Begleitperson bei der Geburt
Ob Partner*in, Mutter, beste Freundin oder eine andere vertraute Person – deine Begleitperson spielt während der Geburt eine zentrale Rolle. Sie ist deine emotionale Stütze, deine Verbindung nach außen, dein Rückhalt in intensiven Momenten und oft auch die Person, die für Ruhe, Orientierung und Sicherheit sorgt.
Gleichzeitig erlebt auch deine Begleitperson die Geburt sehr nah mit: Das kann überwältigend sein, und viele fühlen sich zwischendurch unsicher, hilflos oder haben Angst, nicht genug zu tun. Das ist absolut normal. Wichtig ist nicht, alles richtig zu machen, sondern einfach da zu sein und alle Gefühle zuzulassen.
Was eine Begleitperson für dich tun kann
Eine Begleitperson kann folgende Aufgaben erfüllen – so gut es ihr möglich ist:
- Sie stärkt dich emotional und vermittelt Ruhe.
- Sie erinnert dich an Atmung, Positionen, Trinken und Essen.
- Sie kennt deine Wünsche aus dem Geburtsplan.
- Sie schafft Nähe – durch Hand halten, Blickkontakt oder einfach stille Präsenz.
- Sie kommuniziert mit dem medizinischen Team, wenn du es selbst gerade nicht kannst oder möchtest.
- Sie hält den Fokus auf deine Bedürfnisse und sorgt dafür, dass du dich sicher und respektiert fühlst.
Was die Begleitperson selbst braucht
Auch deine Begleitperson sollte auf sich achten. Denn je stabiler und klarer sie ist, desto besser kann sie dich unterstützen. Das kann für deine Begleitperson hilfreich sein:
- Wissen sammeln und selbst gut darüber informiert sein, was bei der Geburt auf sie zukommt
- Mögliche eigene Unsicherheiten ansprechen
- Pausen machen – auch die Begleitung einer Geburt kann anstrengend sein
Tipps und Checklisten, wie sich deine Begleitung auf die Geburt vorbereiten kann und was ihre Aufgaben während der Geburt sein können, findest du in unserem Ratgeber für Begleitpersonen.
Was ihr vorher gemeinsam besprechen könnt
Zusammen mit deiner Begleitperson kannst du schon in den Wochen vor der Geburt in aller Ruhe besprechen, was dir hilft und was euch als Geburtsteam wichtig ist, z. B:
- Was gibt dir vor, während und nach der Geburt Sicherheit?
- Womit fühlst du dich wohl – und was möchtest du nicht?
- Welche Rolle soll deine Begleitperson einnehmen?
- Welche Worte, Berührungen oder Rituale helfen dir?
- Was steht im Geburtsplan?
Je klarer ihr seid, desto mehr könnt ihr als Team auftreten, desto besser kannst du dich während der Geburt auf das Wesentliche konzentrieren: auf dich, auf deine Atmung und auf das Baby.
Muss immer eine Begleitung mit zur Geburt?
Die Geburtsbegleitung ist sowohl bei vaginalen Geburten als auch bei Kaiserschnitten (außer bei Vollnarkose) in der Regel erwünscht. Fast immer erlebt das medizinische Personal Begleitpersonen als sehr hilfreiche Unterstützung. Es ist aber ganz allein deine Entscheidung, wen du mit in den Kreißsaal bzw. Geburtsraum nehmen möchtest – und auch, ob überhaupt jemand dabei sein soll. Denn es gibt auch Situationen, in denen sich Frauen gegen eine Begleitung entscheiden oder diese aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist. Wenn du das wünscht, solltest du das z. B. schon bei der Geburtsanmeldung mitteilen – oder auch noch kurzfristig vor der Geburt.