SSW 21 Stressfrei durch die Schwangerschaft

In der 21. Schwangerschaftswoche ist dein Baby immer aktiver und nimmt weiter ordentlich zu. Erfahre, wie sich dein Körper verändert, was du gegen Stress tun kannst und was noch in dieser Phase wichtig ist.

In der 21. Schwangerschaftswoche ist dein Baby immer aktiver und nimmt weiter ordentlich zu. Erfahre, wie sich dein Körper verändert, was du gegen Stress tun kannst und was noch in dieser Phase wichtig ist.

Das erwartet dich in SSW 21

In der 21. Schwangerschaftswoche befindest du dich in der 1. Woche des 6. Monats und damit im 2. Trimester. Die Hälfte deiner Schwangerschaft ist nun bereits vorbei. Falls du noch nicht bei deiner Frauenärztin, deinem Frauenarzt oder einer Hebamme warst, kann jetzt noch die 5. Vorsorgeuntersuchung und der 2. Basis-Ultraschall stattfinden. Achte weiter gut auf dich und nutze die vielen Angebote deiner Pronova BKK für eine gesunde und sichere Schwangerschaft.

Dein Baby wächst, trainiert seine Sinne und nimmt deine Nähe immer bewusster wahr. Viele Frauen spüren die Bewegungen ihres Kindes jetzt regelmäßig und können diese aktive, lebendige Phase der gemeinsamen Entwicklung genießen. Nicht nur dein Körper arbeitet auf Hochtouren – auch seelisch ist einiges los. Genauso wichtig wie deine körperliche Gesundheit ist die mentale. Suche dir einen Ausgleich, um zu entspannen und um Kraft für den Alltag zu sammeln.

Dein Baby in SSW 21

Der Fötus wiegt in SSW 21 durchschnittlich 398 g und ist ca. 23,9 cm groß – gemessen vom Scheitel bis zur Ferse (SFL).

  • Gewichtszunahme: Dein Baby legt jetzt Fettreserven an, die es nach der Geburt warmhalten. Dadurch nimmt der derzeit sehr schmale Fötus nun stetig an Gewicht zu.
  • Bewegungen: Es ist sehr aktiv – tritt, dreht sich und reagiert zunehmend auf Berührungen und Geräusche. Viele Frauen spüren die Kindsbewegungen jetzt regelmäßig.
  • Gehirn: Das Gehirn wächst besonders rasch, auch Nervensystem und Reflexe entwickeln sich immer weiter. Dazu gehört auch der Saugreflex, den der Fötus regelmäßig durch Daumenlutschen trainiert.
  • Haut: Die Haut des Fötus ist noch dünn und leicht transparent, wird aber von der schützenden Käseschmiere (Vernix caseosa) überzogen.
  • Verdauungssystem: Dein Baby trinkt immer mal wieder etwas Fruchtwasser und trainiert so seine Verdauung. Im Darm des Babys sammelt sich der erste Stuhl. Dieser wird Mekonium bzw. Kindspech genannt und in den ersten Tagen nach der Geburt ausgeschieden.

Wie entwickelt sich das Gehör des Babys?

Das Gehör bildet sich als eines der ersten Sinnesorgane aus und funktioniert jetzt immer besser. Das Baby kann inzwischen akustische Signale wahrnehmen – ein guter Zeitpunkt also, mit deinem Baby „ins Gespräch zu kommen“, ihm vorzulesen, vorzusingen oder eine Spieluhr vorzuspielen. Babys können sich – wenn auch nicht bewusst – nach der Geburt an das erinnern, was sie im Bauch gehört haben. Schon in den ersten Lebensstunden können Babys die Stimmen der Eltern von anderen unterscheiden und bevorzugen dabei die vertrauten Klänge.

Ab der Mitte der Schwangerschaft reagiert das Baby auch körperlich auf Hörreize, z. B. zuckt es bei lauten Geräuschen. Eine Studie des Institute of Psychology der Universität Gdansk hat gezeigt: Babys haben eine schnellere Herzfrequenz und bewegen sich stärker, wenn sie laute Klänge hören. Leise Musik oder sanftes Sprechen wirken dagegen beruhigend.

