Studie: Gen Z fordert Solidarität und gute Gesundheitsangebote

Eine repräsentative Studie der pronova BKK beleuchtet, wie die „Generation Z“ auf das Thema Gesundheit und Vorsorge blickt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren ganz bewusst und sehr reflektiert mit ihrer Gesundheit auseinandersetzen. Nach anderthalb Jahren Pandemie fühlen sie sich jedoch ausgelaugt und sind psychisch erschöpft. Sie bezeichnen sich selbst als Leidtragende der Pandemie. Wir haben die auf den Gesundheitsmarkt spezialisierte Zukunfts- und Trendforscherin Corinna Mühlhausen um eine Einordnung der Ergebnisse gebeten.

pronova BKK: Mehr als die Hälfte der jungen Deutschen fühlt sich körperlich gesund. Sie geben an, dass sie sogar mehr auf ihre Gesundheit achten als vor der Corona-Krise.

Corinna Mühlhausen: Sie haben gute Vorbilder in ihren Eltern: Die Boomer-Generation hält sich fit. Zugleich wachsen sie in einer Zeit auf, in der die Kostenübernahme für Gesundheitsleistungen reglementiert ist. Darum können sie auch sehr deutlich benennen, dass sie sich weitere Vorsorgeuntersuchungen (65 Prozent), Sehhilfen (64 Prozent) sowie Kronen bzw. Zahnersatz (60 Prozent) als Kassenleistung wünschen. Andere Generationen hätten sich in dem Alter nicht einmal Gedanken über Gesundheitsvorsorge gemacht.

pronova BKK: Wie steht es um die psychische Gesundheit der Generation Z?

Corinna Mühlhausen: Die Seele leidet im Pandemie-Alltag. Viele junge Menschen haben finanzielle Sorgen, Berufsanfänger und Studenten haben ihre Jobs im Lockdown verloren. Zudem tragen viele der 16- bis 29-Jährigen permanent ein ungutes Gefühl mit sich herum, wenn sie Bars, Restaurants oder Konzerte besuchen. Einerseits wissen sie, wie wichtig soziale Kontakte für die Gesundheit sind – und doch können sie sie nicht vorbehaltlos genießen. Dieser Altersgruppe hilft, dass sie offener als ältere Generationen über psychische Probleme reden können, in sozialen Medien oder auch mit den eigenen Eltern. Sie haben keine Angst, sich Hilfe zu holen. Die Schulen sind jedoch überfordert damit, auf die seelische Verfassung ihrer Schützlinge achten zu müssen. Sie vermitteln nur fachliche Kompetenzen ohne ganzheitliche Betrachtung. In der Studie geben die jungen Menschen den Bildungseinrichtungen katastrophale Noten.

pronova BKK: Auch die Noten für Politik, Gesundheitsämter und ältere Generationen fallen schlecht aus. Die Gen Z wünscht sich mehr Solidarität von der älteren Bevölkerung und der Politik. Was läuft falsch?

Mühlhausen: 68 Prozent der Generation Z vermuten, dass Kinder und Jugendliche die Hauptlast der Pandemie getragen haben. Sie mussten solidarisch sein und zum Schutz der Älteren verzichten. Mehrheitlich fühlen sie sich nun aber weder von Älteren noch von der Politik gesehen. Das führt zu großem Frust. Die jungen Menschen können keine weiteren Einschränkungen mehr ertragen. Das liegt vor allem an der großen Verunsicherung über die richtige Strategie. Weder Eltern noch Politiker oder Mediziner scheinen den Durchblick zu haben. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommen mit dem Informations-Overload und verkürzten Darstellungen in sozialen Medien zu Corona nicht klar.

pronova BKK: Laut Studie ist die Generation Z einerseits mehrheitlich für Impfpflicht, andererseits sollen Jugendliche, die sich nicht impfen lassen wollen, nicht ausgeschlossen werden…

Mühlhausen: Die Generation Z hat ein viel stärkeres Gerechtigkeitsgefühl als ältere Generationen. Sie wollen ihre Mitschüler nicht ausgrenzen, wenn diese sich nicht impfen lassen oder keine Maske tragen. Gleichzeitig wird deren Rolle als unsozial empfunden. Ein schwerer Zwiespalt zwischen Freiheit und Sicherheit, den diese Generation besonders stark erlebt.

pronova BKK: Was läuft nach Ansicht der Generation Z falsch?

