Schwangerschaftsverlauf: Die Trimester im Überblick

Eine Schwangerschaft ist eine Reise voller Wunder, aber auch voller Fragen. Um dir einen Überblick über den Schwangerschaftsverlauf zu geben, haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.
Eine Schwangerschaft ist eine Reise voller Wunder, aber auch voller Fragen. Um dir einen Überblick über den Schwangerschaftsverlauf zu geben, haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.

Wie lange dauert eine Schwanger­schaft?

Eine Schwangerschaft dauert durchschnittlich 40 Wochen. Das sind insgesamt 280 Tage und 10 Monate á 28 Tage (Mondmonate). Schwangerschaftsbeginn ist bei dieser Zählweise immer der 1. Tag der letzten Periode.

Zur besseren Orientierung werden die Schwangerschaftswochen (SSW) in 3 Trimester eingeteilt:

  • 1. Trimester: SSW 1-12
  • 2. Trimester: SSW 13-27
  • 3. Trimester: SSW 28-40

Wichtig zu wissen: Bei dieser Zählweise ist man in den ersten 3 SSW noch gar nicht schwanger, da es noch keine befruchtete und eingenistete Eizelle gibt.

Warum ist eine Einteilung in Trimester und Wochen sinnvoll?

Die Einteilung einer Schwangerschaft in Trimester und Schwangerschaftswochen (SSW) ist wichtig, um die Schwangerschaft gut begleiten und planen zu können.

Das Wissen über die genaue SSW hilft einerseits dir, die Entwicklung deines Babys Schritt für Schritt nachzu­vollziehen und zu verstehen, welche Veränderungen in deinem Körper gerade stattfinden. Andererseits ist der Überblick über den Schwangerschaftsverlauf wichtig für eine gute medizinische Betreuung.

Viele Vorsorgeuntersuchungen, Ultraschalltermine und spezielle Tests werden in bestimmten Zeitfenstern der Schwangerschaft durchgeführt. Nur wenn deine Ärzt*innen und deine Hebamme deine aktuelle SSW kennen, können sie den Schwangerschaftsverlauf und die Entwicklungen deines Babys besser beurteilen. Die Einteilung in Trimester hilft auch, Beschwerden oder ungewöhnliche Symptome richtig einzuschätzen und gegebenenfalls die passende Behandlung einzuleiten.

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Was passiert im 1. Trimester?

Das 1. Trimester ist oft eine emotionale und körperliche Achterbahnfahrt.

Was in deinem Körper passiert

Dein Körper leistet bereits in den ersten Tagen Höchstarbeit: Deine Hormone stellen sich um und auf die Schwangerschaft ein, deine Brüste spannen, dir ist übel, du bist müde und deine Gefühle können sich schlagartig ändern. Das ist alles komplett normal – und es ist auch normal, wenn du diese Symptome nicht erlebst. Achte in dieser vulnerablen Zeit einfach auf dich und deinen Körper und sprich mit vertrauten Personen, wenn es dir nicht gut geht.

So entwickelt sich dein Baby

  • SSW 4: Die Schwangerschaft beginnt mit der Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. In deinem Körper wächst nun ein kleiner Mensch heran.
  • SSW 6: Das Herz deines Embryos beginnt zu schlagen.
  • SSW 12 (Ende 1. Trimester): Dein Baby ist inzwischen ein Fötus, durchschnittlich 5,5 cm groß und wiegt rund 58 g. Die Organe sind bereits vollständig angelegt.

Vorsorge und Untersuchungen

  • SSW 6–8 (ca.): Deine Erstuntersuchung in einer gynäkologischen Fachpraxis zur Bestätigung der Schwangerschaft steht an. Hier bekommst du deinen Mutterpass ausgestellt, der dich durch die ganze Schwangerschaft begleitet und alle wichtigen Informationen und Untersuchungen enthält.
  • SSW 9–12: Deine nächste Vorsorgeuntersuchung und dein 1. Ultraschall stehen an. Insgesamt sind 3 Ultraschall-Termine in den rund 40 Wochen Schwangerschaft vorgesehen.