Wissenschaftler*innen haben viele positive Effekte von Musik bzw. Singen in der Schwangerschaft erforscht. Musik und Gesang in der Schwangerschaft kann z. B. auch die Stimmung und das Wohlbefinden der werdenden Mutter verbessern und die Mutter-Kind-Bindung unterstützen – so das Ergebnis einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Archiv für Gynäkologie und Geburtshilfe“ veröffentlicht wurde. Positiv sind auch die Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung sowie auf die spätere sprachliche Entwicklung des Kindes.

Wunder der Natur: Die Nabelschnur

Die Nabelschnur ist die Lebensader des ungeborenen Kindes – sie sichert seine Versorgung und ermöglicht das gesunde Wachstum bis zur Geburt. Sie entsteht schon früh, etwa ab SSW 5, aus dem Gewebe des Embryos und wächst in der Schwangerschaft weiter mit. Am Ende misst sie ca. 50-60 cm und hat einen Durchmesser von 1,5-2 cm. Sie ist spiralförmig gedreht – so bleibt sie flexibel und widerstandsfähig. In der Nabelschnur verlaufen 3 Blutgefäße: 2 Arterien und 1 Vene. Über die Vene erhält das Baby Sauerstoff und Nährstoffe aus der Plazenta, über die Arterien werden Abfallstoffe und Kohlendioxid zurückgeleitet.

Sobald das Blut nach der Geburt in der Nabelschnur aufgehört hat zu pulsieren, dies ist in der Regel nach 5-10 min der Fall, wird die Nabelschnur an 2 Stellen abgebunden und dazwischen durchtrennt. Ab jetzt übernehmen die eigene Lunge und der Verdauungstrakt die Versorgung des Babys. Die Begleitperson hat die Möglichkeit, die Nabelschnur zu durchtrennen, wenn sie und die Mutter dies möchten – ein emotionaler Moment. Da die Nabelschnur keine Nervenenden hat, ist das für dich und dein Baby schmerzfrei. Etwa 3-10 Tage nach der Geburt fällt der Nabelschnurrest ab. Die entstehende Narbe in der Mitte des Bauchs ist der Nabel.

Dein Körper in SSW 21

Du spürst die Bewegungen deines Babys regelmäßig – ein wunderschönes Zeichen, dass es ihm gut geht. Gleichzeitig wächst dein Bauch sichtbar, die Gebärmutter reicht nun über Bauchnabelhöhe. Dadurch verlagert sich dein Gewicht, und du bekommst vielleicht Rückenschmerzen. Auch Kopfschmerzen gehören zu den häufigen Schwangerschaftsbeschwerden. Meist lassen sie sich schnell behandeln und klingen rasch wieder ab.

Was hilft bei Kopf­schmerzen in der Schwanger­schaft?

Kopfschmerzen haben oft sehr unterschiedliche Ursachen – das ist auch in der Schwangerschaft so. Hormonelle Schwankungen, Verspannungen, aber auch Stress können die Gründe sein, warum der Kopf schmerzt. Meist bessern sich die Schmerzen, sobald Entspannung eintritt. Eine Massage der Schläfen, ein warmes Fußbad oder ein kalter oder warmer Waschlappen auf der Stirn wirken wohltuend. Bevor du auf eigene Faust Schmerzmittel oder andere Medikamente einnimmst, sprich bitte mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme.

Schon gewusst? Kopfschmerz- oder Migränesymptome können sich in der Schwangerschaft auch verbessern, vor allem jetzt, im 2. und 3. Trimester. Denn die hormonellen Veränderungen, vor allem ein konstanter, hoher Östrogenspiegel, können auch eine stabilisierende Wirkung haben. Studien zufolge erfahren 50-80 % der Migränepatientinnen eine Verbesserung in der Schwangerschaft.