Mühlhausen: Eine Generation die sich offen austauscht und digital vernetzt ist, versteht nicht, warum Schulen, aber auch das Gesundheitssystem noch vor allem analog arbeiten. Warum empfangen Krankenhäuser noch überwiegend Faxe, Ärzte sind nur per Telefon erreichbar und die Corona-Warnapp bringt kaum etwas? Das Gesundheitssystem muss nach ihrer Meinung dringend umlernen. Sie nennen konkret den Austausch von Befunden zwischen den Ärzten, die Speicherung von Gesundheitsdaten auf der elektronischen Gesundheitskarte und die Übertragung von Daten aus einer Gesundheits-App. Die jungen Menschen sind bereit für digitale Gesundheitsangebote.

pronova BKK: Dabei nutzt die Generation Z laut Studie kaum Apps als Mittel für bessere Gesundheit. Sie nennen vor allem Schlaf, Unternehmungen mit Freunden und gesunde Ernährung inklusive weniger Alkohol.

Mühlhausen: Sie wissen besser als ältere Generationen, was sie für ihre Gesundheit brauchen, aber nennen natürlich oft die Themen, die sie nicht umsetzen können. Zum Beispiel Schlaf oder auch Alkoholkonsum, weil dann doch die Party oder der Netflix-Abend dazwischenkommen. Die jungen Menschen sind aber auch gut im bewussten Verzicht auf Alkohol oder auf tierische Produkte. Achtsamkeit hat die Generation Z in der Corona-Krise wie keine andere gelernt.

Corinna Mühlhausen hat sich als Trend- und Zukunftsforscherin auf den Gesundheitsmarkt spezialisiert. Ihre aktuelle Publikation trägt den Titel „Health Report 2022“ und ist im März 2021 im Zukunftsinstitut von Matthias Horx erschienen. Weitere Informationen unter: www.trendcoach.de

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Pressemitteilungen

STUDIE: GESUNDHEITSBEWUSSTSEIN DER GENERATION Z WÄCHST

50 Prozent der unter 30-Jährigen achten mehr auf ihr körperliches Wohlbefinden als vor der Pandemie

Leverkusen, 20. Januar 2022 – Die Psyche der unter 30-Jährigen Deutschen hat während der Pandemie gelitten, aber zumindest körperlich fühlen sie sich fit: Die Hälfte der unter 30-Jährigen kümmert sich heute mehr um die eigene Gesundheit als vor der Corona-Krise. Insgesamt passen 57 Prozent der Generation Z im Alltag ganz bewusst auf ihre Gesundheit auf – besonders junge Menschen mit Abitur oder Studium. Dies gilt noch mehr für Männer (63 Prozent) als für Frauen (51 Prozent) in Deutschland. Entsprechend beurteilen 35 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen ihren körperlichen Zustand als besser als vor der Pandemie. Dies sind Ergebnisse der Studie „Generation Z & Health“ der pronova BKK, für die 1.000 junge Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt wurden.

Während im Frühjahr in der Vorgängerstudie noch 60 Prozent angaben, ihre körperliche Fitness habe sich seit Corona deutlich verschlechtert, sagen das im Spätherbst 2021 nur noch 25 Prozent. 46 Prozent fühlen sich so fit wie immer, 29 Prozent sogar fitter. „Die Jugend hat gelernt, trotz der Corona-Einschränkungen im Alltag auf die Gesundheit zu achten. Pizza und Fertiggerichte wurden aus dem Homeoffice verbannt, ein rückenfreundlicher Bürostuhl angeschafft und nach Online Tutorials Sport gemacht“, sagt die auf den Gesundheitsmarkt spezialisierte Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen. „Alles in allem ist die Generation Z resilienter und gesundheitsbewusster als Generationen vor ihr. Ihre Sicht auf Gesundheitsvorsorge und Krankheit hat sich durch das Corona-Virus nachhaltig verändert und wird sie auch in Zukunft prägen.“

Verantwortung für die eigene Gesundheit

Gesundheitsvorsorge heißt für die 16- bis 29-Jährigen vor allem, ausreichend zu schlafen (49 Prozent). Wichtig ist ihnen auch, bewusst Zeit mit nahestehenden Personen wie Freundinnen und Freunden zu verbringen und Freiräume für Hobbies zu schaffen (42 Prozent), regelmäßig Sport zu treiben (41 Prozent) sowie gesund zu essen (40 Prozent). Der Verzicht auf Alkohol (40 Prozent) spielt ebenfalls eine große Rolle in der Generation Z. Besonders junge Akademikerinnen und Akademiker und junge Menschen in der beruflichen Orientierungsphase verzichten für die Gesundheit auf Alkohol (51/52 Prozent).