Gut zu wissen: Ernährung

Achte bereits in dieser frühen Phase darauf, dich abwechslungsreich und vollwertig zu ernähren:

  • Der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen steigt bei Schwangeren an – besonders an Folsäure, Eisen, Jod und Omega-3-Fettsäuren.
  • Bei vegetarischer oder veganer Ernährung solltest du dich über deinen individuellen Nährstoffbedarf gut informieren und ihn gegebenenfalls mit Nahrungsergänzungsmitteln unterstützen.
  • Verzichte auf bestimmte Lebensmittel, wie rohe Tierprodukte (u. a. Rohmilchkäse, Mett, Salami, roher Schinken, roher Fisch) und ungewaschenes Obst und Gemüse. Sie könnten Krankheitserreger wie Listerien oder Toxoplasmose übertragen.
  • Alkohol, Nikotin, andere Drogen und sogar manche Medikamente sind in dieser Zeit und der gesamten Schwangerschaft tabu.

FAQ zum 1. Trimester (SSW 1-12)

Sofern du keine Beschwerden hast, plane den Besuch bei deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt innerhalb der nächsten 14 Tage nach Schwangerschaftstest ein. Warum nicht sofort? Viele Gynäkolog*innen legen den 1. Vorsorgetermin bewusst auf den Zeitraum zwischen der 6. und 8. SSW.

Wenn du vorher gehst, kann deine Ärztin bzw. dein Arzt in der Regel im Ultraschall weder Fruchthöhle, Embryo noch Herzschlag erkennen.

Wichtig: Falls du Beschwerden, wie Blutungen, starke Unterleibsschmerzen, Kreislaufprobleme oder Vorerkrankungen hast, kontaktiere bitte frühzeitig deine Frauenarztpraxis.

Unangenehm, aber die Schwangerschaftsübelkeit gehört bei 80 % der Schwangeren dazu – mehr oder weniger stark ausgeprägt. Viele Frauen spüren die Übelkeit schon kurz nach Ausbleiben der Periode. Statistisch ist sie zwischen der 9. und 16. SSW am stärksten. Expert*innen vermuten, dass die Übelkeit durch das Schwangerschaftshormon hcG (humanes Chorion Gonodotropin) verursacht wird. Dieses erreicht zwischen der 8.–12. SSW seinen Höhepunkt. Danach nimmt es wieder ab. Bei den meisten Schwangeren hört die Übelkeit bis zur 22. SSW auf.

Die Müdigkeit im 1. Trimester hängt mit dem stark steigenden Progesteronspiegel zusammen. Denn Progesteron hat einen beruhigenden Effekt und wirkt wie ein natürliches Schlafmittel. Vor allem zwischen der 5. und 10. SSW fühlen sich viele Frauen daher extrem müde. Nach den ersten 12 Wochen fühlst du dich meist wieder fitter.

In vielen Fällen sind Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft erstmal kein Grund zur Sorge. In der Frühschwangerschaft können sie beispielsweise bei der Einnistung auftreten, teils auch verbunden mit einer leichten Blutung – meist um den 19. Zyklustag herum.

Der sogenannte Dehnungsschmerz kann ab der 8. SSW auftreten. Dann reagieren die „Mutterbänder“ (das Bindegewebe), um die Gebärmutter in optimaler Position zu halten.

Der Herzschlag ist häufig bereits ab SSW 6 nachweisbar. Das 1. Mal siehst du ihn beim 1. Basis-Ultraschall rund um die 10. Schwangerschaftswoche.

Mach dich möglichst früh auf die Suche nach einer Hebamme, am besten, sobald du weißt, dass du schwanger bist. Denn die Nachfrage ist hoch, und es gibt – zumindest in manchen Regionen – immer weniger Hebammen.

Wir unterstützen dich, die richtige Hebamme zu finden. Ergänzend kannst du die Hebammen-Sprechstunde und weitere Angebote unserer digitalen Schwangerschaftsbegleitung über die Keleya-App nutzen.

Folsäure ist insbesondere in den ersten Schwangerschaftswochen wichtig – es wird zur Bildung des kindlichen Gehirns und des Rückenmarks benötigt. Frauen mit Kinderwunsch nehmen am besten bereits vor der Schwangerschaft Folsäure ein und spätestens mit Eintritt der Schwangerschaft sollte supplementiert werden.