Achtung: Wenn die Kopfschmerzen sehr stark sind und sich anders anfühlen als sonst, du verschwommen siehst, dich unruhig fühlst oder kurzatmig bist, solltest du unbedingt medizinische Hilfe suchen, um eine Präeklampsie auszuschließen. Dies ist eine Schwangerschaftskomplikation, die mit einer Blutdruckerhöhung und vermehrter Eiweißausscheidung im Urin einhergeht und schnellstmöglich ärztlich behandelt werden muss. Etwa 2 von 100 Schwangeren sind betroffen.

Das solltest du wissen: Stress in der Schwanger­schaft

Seelische Gesundheit gibt dir Kraft für deinen Alltag. Viele Menschen erleben jedoch Phasen, in denen Stress auf das mentale Wohlbefinden drückt. Und vor Stress bist du leider auch in der Schwangerschaft nicht geschützt. Die hormonelle Umstellung, die körperlichen Veränderungen, die wachsende Verantwortung, vielleicht auch Sorgen um die Zukunft oder um die Gesundheit des Babys – all das kann dich innerlich aufwühlen. Hinzu kommen vielleicht auch familiäre oder partnerschaftliche Konflikte. Und auch die alltäglichen Aufgaben und Pflichten enden mit einer Schwangerschaft nicht. Dass dir alles mal zu viel wird, ist normal und verständlich.

Was sind die Ursachen für Stress?

Der 1. Schritt, dem Stress zu begegnen, ist es, dir klarzumachen, woher er eigentlich kommt. Was genau stresst dich? Meist gibt es nicht einen einzelnen Grund, sondern mehrere.

Äußere Stressfaktoren:

  • Zeitdruck
  • Arbeitsbelastung
  • Finanzielle Sorgen
  • Partnerschaftliche oder familiäre Probleme
  • Große Lebensveränderungen

Innere Stressfaktoren:

  • Hohe Erwartungen an sich selbst
  • Perfektionismus
  • Selbstkritik

Welche Auswirkungen hat Stress?

Keine Sorge: Die eine oder andere stressige Situation im Alltag wirkt sich nicht gleich auf dein Baby aus. Doch dauerhafter starker Stress kann dazu führen, dass dein Bauch öfter hart wird – ein deutliches Zeichen, es in nächster Zeit ruhiger angehen zu lassen. Weitere Anzeichen, dass es zu viel ist:

  • Herzrasen, erhöhter Blutdruck und Kreislaufbeschwerden
  • Unwohlsein, Bauchschmerzen, Übelkeit, Sodbrennen und Durchfall
  • Schmerzen in Kopf, Nacken oder Rücken
  • Einschlafbeschwerden, häufiges oder sehr frühes Aufwachen
  • Gefühl von Überlastung und kreisende Gedanken
  • Vermehrte Übungswehen (harter Bauch)

Wenn sie unbehandelt bleiben, können dauerhafte starke Stressbelastungen in der Schwangerschaft Folgen haben, z. B. vorzeitige Wehen auslösen, Blutungen verursachen und auch das Risiko einer Fehl- bzw. Frühgeburt erhöhen. Doch eine drohende Frühgeburt entsteht in den meisten Fällen durch das Zusammenspiel vieler verschiedener Ursachen.

Entspannte Tipps für stressige Zeiten

Ist das Problem erkannt, lassen sich gezielt Lösungen finden, um den Stress zu minimieren. Aber nicht immer ist es möglich, alle Ursachen komplett zu beseitigen. Umso wichtiger ist es zu lernen, mit ihnen umzugehen. Wer sich gestresst fühlt, braucht einen Ausgleich, um abschalten zu können. Versuche mal das:

Pausen im Alltag sind wichtig. Gönne dir Ruhe und verbringe die freie Zeit mit Dingen und Menschen, die dir guttun. Selbstfürsorge ist eine Notwendigkeit und sollte kein Luxus sein. Mach auch mal etwas allein – ganz ohne schlechtes Gewissen.

Momente der Nähe und Lachen tun gut und sorgen für Verbindung. Besprecht in der Partnerschaft offen, was euch stresst, und versucht, euren Stress nicht an der anderen Person auszulassen. Mit etwas Abstand und einer weiteren Perspektive könnt ihr die stressigen Situationen noch mal neu betrachten und daran arbeiten.