„Sie wissen besser als Ältere, was sie für ihre Gesundheit brauchen. Und natürlich ist auch zu wenig Schlaf oder zu viel Alkohol ein Thema, wenn Netflix-Abende oder Partys anstehen“, sagt Mühlhausen. „Gleichzeitig sind die jungen Menschen besonders gut im bewussten Verzicht, etwa auf Alkohol oder auf tierische Produkte. Achtsamkeit hat die Generation Z in der Corona-Krise wie keine andere gelernt“, so die Expertin.

Fit sein für ein selbstbestimmtes Leben

Mit körperlicher Fitness wollen die 16- bis 29-Jährigen vor allem schweren Krankheiten vorbeugen. Hiermit verbinden viele den Verlust der Selbstständigkeit – und das macht Angst: 48 Prozent fürchten, dass sie durch eine Krankheit auf andere angewiesen sein könnten. Vor Schmerzen graut es 40 Prozent.

„Sich nicht selbstständig versorgen zu können, erschreckt viele junge Menschen. Dass sie selbst einmal auf Hilfe anderer angewiesen sein könnten, ist für sie kei-ne schöne Vorstellung“, sagt Zukunftsforscherin Mühlhausen. Vor dem Alter an sich hat hingegen kaum jemand Angst – weder vor dem Verlust der Attraktivität (21 Prozent) noch vor Altersbeschwerden (24 Prozent).

Studienergebnisse der pronova BKK-Studie zum seelischen Zustand der Generation Z finden Sie hier.

Zur Studie

Die Studie „Generation Z & Health – junge Erwachsene und Gesundheit in der Corona-Pandemie“ wurde im Oktober 2021 im Auftrag der pronova BKK durchgeführt. Bundesweit wurden 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 29 Jahren repräsentativ online befragt.

Über die pronova BKK

Die pronova BKK ist aus Zusammenschlüssen der Betriebskrankenkassen namhafter Weltkonzerne wie BASF, Bayer, Continental und Ford entstanden. Bundesweit für alle Interessenten geöffnet, vertrauen der Krankenkasse bereits rund 650.000 Versicherte ihre Gesundheit an. Ob über das rund um die Uhr erreichbare Servicetelefon, per Videoberatung, über die App, via E-Mail, im Chat oder in den 60 Servicecentern vor Ort – die pronova BKK kümmert sich jederzeit um die Anliegen ihrer Kundinnen und Kunden. Weitere Informationen auf pronovabkk.de.

STUDIE: GENERATION Z DURCH CORONA IN SCHLECHTER PSYCHISCHER VERFASSUNG

71 Prozent gehen mit psychischen Problemen offener um als die Generationen vor ihnen

Leverkusen, 9. Dezember 2021 – Mehr als die Hälfte der jungen Deutschen fühlt sich gesund – zumindest körperlich. Insgesamt vergeben sie im Durchschnitt 7,3 von zehn möglichen Punkten für ihre körperliche Fitness. Für die die seelische Verfassung geben sie sich lediglich 6,7 Punkte, nur 40 Prozent beurteilen ihre psychische Gesundheit als gut. 10 Prozent bezeichnen ihren psychischen Zustand sogar als schlecht. Besonders junge Frauen und Mädchen fühlen sich seelisch unter Druck: 44 Prozent von ihnen geht es in der Corona-Krise schlechter als vor der Pandemie. Dies sind Ergebnisse der Studie „Generation Z & Health“ der pronova BKK, für die 1.000 junge Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt wurden.