Das Netzwerk Gesund ins Leben (angesiedelt im Bundeszentrum für Ernährung) rät Schwangeren, die sich vegan ernähren, Supplemente einzunehmen, um einen Nährstoffmangel und mögliche Entwicklungsschäden beim ungeborenen Kind vorzubeugen. Neben einer ausgewogenen und vielfältigen Lebensmittelauswahl sollten Schwangere (wenn möglich bereits vor Empfängnis) auf die Versorgung mit Jod, Folsäure, Omega-3-Fettsäuren (DHA) als auch Vitamin B12 achten. Auch die Supplementierung mit Eisen, Zink und Kalzium kann bei einer rein pflanzlichen Ernährungsweise nötig sein.

Bei veganer Ernährung in der Schwangerschaft solltest du also unbedingt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sprechen und dich ernährungswissenschaftliche beraten lassen, damit es zu keinem Nährstoffmangel kommt.

Ja, darfst du. Denn Bewegung und Sport tun dir auch in der Schwangerschaft gut und können Rückenschmerzen und Kreislaufproblemen vorbeugen. Ideale Sportarten sind z. B. Schwimmen, sanfte Gymnastik, Walken oder Radfahren. Übrigens: Stundenlanges Sitzen ist für Schwangere nicht gut, denn das steigert das Thrombose-Risiko.

Wichtig ist, dass du dich beim Sport nicht überanstrengst. Aber klar: falls du vor der Schwangerschaft schon viel Sport gemacht hast und trainiert bist, dann kannst du auch schwanger intensiveren Sport betreiben.

Achtung: Wenn du kurzatmig wirst oder Schmerzen hast, dann lege eine Pause beim Sport ein. Besondere Vorsicht gilt für Risikoschwangere: Diese sollten Sport nur in Rücksprache mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt treiben.

Die wachsende Gebärmutter drückt leicht auf die Blasem und die Nieren arbeiten intensiver. Trinke trotzdem regelmäßig – am besten Wasser und ungesüßten Tee.

Jede SSW im Blick

Mit unserem Schwangerschaftskalender begleiten wir dich durch jede Woche deiner Schwangerschaft. Erfahre, wie sich dein Körper verändert, was dein Baby erlebt und welche Tipps zu Ernährung, Bewegung und Vorsorge euch helfen, gesund durch die nächsten Monate zu kommen.

Welche Veränderungen prägen das 2. Trimester?

Für viele werdende Mütter ist das 2. Trimester die angenehmste Phase der Schwangerschaft.

Was in deinem Körper passiert

  • Dein Bauch wird sichtbar.
  • Bald spürst du die ersten Bewegungen deines Babys (rund um SSW 20) – oft wie ein leichtes Flattern oder Blubbern.
  • Du merkst wahrscheinlich deutlich, wie aktiv dein Baby ist, wie es sich dreht, boxt und tritt.

So entwickelt sich dein Baby

  • Ab SSW 16: Dein Baby kann bereits Geräusche aus seiner direkten Umgebung wahrnehmen – das Rauschen deines Blutes, Musik und Stimmen.
  • Ab SSW 19: Die Geschmacksknospen sind voll ausgereift und dein Baby kann schon zwischen sauer, salzig, süß und bitter unterscheiden.
  • SSW 27 (Ende 2. Trimester): Dein Baby wiegt durchschnittlich 1.039 g und ist ca. 34,3 cm groß. Noch hat es Platz, um sich zu drehen. In den letzten Wochen der Schwangerschaft bewegt es sich nach und nach in seine endgültige Geburtsposition.

Vorsorge und Untersuchungen

  • Ab SSW 19: Beim 2. großen Ultraschall lässt sich mit großer Sicherheit das Geschlecht deines Babys erkennen. Bei diesem Screening wird die körperliche Entwicklung deines Babys genau untersucht; bei Auffälligkeiten wirst du an Spezialisten für Pränataldiagnostik weitergeleitet.
  • Ab SSW 25: Der Glukosetoleranztest (Schwangerschaftsdiabetes) wird im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge gemacht.

Gut zu wissen: Gewichtszunahme

Eine Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist normal und auch gut, um deinem Körper eine Reserve für die Geburt und Stillzeit zu geben.

  • Eine Zunahme von 4,5–7 kg im Laufe des 1. und 2. Trimesters gelten als guter Durchschnitt.
  • Eine angemessene Gewichtszunahme über die gesamte Schwangerschaft liegt für normalgewichtige Frauen etwa zwischen 10 und 16 kg.

FAQ zum 2. Trimester (SSW 13-27)

Die meisten Schwangeren spüren die 1. Kindsbewegungen zwischen der 20. und 21. SSW. Bei einer 2. Schwangerschaft oft schon ab der 17. SSW, da die Gebärmuttermuskulatur sensibler ist. Anfangs fühlt es sich wie ein Flattern, Blubbern oder Kitzeln an.