Meditation, Entspannungsübungen und gezieltes Bewegungstraining, z. B. Yoga oder Qigong, helfen dabei, Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen. In akuten Stressmomenten sind kurze Atemübungen super, um zu entspannen. Hier ein Beispiel:

  • Leg eine Hand auf deinen Bauch. Spüre deinen Atem – dein Baby bewegt sich mit jedem Atemzug leicht mit.
  • Atme langsam durch die Nase ein – zähle bis 4. Denk dabei: „Ich atme Ruhe ein.“
  • Atme durch den Mund aus – zähle bis 6. Denk dabei: „Ich lasse Anspannung los.“
  • Wiederhole alles 3x

Ob eine Runde Sport, ein langer Spaziergang in der Natur oder Tanzen zu deiner Lieblingsmusik – Bewegung löst Anspannung. Durch die bewusste Konzentration auf den Körper können kreisende Gedanken zur Ruhe kommen. Positiver Nebeneffekt: Regelmäßige moderate Bewegung verbessert die Schlafqualität. Sie verlängert die Schlafdauer, verkürzt die Einschlafzeit und fördert die Erholung.

Das Besondere an Achtsamkeit: Du bist ganz bei dir und nimmst jeden Augenblick so wahr, wie er ist, ohne ihn zu bewerten. Das reduziert dein Stresslevel. Achtsam zu leben bedeutet, die Gegenwart zu genießen und nicht in der Vergangenheit oder Zukunft zu leben.

Hast du das Gefühl, dass du immer an alles denken musst und eine riesige Liste mit unerledigten Aufgaben in deinem Kopf herumträgst? Dann steckst du vielleicht in der Mental-Load-Falle. Jetzt ist es wichtig, bislang unsichtbare Verantwortung sichtbar zu machen und einen Teil davon abzugeben.

Reden hilft: Wenn du anderen von deinem Alltag und möglichen Belastungen erzählst, öffnen sie sich auch, zeigen Verständnis und machen Hilfsangebote. Manchmal hilft es schon, kurz gemeinsam alles rauszulassen und dann zu reflektieren, wie die Stressfaktoren reduziert werden können.

Musik hören, ein gutes Buch lesen, einen Film schauen oder deinem Lieblingshobby nachgehen – verbring mal wieder Zeit mit etwas, das dir richtig viel Spaß macht. Das kann auch ein Ausflug, ein Theater-, Kino- oder Museumsbesuch sein. Hauptsache, der Alltag bleibt draußen, und der Kopf wird frei.

Koche dein Lieblingsessen (noch besser: lass es kochen), genieße einen gemütlichen Abend auf der Couch oder verwöhne Körper und Seele mit ein bisschen Wellness, etwa einem entspannenden Bad oder einer pflegenden Gesichtsmaske.

Lies in unserer Broschüre „Mentale Gesundheit“ mehr über den Umgang mit Stress.

Wo finde ich Hilfe?

Wenn du Anzeichen für körperlichen oder psychischen Stress wahrnimmst, ist es wichtig, dass du dich an deine behandelnde Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme wendest. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich Hilfe zu holen. Ganz im Gegenteil! Die Fachleute können am besten einschätzen, ob die Belastungen gesundheitliche Auswirkungen für dich und dein Baby haben können. Bei bestimmten Symptomen können sie dir eine Krankschreibung ausstellen. Gleichzeitig sollte sich deine Arbeitgeberin oder dein Arbeitgeber an die Bestimmungen des Mutterschutzgesetzes halten und dich als Schwangere am Arbeitsplatz vor Überforderungen oder Gefahren schützen. Auch für extreme Stresssituationen finden Hebammen, Ärzt*innen oder psychologische Beratungsstellen Lösungen und Behandlungsmöglichkeiten.

Special Services

Weniger Stress, mehr Leben

Als deine Krankenkasse beteiligen wir uns an den Kosten für Gesundheitskurse. Dazu zählen auch Kurse, die dir helfen, einen besseren Umgang mit Stress zu finden, wie z. B. progressive Muskelentspannung, Achtsamkeitstrainings oder Hatha-Yoga.