Die Corona-Krise hinterlässt auch langfristige Narben im Seelenleben der jungen Menschen. Bereits im Frühjahr 2021 hatten 55 Prozent der 16- bis 29-Jährigen in der Vorgängerstudie angegeben, seit Beginn der Pandemie häufiger traurig und depressiv zu sein. 56 Prozent fühlten sich häufig einsam. Schon zu dem Zeitpunkt gingen 80 Prozent davon aus, dass die Krise sie persönlich nachhaltig verändert hat.

Was den jungen Menschen hilft, ist ihr vorbehaltloser Umgang mit dem Thema. 71 Prozent stellen fest, dass sie offener mit psychischen Herausforderungen umgehen als ihre Eltern oder Großeltern. „Rat suchen ist keine Schande – das haben sie gelernt“, sagt die auf den Gesundheitsmarkt spezialisierte Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen. „Als während der Pandemie viele Unternehmungen und Verabredungen wegfielen, haben die jungen Deutschen versucht, diese Lücke in ihrem Leben mit sozialen Medien zu füllen. Dort tauschen sich die 16- bis 29-Jährigen auch über psychische Probleme aus, reden ohne Vorurteile über dieses Thema.“ Schon im Frühjahr hatten 54 Prozent der Generation Z angegeben, dass sie im Freundeskreis viel über ihre Sorgen im Zusammenhang mit Corona sprechen.

Verwandte, Freundeskreis und Therapie helfen der Psyche

Auch die Verwandten sind laut Studie wichtiger geworden. „Familien hat die schwierige Zeit zusammengeschweißt und das Vertrauen gestärkt“, bestätigt Mühlhausen.

Somit sind Partnerin und Partner (38 Prozent), Freundeskreis sowie Eltern (36 Prozent) die ersten Ansprechpartner bei psychischen Problemen. Für immerhin elf Prozent der Abiturienten sind Foren und Ratgeberseiten im Internet Anlaufstellen bei seelischen Beschwerden. Doch auch der Gang zum Psychotherapeuten ist für sieben von zehn jungen Erwachsenen so selbstverständlich wie der Weg zum Hausarzt bei körperlichen Leiden. Einzig lange Wartezeiten auf den Psychotherapie-Termin sehen 77 Prozent aller Befragten und 88 Prozent der Akademiker als großes gesundheitliches Risiko.

Ein ungutes Gefühl bleibt

Die Corona-Krise hat den Alltag grundlegend verändert und neue Unsicherheiten gebracht. All das wirkt sich belastend auf die Psyche aus. So berichtet ein Drittel der Befragten von finanziellen Schwierigkeiten durch Jobverlust oder Kurzarbeit. Das betrifft vor allem junge Eltern: 38 Prozent der unter 30-Jährigen mit Kindern sind finanziell unter Druck.

Im Frühjahr haben die Kontaktbeschränkungen und Homeschooling die jungen Deutschen schwer belastet. Vor den aktuell beschlossenen Einschränkungen freuten sich 43 Prozent besonders auf die Treffen mit Freundinnen und Freunden in größerer Runde und 39 Prozent auf Kino, Restaurant und Clubs. 42 Prozent der Befragten genießen gerade die Zeit mit dem Freundeskreis und sehen darin einen der wichtigsten positiven Einflussfaktoren auf ihre Gesundheit.

„Die Freude ist häufig noch getrübt und wird oft von Ängsten überschattet“, sagt Mühlhausen. „Die jungen Menschen kämpfen mit einem unguten Gefühl in vielen Lebenslagen – bei Menschenansammlungen in Räumen, bei Treffen mit unterschiedlichen Personen , aber auch wenn sie sich zurückziehen und eben nicht überall wieder mitmachen.“ Jeder Dritte hat in einem vollen Restaurant Beklemmungen. Gleich viele belastet die Unsicherheit über geltende Regelungen. 28 Prozent fürchten sich weiterhin vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus.

Zur Studie

Die Studie „Generation Z & Health – junge Erwachsene und Gesundheit in der Corona-Pandemie“ wurde im Oktober 2021 im Auftrag der pronova BKK durchgeführt. Bundesweit wurden 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 29 Jahren repräsentativ online befragt.