Frauen mit Vorderwandplazenta spüren die Kindsbewegungen etwas später und weniger intensiv. Hierbei liegt der Mutterkuchen auf der Vorderseite der Gebärmutter, hinter der Bauchwand. Aber keine Sorge, ein Risiko für dich oder dein Kind bedeutet das nicht.

Der 2. Basis-Ultraschall findet als Teil der Vorsorge zwischen der 19. und 22. SSW statt. Deine Ärztin bzw. dein Arzt untersucht:

Kopf, Bauch und Oberschenkelknochen zur Beurteilung von Größe, Gewicht und Entwicklung deines Babys

  • Lage der Plazenta (eine tiefsitzende Plazenta – Plazenta praevia – kann den Geburtskanal teilweise oder vollständig bedecken)
  • Lebenswichtige Organe (u. a. Gehirn, Herz, Magen, Blase, um Fehlbildungen auszuschließen)

Der Ultraschall wird in 2a- und 2b-Ultraschall unterschieden: Der 2b-Ultraschall, auch erweiterter Ultraschall genannt, der die kindlichen Organe untersucht, ist für die Mutter optional, gehört aber zur Standardvorsorge. Übrigens: Diese Untersuchung ist nicht mit einer tiefergehenden Feindiagnostik in entsprechenden ärztlichen Praxen zu verwechseln.

Empfohlen wird, zwischen der 24. und 30. SSW mit dem Geburtsvorbereitungskurs zu beginnen. So bleibt genügend Zeit, um sich auf die Geburt einzustellen und das Gelernte zu üben. Da Geburtsvorbereitungskurse schnell ausgebucht sein können, solltest du dich rechtzeitig um einen Platz kümmern.

Als deine Krankenkasse übernehmen wir für dich als Schwangere die Kosten für 14 h Geburtsvorbereitung. Wichtig ist, dass der Kurs von zugelassenen Expert*innen durchgeführt und mit uns direkt abgerechnet werden kann.

Wenn deine Begleitperson auch bei der Pronova BKK versichert ist, beteiligen wir uns gerne an ihren Kosten für den Kurs. Der Zuschuss beträgt 50 % des Rechnungsbetrags und max. 100 € je Schwangerschaft.

Der Test auf Schwangerschaftsdiabetes oder auch Glukosetoleranztest wird zwischen der 25. und 28. SSW durchgeführt, i. d. R. in 2 Teilen:

  • Vortest: Der sogenannte „kleine Zuckerbelastungstest“ gibt eine Tendenz. Ist hier der Wert erhöht, wird deine Ärztin oder dein Arzt den eigentlichen Diagnosetest empfehlen.
  • Diagnosetest: Der Test wird eingesetzt, um den im vorab gestellten Verdacht zu überprüfen und eine mögliche Diagnose auf Schwangerschaftsdiabetes zu stellen.

Das biologische Geschlecht wird von Anfang an, also mit der Befruchtung der Eizelle, bestimmt. In der 12. SSW sind die äußeren Geschlechtsmerkmale so weit ausgebildet, dass deine Ärztin oder dein Arzt sie theoretisch sehen kann.

Im 4. Monat, ab der 14. SSW, steigt die Wahrscheinlichkeit, das Geschlecht eindeutig zu erkennen.

Um die 20. SSW (6. Monat) steht der 2. Basis-Ultraschall an. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wahrscheinlichkeit noch größer, dass das Geschlecht deines Kindes zu erkennen ist. 100 % sicher ist die Aussage aber dennoch nicht.

„Für 2 essen“ solltest du trotz der Redensart nicht: Der Energiebedarf einer Schwangeren ist nur minimal höher. Mit unserem Kalorienrechner kannst du ihn ganz leicht ausrechnen.

Die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, dass Schwangere erst in den letzten Monaten der Schwangerschaft ihre Energiezufuhr geringfügig steigern – bis zu ca. 10 %.

Richtwerte sind (bei gleichbleibender körperlicher Aktivität wie vor der Schwangerschaft):

  • Im 2. Trimester: eine zusätzliche Energiezufuhr von 250 kcal/Tag
  • Im 3. Trimester: eine zusätzliche Energiezufuhr von 500 kcal/Tag

Übrigens gilt Qualität statt Quantität: Die DGE rät, den Mehrbedarf an Kalorien durch den Verzehr von Lebensmitteln mit einer hohen Nährstoffdichte zu decken: Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukten.

