SSW 28 Kleine Tritte, große Vorfreude

In der 28. Schwangerschaftswoche wiegt dein Baby schon 1 kg. Noch hat es Platz, um sich zu bewegen und seine Position zu ändern. Viele Beschwerden haben jetzt mit dem wachsenden Bauch zu tun. Erfahre, was dir hilft.

In der 28. Schwangerschaftswoche wiegt dein Baby schon 1 kg. Noch hat es Platz, um sich zu bewegen und seine Position zu ändern. Viele Beschwerden haben jetzt mit dem wachsenden Bauch zu tun. Erfahre, was dir hilft.

Das erwartet dich in SSW 28

In der 28. Schwangerschaftswoche befindest du dich in der letzten Woche des 7. Monats. Jetzt beginnt das 3. und damit letzte Drittel der Schwangerschaft!

Nicht nur dein Alltag mit all den Veränderungen durch die Schwangerschaft muss sich erst mal „einruckeln“, auch in deinem Körper ruckelt es. Dein Baby braucht in den nächsten Wochen Platz, dadurch verschieben sich deine Organe: Lunge, Magen, Leber und Darm werden immer mehr nach oben, nach unten und zur Seite hin verdrängt. Die Umverteilung der Organe während der Schwangerschaft ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie anpassungsfähig der Körper ist.

Bei anderen Dingen braucht dein Körper und auch der deines Babys Unterstützung: Achte auf deinen vollständigen Impfschutz und nimm auch die in der Schwangerschaft empfohlenen Impfungen gegen Keuchhusten (Pertussis), Grippe und Corona wahr. So schützt du dich und dein Baby optimal gegen ansteckende und mitunter für das Ungeborene gefährliche Krankheiten.

Dein Baby in SSW 28

Der Fötus wiegt in SSW 28 durchschnittlich 1.189 g und ist ca. 36 cm groß – gemessen vom Scheitel bis zur Ferse (SFL). Rund die Hälfte aller Babys liegen schon in Schädellage mit dem Kopf nach unten – diese Position ist für eine vaginale Geburt optimal. Wenn dein Baby noch mit dem Po nach unten oder quer im Bauch liegt, ist das kein Grund zur Sorge. Es hat noch genug Platz, um sich spontan zu drehen. Du bzw. deine Partnerin oder dein Partner, ihr möchtet selbst spüren, wie das Baby gerade liegt? Dann lasst euch das sanfte Abtasten deines Bauchs von deiner Hebamme zeigen. Gute Orientierungspunkte sind Kopf und Po: Der Kopf ist meist als eine harte Kugel spürbar, während der Po weicher ist.

Was passiert noch im Körper des Babys?

Über die Plazenta gibst du deinem Baby schon jetzt wichtige Abwehrstoffe für die ersten Wochen nach der Geburt mit auf den Weg. Lässt du dich gegen Keuchhusten (Pertussis), Grippe (Influenza) oder COVID-19 impfen, stärkst du damit im 1. Schritt vor allem deine eigene Gesundheit. Gleichzeitig kann das Immunsystem deines Babys profitieren, denn ein Teil deiner Antikörper wird an dein Kind weitergegeben und sorgt für einen frühen Nestschutz.

Das Baby trainiert außerdem weiter seine Atmung und schluckt dabei immer wieder Fruchtwasser. Das kann zu Schluckauf führen, was du vielleicht schon mal als kleines Zucken deines Bauchs wahrgenommen hast. Die Lunge bildet nun Surfactant – eine Substanz, die für die selbstständige Atmung nach der Geburt wichtig ist. Die Überlebenschancen für dein Baby stehen gut, sollte es schon jetzt als Frühchen geboren werden. Die Lungenreifung ist aber erst ca. in SSW 35 voll abgeschlossen. Darum würde dein Baby medizinische Atemunterstützung benötigen, wenn es jetzt schon auf die Welt käme.

Wunder der Natur: Käse­schmiere

Die sogenannte Käseschmiere (Vernix caseosa) ist eine wachsartige, weiße bis hellgelbe Schicht, mit der dein Baby im Bauch und oft auch noch nach der Geburt bedeckt ist. Sie ist vor, während und nach der Geburt ein wichtiger Schutz.

Die Aufgaben der Käseschmiere:

  • Sie schützt die Haut des Babys davor, im Fruchtwasser aufzuweichen.
  • Sie hält durch antibakterielle Substanzen Infektionen von der Haut fern.
  • Sie schützt den Körper des Babys vor mechanischen Einwirkungen wie Stößen und Druck.
  • Sie funktioniert wie ein natürliches Gleitmittel und erleichtert den Weg durch den Geburtskanal.
  • Sie reguliert in den ersten Lebenstagen die Temperatur des Neugeborenen.
  • Sie bewahrt die zarte Babyhaut vor dem Austrocknen.