Über die pronova BKK

Die pronova BKK ist aus Zusammenschlüssen der Betriebskrankenkassen namhafter Weltkonzerne wie BASF, Bayer, Continental und Ford entstanden. Bundesweit für alle Interessenten geöffnet, vertrauen der Krankenkasse bereits rund 650.000 Versicherte ihre Gesundheit an. Ob über das rund um die Uhr erreichbare Servicetelefon, per Videoberatung, über die App, via E-Mail, im Chat oder in den 60 Servicecentern vor Ort – die pronova BKK kümmert sich jederzeit um die Anliegen ihrer Kundinnen und Kunden. Weitere Informationen auf pronovabkk.de.

UMFRAGE: 16- BIS 29-JÄHRIGE FORDERN CORONA-IMPFPFLICHT

Ungeimpfte Jugendliche sollen trotzdem nicht ausgegrenzt werden

Leverkusen, 24. November 2021 – Junge Menschen in Deutschland sind angesichts der Corona-Pandemie zerrissen: Einerseits lehnen sie Druck und Ausgrenzung ab, andererseits sehen sie die Impfpflicht als notwendige Maßnahme. Rund sieben von zehn jungen Menschen der Generation Z stimmen für eine Corona-Impfpflicht für alle Erwachsenen. Ebenso viele unterstützen die Vorschrift zur Immunisierung nur für bestimmte Berufsgruppen wie Pflegepersonal oder Lehrkräfte. Eine Mehrheit ist zudem für verpflichtende Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren (61 Prozent) – also auch für die eigene Altersgruppe. Gleichzeitig wehren sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegen Ausgrenzung wegen des Impfstatus oder der Haltung dazu. Dies sind Ergebnisse der Studie „Generation Z & Health“ der pronova BKK, für die 1.000 junge Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt wurden.

70 Prozent der jungen Deutschen sprechen sich für eine Impfpflicht bei Erwachsenen etwa in Pflegeberufen sowie bei Erzieherinnen und Erziehern aus. Die jungen Deutschen verordnen auch sich selbst eine verpflichtende Corona-Immunisierung: 63 Prozent der 16- bis 19-Jährigen sind für eine Impfpflicht in ihrer eigenen Altersgruppe, also für Heranwachsende im Alter von 12 bis 18 Jahren.

Bei jüngeren Kindern sind auch die 16- bis 29-Jährigen zwiegespalten: Jeder Zweite hält nichts von der Spritze für Kinder unter fünf Jahren und 44 Prozent nicht für Fünf- bis Elfjährige. Ihnen gegenüber stehen jedoch 43 Prozent, die Impfungen auch für diese Altersklasse befürworten, die Hälfte davon sogar unabhängig von einer Stiko-Empfehlung.

Ausgrenzung Ungeimpfter wird abgelehnt

Ausgrenzung fürchten die 16- bis 29-Jährigen am meisten. Auch wenn sie mehrheitlich für eine Impfpflicht sogar in ihrer Generation stimmen, fordern sie gleichzeitig mehr Toleranz gegenüber Ungeimpften. 69 Prozent der Befragten meinen, dass die Politik Jugendliche, die nicht geimpft sind, obwohl sie es könnten, nicht vom gesellschaftlichen und sozialen Leben ausschließen darf. Bei den jungen Eltern zwischen 16 und 29 Jahren sagen das sogar 75 Prozent. Diese Haltung entspricht dem Votum der Stiko vom August 2021, die sich für eine Impfempfehlung, aber gegen eine Ausgrenzung nicht-geimpfter Jugendlicher ausgesprochen hatte.

Gleichzeitig fühlen sich 35 Prozent der Generation Z bereits ohne gesetzliche Pflicht unter Impf-Druck von der Politik. Unter den Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern empfinden 47 Prozent so. „Die jungen Menschen können keine weiteren Einschränkungen mehr ertragen. Sie mussten oft Verantwortung für die älteren Generationen übernehmen und haben eine große Last in der Pandemie getragen“, sagt die auf den Gesundheitsmarkt spezialisierte Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen.

Die Angst vor Ansteckung ist in der Altersklasse nicht oder nicht mehr so stark verbreitet. 73 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben kein Problem, Ungeimpfte im Innenbereich zu treffen, im Schnitt sind es 68 Prozent.

„Die Generation Z hat ein viel stärkeres Gerechtigkeitsgefühl als ältere Generationen. Sie wollen keine Mitschüler ausgrenzen, weil die sich nicht impfen lassen oder keine Maske tragen, gleichzeitig wird deren Rolle als unsozial empfunden. Ein schwerer Zwiespalt zwischen Freiheit und Sicherheit, den diese Generation besonders stark erlebt“, ergänzt Mühlhausen.