Das 2 Trimester (13.–27. SSW) gilt als idealer Zeitpunkt für Reisen in der Schwangerschaft. Die anfängliche Übelkeit ist meist abgeklungen, das Energielevel ist hoch und der Bauch schränkt dich noch nicht so stark ein wie in den letzten Schwangerschaftswochen. Dennoch solltest du vorab immer mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme sprechen.

Nein, Sex in der Schwangerschaft schadet nicht. Manchmal raten Ärzt*innen oder Hebammen vor dem Entbindungstermin sogar zu Sex, da dies wehenfördernd ist. Es zählt hier, wie du dich fühlst. Getreu dem Motto: „Alles kann, nichts muss.“

Wadenkrämpfe treten ca. ab der 20. SSW auf und verstärken sich oft im 3. Trimester nochmal, v. a. nachts. Ursachen sind z. B. Magnesiummangel, ein veränderter Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt, Überbelastung, aber auch Bewegungsmangel.

Wichtig: Wenn du unter Wadenkrämpfen leidest oder Schwellungen bemerkst, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt oder deiner Hebamme. In der Regel sind die Ursachen harmlos. Da Schwangere ein erhöhtes Risiko für Thrombosen haben, gehe bitte auf Nummer sicher.

Schwangerschaftshormone wie Progesteron sorgen u. a. dafür, dass Muskeln, Sehnen und Bänder weicher werden, damit das heranwachsende Baby Platz im Bauch hat. Gewebe, das eigentlich festbleiben sollte, kann sich dadurch ebenfalls lockern. Wenn der Muskelring zwischen Magen und Speiseröhre betroffen ist und er sich nicht mehr gut schließt, kann Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen, was als Sodbrennen bekannt ist. Zusätzlich erhöht die Gebärmutter mit dem immer größer werdenden Baby den Druck auf die inneren Organe und den Magen.

Tipp: Iss lieber mehrere kleine Mahlzeiten als wenige große. Und versuche, fettige, stark gewürzte oder saure Lebensmittel zu reduzieren. Sie können das Sodbrennen verschlimmern.

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Vertraute Unterstützung, wenn es losgeht

Deine Hebamme an deiner Seite: Mit der Rufbereitschaft steht deine Hebamme in den letzten Wochen vor der Entbindung jederzeit bereit für die Geburt. Und weil wir wissen, wie wertvoll dies sein kann, unterstützen wir diese Hebammen-Extraleistung mit bis zu 250 €.

Was erwartet mich im 3. Trimester?

Im 3. Trimester rückt die Geburt spürbar näher – die letzte und für viele auch aufregendste Etappe der Schwangerschaft.

Was in deinem Körper passiert

Mit wachsendem Baby wächst auch der Druck auf deine inneren Organe wie Lunge, Magen, Leber, Blase und Darm. Es können u. a. diese Beschwerden auftreten:

Auch erste Übungswehen machen sich in diesen Wochen bemerkbar und zeigen, dass sich dein Körper auf die Geburt einstellt.

So entwickelt sich dein Baby

  • Dein Baby legt weiter kräftig an Größe und Gewicht zu und trainiert seine Atmung. Es schluckt immer wieder Fruchtwasser, was zu Schluckauf führen kann, den du als kleines Zucken wahrnehmen kannst.
  • Idealerweise dreht sich dein Kind gegen Ende der Schwangerschaft in Schädellage – zeigt also mit dem Kopf nach unten.
  • SSW 28–33: Sollte dein Baby bereits jetzt als Frühchen zur Welt kommen, hat es dank des medizinischen Fortschritts gute Überlebenschancen. Alle Babys, die zwischen der 37. und 42. SSW geboren werden, gelten übrigens als „termingerecht“. Nur 3-5 % der Kinder kommen am errechneten Geburtstermin (ET) zur Welt
  • SSW 40: Ein Baby wiegt kurz vor der Geburt durchschnittlich 3.617 g und ist etwa 51 cm groß.