Meist ist der ganze Körper von Käseschmiere überzogen, ob sichtbar oder nicht. Die größte Menge befindet sich am Kopf des Babys, da sich dort besonders viele Talgdrüsen befinden. Rund um SSW 36 erreicht die Menge ihr Maximum. Bei Kindern, die später als zum errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen, hat sich die Käseschmiere oft schon zurückgebildet. Bei Frühchen kann sie umso ausgeprägter zu sehen sein. Babys, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, müssen sich nicht durch den engen Geburtskanal schieben. Sie werden häufig mit deutlich mehr Käseschmiere auf der Haut geboren als Babys, die vaginal zur Welt kommen.

Früher war es üblich, Neugeborene noch im Kreißsaal zu baden und sie – ohne Käseschmiere – den Eltern zu überreichen. Heute kennt man die positiven Effekte dieses natürlichen Hautschutzes und sorgt eher dafür, dass Mutter und Kind so schnell wie möglich Haut-zu-Haut-Kontakt bekommen. Innerhalb weniger Stunden ist die Käseschmiere von ganz allein eingezogen.

Dein Körper in SSW 28

Deine Gebärmutter dehnt sich weiter aus: Der Fundus – so wird ihre obere Kante bezeichnet – liegt in der 28. Schwangerschaftswoche bereits zwischen Bauchnabel und Rippenbogen. Das Gewicht der Gebärmutter und des Kindes drückt auf deine Blase und verringert so ihr Fassungsvermögen, du musst wahrscheinlich häufiger als sonst zur Toilette. Hebammentipp: Hebe beim Wasserlassen den Bauch etwas an, damit die Blase Platz hat, sich komplett zu entleeren.

Was passiert mit den mütterlichen Organen?

Lunge, Magen, Leber und Darm – die Organe haben eigentlich alle ihren festen Platz im Körper. Wie soll da noch ein Baby reinpassen, das von Woche zu Woche größer und schwerer wird? Den Raum zum Wachsen bekommt es, weil sich die mütterlichen Organe im letzten Schwangerschaftsdrittel verschieben und komprimieren. Von der Verschiebung selbst bekommst du nicht viel mit. Nur der Druck auf die inneren Organe kann – je größer und schwerer dein Baby wird – unangenehm werden und für verschiedene Beschwerden sorgen, z. B. Kurzatmigkeit, häufigen Harndrang, Rückenschmerzen oder Sodbrennen. Nach der Geburt geht es für die Organe im Rahmen der Rückbildung zurück auf ihre ursprüngliche Position, damit verringern sich die Beschwerden.

Woher kommt die Kurzatmigkeit?

Du bist auch ohne größere körperliche Anstrengung schnell außer Puste? Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft ist nicht ungewöhnlich und meistens unkritisch. Im 1. Trimester liegt das an den Hormonen: Progesteron erhöht die Atemfrequenz, um den erhöhten Sauerstoffbedarf für Mutter und Kind zu decken. Im 3. Trimester nimmt die körperliche Belastung durch das wachsende Baby zu.

Die Verschiebung der Organe sorgt dafür, dass du nach Luft schnappen musst: Die wachsende Gebärmutter drückt von unten gegen Magen und Leber. Durch diese Verschiebung der Bauchorgane wird die Lunge im Brustkorb etwas stärker gequetscht. Zusätzlich wird auch das Zwerchfell, ein wichtiger Muskel, der dich beim Atmen unterstützt, in seiner Arbeit behindert. Die Lunge hat weniger Platz, sich auszudehnen, das Lungenvolumen verringert sich, und das Atmen fällt schwerer. Beim Liegen auf dem Rücken oder bei körperlicher Anstrengung kann sich die Kurzatmigkeit verstärken.

Auch ein Eisenmangel, der in der Schwangerschaft nicht selten ist, kann ein Grund sein: Wenn dein Körper zu wenig Eisen hat, wird weniger Sauerstoff im Blut transportiert – das kann sich durch Kurzatmigkeit, Müdigkeit oder Schwindel bemerkbar machen.

Du solltest darauf achten, beim Sitzen oder Stehen eine aufrechte Körperhaltung einzunehmen, damit deine Lunge Raum zum Atmen hat. Denke auch dran, regelmäßig Pausen zu machen und auf deinen Körper zu hören. Du leistest gerade viel – da darfst du auch mal langsamer machen. Beim Schlafen kann es helfen, den Oberkörper leicht erhöht zu lagern. Sanftes Schwangerschaftsyoga und Atemübungen sorgen dafür, dass du bewusster atmest. Versuch mal das:

  • Atme bewusst durch die Nase ein und durch den Mund langsam wieder aus.
  • Wiederhole dies und denke beim Einatmen an „los“ und beim Ausatmen an „lassen“.

In der Regel ist Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft kein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung, und dein Baby wird weiterhin gut mit Sauerstoff versorgt. Wenn jedoch zusätzlich starke Atemnot, Schmerzen in der Brust, feuchte Hände, ein stark erhöhter Puls oder Kreislaufprobleme auftreten, solltest du dir ärztliche Hilfe suchen. Diese Beschwerden können – unabhängig voneinander – Hinweise darauf sein, dass mehr dahintersteckt als die typischen schwangerschaftsbedingten Veränderungen.