Impfdiskussion spaltet die Gesellschaft

Nicht nur innerhalb der Generation Z sind die Meinungen zum Impfen verschieden, das Thema halten die jungen Deutschen für so kontrovers, dass 73 Prozent der Befragten eine Spaltung der Gesellschaft befürchten. Das erleben die 16- bis 29-Jährigen auch im direkten Umfeld: Jeder Zweite wurde schon im Familien- oder Freundeskreis wegen seiner Haltung zum Impfen ausgegrenzt oder auf persönlicher Ebene angegriffen. Das haben vor allem junge Eltern (60 Prozent) und Alleinerziehende (66 Prozent) erlebt.

„Die 16- bis 29-Jährigen merken, wie schwer es ist, das Thema sachlich zu diskutieren. Das liegt vor allem an der großen Verunsicherung über die richtige Strategie“, hält Corinna Mühlhausen fest. „Weder Eltern noch Politiker oder Mediziner scheinen einen Durchblick zu haben. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommen mit dem Informations-Overload und verkürzten Darstellungen in sozialen Medien zu Corona nicht klar.“ 67 Prozent vermissen einen Dialog in Politik und Gesellschaft über den richtigen Weg zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. 70 Prozent meinen, die Menschen müssten besser informiert werden, um die Impfquote zu erhöhen, ebenso sollte es mehr unkomplizierte Impfangebote geben.

Zur Studie

Die Studie „Generation Z & Health – junge Erwachsene und Gesundheit in der Corona-Pandemie“ wurde im Oktober 2021 im Auftrag der pronova BKK durchgeführt. Bundesweit wurden 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 29 Jahren repräsentativ online befragt.

Über die pronova BKK

Die pronova BKK ist aus Zusammenschlüssen der Betriebskrankenkassen namhafter Weltkonzerne wie BASF, Bayer, Continental und Ford entstanden. Bundesweit für alle Interessenten geöffnet, vertrauen der Krankenkasse bereits rund 650.000 Versicherte ihre Gesundheit an. Ob über das rund um die Uhr erreichbare Servicetelefon, per Videoberatung, über die App, via E-Mail, im Chat oder in den 60 Servicecentern vor Ort – die pronova BKK kümmert sich jederzeit um die Anliegen ihrer Kundinnen und Kunden. Weitere Informationen auf pronovabkk.de.

UMFRAGE: GENERATION Z VERLANGT SOLIDARITÄT

Unter 30-Jährige klagen, die Hauptlast der Pandemie aufgebürdet zu bekommen

Leverkusen, 6. Dezember 2021 – Die Jugend wurde in den bisherigen Corona-Wellen dazu angehalten, mit den stärker gefährdeten Senioren solidarisch zu sein. Diese Solidarität haben sie auch gezeigt, sagen 74 Prozent der 16- bis 29-Jährigen. Umgekehrt wird ihnen diese Solidarität nicht zuteil, bemängeln jüngeren Deutschen: 63 Prozent sagen, sie hätten die Solidarität der Älteren mit den Jüngeren vermisst. Dies sind Ergebnisse der Studie „Generation Z & Health“ der pronova BKK, für die 1.000 junge Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt wurden.

Nach eigener Einschätzung haben sie viel gegeben und kaum etwas erhalten. Denn den 16- bis 29-Jährigen wurde in der Corona-Krise einiges abverlangt, sie litten stark unter Kontaktverboten und Homeschooling. 94 Prozent der jungen Deutschen belastet die Corona-Krise, ganz besonders die jungen Eltern. Für 68 Prozent der Generation Z liegt auf der Hand: Kinder und Jugendliche haben die Hauptlast der Pandemie und der Lockdown-Maßnahmen tragen müssen.