Vorsorge und Untersuchungen

  • SSW 29–32: Der 3. Ultraschall wird gemacht. Geprüft werden die Entwicklung deines Babys, seine Lage in der Gebärmutter, sein Herzschlag, die Lage der Plazenta und die Fruchtwassermenge. Basierend darauf werden der weitere Schwangerschaftsverlauf und die Geburt geplant.
  • Ab SSW 32: Die Vorsorgeuntersuchungen finden nun alle 2 Wochen statt.

Gut zu wissen: Vorbereitung

Nutze die letzten Wochen bis zur Geburt, um zur Ruhe zu kommen, die Kliniktasche zu packen und dich mental auf den großen Tag vorzubereiten. Denk dabei auch an organisatorische Dinge wie Kindergeld, Elterngeld und die Beantragung von Mutterschaftsgeld bei deiner Krankenkasse. Der Mutterschutz beginnt mit der 34. SSW (6 Wochen vor dem Entbindungstermin).

FAQ zum 3. Trimester (SSW 28-40)

Im letzten Schwangerschaftsdrittel verändert sich dein Körper spürbar, und die meisten Beschwerden sind normal. Bei bestimmten Anzeichen solltest du dich aber zeitnah an deine Frauenarztpraxis, deine Hebamme oder direkt an deine Klinik wenden:

  • Vaginale Blutungen, ungewöhnlicher Ausfluss oder Fruchtwasserabgang
  • Regelmäßige, schmerzhafte Wehen vor der vollendeten 37. SSW (Vorzeitige Wehen)
  • Deutlich verringerte oder ausbleibende Kindsbewegungen
  • Starke, anhaltende oder ungewohnte Kopfschmerzen sowie Sehstörungen wie z. B. Augenflimmern
  • Plötzliche, ausgeprägte Schwellungen an Händen, Füßen oder im Gesicht
  • Herzrasen, Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb
  • Fieber, Schüttelfrost oder andere Infektionszeichen
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen sowie spürbar verringerte Urinmenge

Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel abklären lassen, als zu wenig.

Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen) spürst du als unregelmäßige Verhärtungen deines Bauches, die meist nicht wehtun.

Typisch ist:

  • Sie kommen und gehen in unregelmäßigem Abstand.
  • Wärme oder Hinlegen bringt meist Erleichterung – denn: wenn die Beschwerden nachlassen, sind es sehr wahrscheinlich Übungswehen.
  • Sie treten häufig ab der 34. SSW auf und trainieren deine Gebärmutter, ohne dabei den Muttermund zu öffnen oder die Geburt einzuleiten.

Echte Geburtswehen erkennst du vor allem daran, wie sie sich über mehrere Stunden entwickeln. Zu Beginn treten sie noch unregelmäßig auf, werden dann aber zunehmend rhythmischer und kräftiger:

  • Anfangs etwa alle 10-15 min
  • Dann alle 2-5 min
  • Dauer pro Wehe ca. 1 min

Geburtswehen lassen sich weder durch Ausruhen noch durch Bewegung stoppen und sind ein Startsignal für die Geburt. Viele Frauen beschreiben das Gefühl als intensive Unterleibsschmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlen, so wie du es vielleicht von sehr starken Regelschmerzen kennst.

Wichtig: Falls Wehen vor Vollendung der 37. SSW auftreten, sind sie vorzeitig. Wende dich in diesem Fall bitte unbedingt an deine Hebamme, deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt.

Senkwehen, auch Vorwehen genannt, können etwa ab 4 Wochen vor der Geburt auftreten. Sie zeigen, dass sich dein Körper auf die Geburt vorbereitet und helfen, dass sich das Baby tiefer in dein Becken absenkt. Wie intensiv du Senkwehen wahrnimmst, ist individuell ganz verschieden. Manche Frauen spüren sie auch gar nicht. Wärme kann auf jeden Fall guttun.

Übrigens: Manchmal schreibt deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt ein CTG. In diesem ist deine Wehentätigkeit erkennbar. So kann deine Frauenärztin bzw. dein Frauenarzt die Situation besser einschätzen und entsprechend reagieren:

  • Handelt es sich um Senkwehen, kannst du entspannt nach Hause gehen, der Geburtsprozess ist noch nicht eingeleitet. Denn Senkwehen haben nichts mit echten Geburtswehen zu tun.
  • Handelt es sich um Geburtswehen, bedeutet dies, dass der Geburtsprozess startet.

