a): Wichtige Körperteile deines Kindes werden gemessen – darunter Kopf, Bauch und Oberschenkelknochen. Diese Werte helfen, das Wachstum und die zeitgerechte Entwicklung des Kindes zu beurteilen. Auch die Lage der Plazenta, die Fruchtwassermenge und die Herztätigkeit werden überprüft.

  • Die erweiterte Basis-Ultraschalluntersuchung (2b): Bei dieser Variante findet zusätzlich zu den Basis-Untersuchungen eine Untersuchung der Organe im Kopf, Rücken, Brustkorb und Rumpf statt, um mögliche Fehlbildungen oder Probleme zu erkennen.

Besprich die Unterschiede sowie die Vor- und Nachteile der Ultraschallvarianten auf Basis deiner individuellen Situation mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Ultraschall und Organ­screening: Was sind die Unter­schiede?

Werden beim erweiterten Basis-Ultraschall Auffälligkeiten entdeckt, wirst du zu einer weiterführenden Untersuchung des Babys überwiesen, dem Organscreening. Die Untersuchung ist auch unter anderen Bezeichnungen bekannt, z. B. Feindiagnostik, Organdiagnostik, Feinultraschall oder Fehlbildungsultraschall. Es handelt sich um eine zusätzliche, noch genauere Ultraschalluntersuchung mit dem Ziel, Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen auszuschließen bzw. nachzuweisen.

Ein Organscreening können nur speziell ausgebildete Ärzt*innen mit einem hochauflösenden Ultraschallgerät durchführen. Meist wirst du dafür in eine Praxis für pränatale Diagnostik überwiesen. Bei dem Screening werden alle Organe deines Babys besonders gründlich und hochauflösend untersucht: Herz, Gehirn, Wirbelsäule, Nieren, Magen und viele weitere Strukturen.

Die Untersuchung kann sinnvoll sein, wenn eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingeschätzt wird oder wenn andere Untersuchungen zu unklaren Ergebnissen geführt haben. Lass dich ausführlich zum Organscreening beraten – am besten so wie zu allen Themen der Pränataldiagnostik.

Wer zahlt die Kosten?

Untersuchungen wie das Organscreening gehören nicht zur regulären Schwangerenvorsorge. Die Kosten zahlen Krankenkassen nur, wenn medizinische Gründe vorliegen. Solltest du dich für ein Organscreening aus persönlichen Gründen entscheiden, musst du die Kosten selbst tragen. Bedenke dabei auch: Jede Untersuchung kann zu Fehldiagnosen, weiteren Untersuchungen und unnötigen Sorgen führen. Sprich also mit deiner Ärztin bzw. deinem Arzt und lass dich aufklären.

Das solltest du jetzt wissen: Späte Fehlge­burten

Auch wenn die kritischste Phase der ersten 3 Monate vorbei ist, kommen Fehlgeburten auch im späteren Verlauf der Schwangerschaft vor. Der Verlust hinterlässt seelische Wunden und oft auch Selbstzweifel bei den betroffenen Frauen. Mit Sätzen wie: „Hätte ich nur weniger gearbeitet“ oder „Hätte ich mich doch nur gesünder ernährt“ versuchen sie, das Unerklärliche zu erklären. Doch der Lebensstil ist nur selten die Ursache für Fehlgeburten: Die häufigsten Gründe sind nicht-beeinflussbare Chromosomenstörungen.

Du bist mit einer Fehlgeburt nicht allein

Laut internationalen Statistiken und Schätzungen des Berufsverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. hat etwa jede 3. Frau mind. 1 Fehlgeburt in ihrem Leben. Wenn du selbst betroffen bist und dich bereit fühlst, sprich offen mit anderen über den Verlust deines Babys. Du wirst überrascht sein, wie viele selbst schon eine Fehlgeburt erlebt haben und bisher nicht darüber gesprochen haben. Für die Partnerschaft gilt: Akzeptiert die Gefühle der anderen Person, jeder Mensch trauert anders. In unserem Podcast „Jetzt mal ehrlich“ sprechen Victoria und Mickey von ihren ganz persönlichen Erfahrungen nach einer Fehlgeburt in der 16. Schwangerschaftswoche.

Wenn du dein Baby verloren hast, stehen dir Hilfsangebote zu – sowohl medizinische als auch psychologische. Egal zu welchem Zeitpunkt die Fehlgeburt passiert ist, vergiss nicht: Jede Frau, jede Familie und jedes Paar geht diesen Weg individuell. Hilfe anzunehmen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Schritt zur Heilung.

Als gesetzlich Versicherte hast du Anspruch auf eine gynäkologische Nachuntersuchung nach einer Fehlgeburt. Was viele Frauen nicht wissen: Auch die Betreuung durch eine Hebamme, die sich um deine medizinische und seelische Gesundheit kümmert, steht dir jetzt zu. Bei Fehlgeburten bis SSW 12 wird die Hebammenhilfe als Nachsorgeleistung von der Krankenkasse übernommen. Bei Fehlgeburten ab SSW 24 gelten die gleichen Rechte wie nach einer Geburt – inklusive Hausbesuche bis 12 Wochen danach.

Psychologische Unterstützung nach dem Verlust eines Babys kann dabei helfen, die Ereignisse zu verarbeiten. Du erhältst sie bei Therapeut*innen, in Beratungszentren und Selbsthilfegruppen. Mit dem Therapie- und Beratungsangebot Kompass sind wir bei akuten psychischen Belastungen wie einer Fehlgeburt für dich da.

Nach einer Fehlgeburt brauchst du Erholung, darum steht dir Mutterschutz zu. Es gelten – je nach Zeitpunkt der Fehlgeburt – folgende Schutzfristen:

  • 2 Wochen Mutterschutz bei Fehlgeburten ab SSW 13
  • 6 Wochen Mutterschutz bei Fehlgeburten ab SSW 17
  • 8 Wochen Mutterschutz bei Fehlgeburten ab SSW 20

Während dieser Schutzfristen musst du nicht arbeiten – es sei denn, du möchtest es. Für den Zeitraum des Mutterschutzes zahlen wir dir Mutterschaftsgeld.

Wir möchten, dass du eine möglichst gesunde und risikoarme Schwangerschaft erlebst, und übernehmen für dich als Versicherte die Kosten des Vorsorgeprogramms BabyCare. BabyCare hilft dir, individuelle Schwangerschaftsrisiken zu erkennen und zu senken – insbesondere das Risiko einer Frühgeburt. BabyCare wird seit Jahren erfolgreich zur Senkung der Frühgeburtenrate eingesetzt und wird vom Berufsverband der Frauenärzte empfohlen.

Kind

Vertraute Unterstützung, wenn es losgeht

Deine Hebamme an deiner Seite: Mit der Rufbereitschaft steht deine Hebamme in den letzten Wochen vor der Entbindung jederzeit bereit für die Geburt. Und weil wir wissen, wie wertvoll dies sein kann, unterstützen wir diese Hebammen-Extraleistung mit bis zu 250 €.