Dein Körper in SSW 28
Deine Gebärmutter dehnt sich weiter aus: Der Fundus – so wird ihre obere Kante bezeichnet – liegt in der 28. Schwangerschaftswoche bereits zwischen Bauchnabel und Rippenbogen. Das Gewicht der Gebärmutter und des Kindes drückt auf deine Blase und verringert so ihr Fassungsvermögen, du musst wahrscheinlich häufiger als sonst zur Toilette. Hebammentipp: Hebe beim Wasserlassen den Bauch etwas an, damit die Blase Platz hat, sich komplett zu entleeren.
Was passiert mit den mütterlichen Organen?
Lunge, Magen, Leber und Darm – die Organe haben eigentlich alle ihren festen Platz im Körper. Wie soll da noch ein Baby reinpassen, das von Woche zu Woche größer und schwerer wird? Den Raum zum Wachsen bekommt es, weil sich die mütterlichen Organe im letzten Schwangerschaftsdrittel verschieben und komprimieren. Von der Verschiebung selbst bekommst du nicht viel mit. Nur der Druck auf die inneren Organe kann – je größer und schwerer dein Baby wird – unangenehm werden und für verschiedene Beschwerden sorgen, z. B. Kurzatmigkeit, häufigen Harndrang, Rückenschmerzen oder Sodbrennen. Nach der Geburt geht es für die Organe im Rahmen der Rückbildung zurück auf ihre ursprüngliche Position, damit verringern sich die Beschwerden.
Woher kommt die Kurzatmigkeit?
Du bist auch ohne größere körperliche Anstrengung schnell außer Puste? Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft ist nicht ungewöhnlich und meistens unkritisch. Im 1. Trimester liegt das an den Hormonen: Progesteron erhöht die Atemfrequenz, um den erhöhten Sauerstoffbedarf für Mutter und Kind zu decken. Im 3. Trimester nimmt die körperliche Belastung durch das wachsende Baby zu.
Die Verschiebung der Organe sorgt dafür, dass du nach Luft schnappen musst: Die wachsende Gebärmutter drückt von unten gegen Magen und Leber. Durch diese Verschiebung der Bauchorgane wird die Lunge im Brustkorb etwas stärker gequetscht. Zusätzlich wird auch das Zwerchfell, ein wichtiger Muskel, der dich beim Atmen unterstützt, in seiner Arbeit behindert. Die Lunge hat weniger Platz, sich auszudehnen, das Lungenvolumen verringert sich, und das Atmen fällt schwerer. Beim Liegen auf dem Rücken oder bei körperlicher Anstrengung kann sich die Kurzatmigkeit verstärken.
Auch ein Eisenmangel, der in der Schwangerschaft nicht selten ist, kann ein Grund sein: Wenn dein Körper zu wenig Eisen hat, wird weniger Sauerstoff im Blut transportiert – das kann sich durch Kurzatmigkeit, Müdigkeit oder Schwindel bemerkbar machen.
Du solltest darauf achten, beim Sitzen oder Stehen eine aufrechte Körperhaltung einzunehmen, damit deine Lunge Raum zum Atmen hat. Denke auch dran, regelmäßig Pausen zu machen und auf deinen Körper zu hören. Du leistest gerade viel – da darfst du auch mal langsamer machen. Beim Schlafen kann es helfen, den Oberkörper leicht erhöht zu lagern. Sanftes Schwangerschaftsyoga und Atemübungen sorgen dafür, dass du bewusster atmest. Versuch mal das:
- Atme bewusst durch die Nase ein und durch den Mund langsam wieder aus.
- Wiederhole dies und denke beim Einatmen an „los“ und beim Ausatmen an „lassen“.
In der Regel ist Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft kein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung, und dein Baby wird weiterhin gut mit Sauerstoff versorgt. Wenn jedoch zusätzlich starke Atemnot, Schmerzen in der Brust, feuchte Hände, ein stark erhöhter Puls oder Kreislaufprobleme auftreten, solltest du dir ärztliche Hilfe suchen. Diese Beschwerden können – unabhängig voneinander – Hinweise darauf sein, dass mehr dahintersteckt als die typischen schwangerschaftsbedingten Veränderungen.
In den letzten Schwangerschaftswochen wird es mit der Kurzatmigkeit oft wieder besser: Wenn dein Baby tiefer ins Becken rutscht, nimmt der Druck auf die Lunge ab, und du bekommst wieder besser Luft.