„Einen weiteren Lockdown würden die unter 30-Jährigen nicht mehr mittragen, nachdem gerade von ihnen monatelang Solidarität gefordert wurde“, sagt die auf den Gesundheitsmarkt spezialisierte Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen, „sie fordern mittlerweile auch ihr Recht auf Bildung stärker ein als frühere Generationen.“

Enttäuscht von der Politik

Die jüngere Generation fühlt sich in der Corona-Krise zurückgesetzt, wie die Befragung belegt. Von der Politik gesehen und wertgeschätzt? Diesen Eindruck haben die wenigsten. Im Verlauf der Pandemie hat die Politik die Jugend nicht zurückgewinnen können. Schon in der Vorgängerstudie im Frühjahr 2021 hatten 65 Prozent der 16- bis 29-Jährigen angegeben, sie hätten das Gefühl, von der Politik nicht ernst genommen zu werden. Besonders junge Frauen fühlen sich laut der aktuellen Befragung vergessen: 69 Prozent vermissen die Wertschätzung der Politik, unter den jungen Männern sind es 59 Prozent. 64 Prozent aller unter 30-Jährigen empfinden zudem viele Aussagen von Politikerinnen und Politikern als Angstmacherei.

„Die jungen Menschen fühlen sich verhöhnt“, sagt Zukunftsforscherin Mühlhausen. „Aus ihrer Sicht übernimmt niemand Verantwortung für ihre Zukunft und keiner kann ihnen den Durchblick durch das Pandemie-Chaos geben. Sie fordern von Fachleuten und Politik klare Aussagen.“

Schlechte Noten für Regierung, Gesundheitsämter und Schulen

Geht es um das Agieren in der Pandemie, bekommt die Bundesregierung von allen Institutionen das schlechteste Urteil. Nur 20 Prozent der jungen Bürgerinnen und Bürger geben den Regierenden die Schulnote 1 oder 2. Zum Vergleich: das Krankenhauspersonal erhält von 55 Prozent diese guten Noten. 30 Prozent geben Politikerinnen und Politikern ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“.

Mit einer Durchschnittsnote von 2,4 schätzt die Generation Z die Rolle der Ärztinnen und Ärzte, genauso wie die der Mitarbeitenden im Krankenhaus sowie der Angestellten in Pflegeheimen am besten ein. Darauf folgen die Hausärzte und Kliniken mit einer 2,5. Auch Arbeitgeber haben sich nach Ansicht der jungen Menschen recht gut geschlagen in der Pandemie, sie werden von jedem Zweiten mit den Höchstnoten bewertet (Note 2,7).

Am unteren Ende der Rangliste stehen neben der Bundesregierung (Durchschnittnote 3,7) auch die jeweiligen Landesregierungen (3,5). Von den Gesundheitsämtern sowie von Schulen und Kitas (beide Note 3,2) sind die 16- bis 29-Jährigen ebenfalls in der Pandemie enttäuscht. „Der Kardinalfehler war aus Sicht der jungen Deutschen die verschlafene Digitalisierung in Deutschland“, erklärt Mühlhausen. „Eine Generation, die sich offen austauscht und digital vernetzt ist, versteht nicht, warum Schulen oder auch das Gesundheitssystem noch vor allem analog ablaufen. Weder Homeschooling noch die Corona-Warnapp haben zuverlässig funktioniert. Viele Eindämmungsmaßnahmen verliefen schleppend, weil es keine digitalen Verfahren gab. Erklären Sie mal der Generation Z, dass die Nachverfolgung der Kontakte mühsam per Telefon erfolgen muss.“

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Die Studie „Generation Z & Health – junge Erwachsene und Gesundheit in der Corona-Pandemie“ wurde im Oktober 2021 im Auftrag der pronova BKK durchgeführt. Bundesweit wurden 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 29 Jahren repräsentativ online befragt.

Über die pronova BKK

Die pronova BKK ist aus Zusammenschlüssen der Betriebskrankenkassen namhafter Weltkonzerne wie BASF, Bayer, Continental und Ford entstanden. Bundesweit für alle Interessenten geöffnet, vertrauen der Krankenkasse bereits rund 650.000 Versicherte ihre Gesundheit an. Ob über das rund um die Uhr erreichbare Servicetelefon, per Videoberatung, über die App, via E-Mail, im Chat oder in den 60 Servicecentern vor Ort – die pronova BKK kümmert sich jederzeit um die Anliegen ihrer Kundinnen und Kunden. Weitere Informationen auf pronovabkk.de.

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Pressekontakt pronova BKK

Nina Remor
pronova BKK
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51373 Leverkusen
Tel.: 0214 32296-2305
E-Mail: presse@pronovabkk.de

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