In den letzten Schwangerschaftswochen wird es mit der Kurzatmigkeit oft wieder besser: Wenn dein Baby tiefer ins Becken rutscht, nimmt der Druck auf die Lunge ab, und du bekommst wieder besser Luft.

Diese Untersuch­ungen stehen in SSW 28 an

Die nächste routinemäßige Vorsorgeuntersuchung und die 3. reguläre Ultraschalluntersuchung finden zwischen SSW 29 und 32 statt. Bei Rhesus-negativen Schwangeren steht jetzt die Anti-D-Prophylaxe an. Allen Schwangeren wird außerdem zu Beginn des 3. Trimesters, idealerweise zwischen der 28. und 32. Schwangerschaftswoche, eine einmalige Keuchhusten-Impfung empfohlen. Wenn eine Frühgeburt wahrscheinlich ist, sollte die Impfung ins 2. Trimester vorgezogen werden.

Anti-D-Prophylaxe

Wenn beim 2. Antikörper-Suchtest zwischen SSW 24 und 27 eine Rhesusunverträglichkeit zwischen dir und deinem Baby erkannt wurde, erhältst du zwischen SSW 28 und 30 eine Anti-D-Immunglobulin-Injektion, gegebenenfalls noch eine weitere nach der Geburt. Diese Rhesus-Prophylaxe sorgt dafür, dass dein Immunsystem keine Antikörper gegen die roten Blutkörperchen deines Babys bildet.

Die Antikörper wären für die aktuelle Schwangerschaft meist ungefährlich. Bei einer Folgeschwangerschaft können sie jedoch zu Komplikationen führen – etwa zu Blutarmut beim Fötus, Organschäden oder, im schlimmsten Fall, zu einer Fehlgeburt.

Impfschutz gegen Keuchhusten

Schon in der Schwangerschaft kannst du die Gesundheit deines Kindes schützen – indem du dich gegen Krankheiten impfen lässt, die für Neugeborene gefährlich werden können, z. B. Keuchhusten (Pertussis). Keuchhusten ist hoch ansteckend und wird durch Bakterien übertragen. Säuglinge sind besonders schutzlos und stecken sich oft bei ihren Eltern an.

Daher empfehlen Ärzt*innen Schwangeren ab SSW 28 eine Impfung gegen Keuchhusten. Die durch die Impfung der Mutter gebildeten Antikörper gelangen über die Plazenta – und nach der Geburt auch über die Muttermilch – zum Baby. So erhält dein Baby einen vorübergehenden Schutz. Dieser sogenannte Nestschutz schützt es in den ersten Lebensmonaten vor Krankheitserregern, die das Immunsystem der Mutter bereits kennt.

Im Falle von Keuchhusten ist dieser Schutz lebenswichtig: Infizieren sich Säuglinge unter 6 Monaten, können sie schwere Komplikationen erleiden. Und er ist wirksam: Das Risiko von Säuglingen, in den ersten 3 Lebensmonaten an Keuchhusten zu erkranken, sinkt durch eine Impfung der Mutter in der Schwangerschaft um 90 %. Eine Keuchhusten-Impfung des Babys ist ab 2 Monaten möglich. Vorher profitiert dein Kind von deinem Impfschutz. Wichtig: Auch andere Kontaktpersonen des Babys sollten gegen Keuchhusten geimpft sein. Das Robert Koch-Institut rät: Sollte eine frühere Keuchhusten-Impfung schon länger als 10 Jahre her sein, sollte möglichst bis 4 Wochen vor der anstehenden Geburt eine Auffrischung erfolgen.

Weitere Impfungen in der Schwanger­schaft

In der Schwangerschaft solltest du dich so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig impfen lassen. Zusätzlich zur Keuchhusten-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfohlen:

  • Corona-Schutzimpfung für ungeimpfte oder nicht vollständig geimpfte Schwangere und Stillende.
  • Grippeimpfung für alle gesunden Frauen, die während der Grippesaison schwanger sind (ab dem 4. Schwangerschaftsmonat).

Über die in der Schwangerschaft empfohlen Impfungen kannst du dich auf der Website Infektionsschutz.de informieren.

Gut zu wissen: Schon beim Kinderwunsch bzw. während der Familienplanung sollten Frauen ihren Impfschutz checken und sich rechtzeitig vor einer Schwangerschaft gegen Windpocken, Masern und vor allem Röteln impfen lassen.

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Impfungen: Dein zuverlässiger Schutz

Als wichtige Vorsorgemaßnahme übernimmt die Pronova BKK alle Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden und die in die Schutzimpfungsrichtlinie aufgenommen wurden. Deine Ärztin oder dein Arzt kann sie direkt über deine elektronische Gesundheitskarte abrechnen.