Frühgeburten sind immer ein Risiko für Babys. Die Medizin entwickelt sich glücklicherweise immer weiter, sodass Kinder heute ab der 23.-25. SSW als potenziell lebensfähig gelten. In der Regel werden Frühchen ab vollendeter 24. SSW intensivmedizinisch behandelt. Gerade in dieser sehr frühen Phase zählt jeder Tag, den das Baby noch im Bauch der Mutter bleibt.

Ende der SSW 25 liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Frühchens bei ca. 80 % und im Zeitraum von SSW 28-32 bei 96 %.

Grundsätzlich gelten alle Kinder, die vor vollendeter 37. SSW geboren werden, als Frühgeburt:

  • Vor SSW 28: Sehr frühe Frühgeburt
  • Von SSW 28-33: Frühgeburt
  • Von SSW 34-37: Späte Frühgeburt

Der Mutterschutz gilt ab 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin bis 8 Wochen nach dem tatsächlichen Geburtstermin. Wenn dein Baby vor dem errechneten Termin geboren wird, verlängert sich die Zeit nach der Geburt um den entsprechenden Zeitraum, so dass du auch auf insgesamt 14 Wochen kommst.

Einen verlängerten Mutterschutz von 12 Wochen nach der Geburt hast du:

  • Wenn dein Baby medizinisch als Frühgeburt gilt
  • Bei Mehrlingsgeburten
  • Bei Kindern mit Behinderung, sofern du einen Antrag bei der Krankenkasse stellst

Weitere Infos inklusive auch der rechtlichen Bestimmungen findest du auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die größer werdende Gebärmutter drückt zunehmend auf dein Zwerchfell. Dadurch verringert sich die Lungenkapazität. Außerdem steigt dein Sauerstoffbedarf, da du nicht nur dich selbst, sondern auch dein Baby versorgen musst. Die gute Nachricht: Ca. ab der 34. SSW lässt der Druck nach. Dann rutscht dein Baby tiefer ins Becken.

In den letzten Schwangerschaftsmonaten rauben oft mehrere Beschwerden gleichzeitig deinen Schlaf:

  • Das Gewicht von Baby und Bauch drückt auf die Wirbelsäule, was zu Rücken- und Symphysenschmerzen führt. Zudem macht der große Bauch es schwerer, eine bequeme Liegeposition zu finden und der Druck auf die inneren Organe erschwert zusätzlich die nächtliche Erholung.
  • Das Hormon Progesteron, was vermehrt ausgeschüttet wird, hat eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung, kann aber auch Tagesmüdigkeit und nächtliche Unruhe fördern. Auch der Anstieg des Hormons Prolaktin, das später die Milchbildung unterstützt, kann vor der Geburt den Tiefschlaf verkürzen.
  • Zusätzlich können Stress, Angst und Sorgen rund um die neue Lebenssituation Ein- und Durchschlafprobleme auslösen.

Lies mehr dazu in unserem Text zur Schwangerschaftswoche 31.

Nervig, aber meistens normal und ungefährlich: Viele Schwangere haben im Laufe der Schwangerschaft Wassereinlagerungen. Das liegt vor allem an der Hormonveränderung. Denn das Progesteron sorgt dafür, dass die Blutgefäße weiter werden und der Blutfluss langsamer wird. So kann mehr Flüssigkeit ins Gewebe eindringen. Mit der Folge: geschwollene Hände, Beine oder Füße.

Was hilft:

  • Beine hochlegen
  • Ausreichend trinken, das unterstützt deine Niere, Flüssigkeit abzuleiten
  • Ausgewogene Ernährung
  • Kompressionsstrümpfe
  • Beine wechselnd kalt und warm abduschen

Im Zweifelsfall bitte immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sprechen. Denn es können auch ernste Erkrankungen dahinterstecken. Wichtig: Falls du plötzlich Schwellungen im Gesicht, an den Händen oder Füßen und dazu Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Übelkeit hast, wende dich bitte sofort an deine Ärztin oder deinen Arzt, um eine gefährliche Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) auszuschließen.

Bereits vor Geburt kannst du und solltest du dich um ein paar organisatorische Dinge kümmern. Das erleichtert dir die ersten Tage mit deinem Baby. Woran du denken kannst:

  • Wichtige Unterlagen für die Geburt und Klinik zusammenstellen: Mutterpass, Personalausweis, Versicherungskarte, Geburtsplan, ggf. Klinikformulare, Allergie- oder Medikamentenliste u. a.
  • Dokumente für das Standesamt vorbereiten (Geburtsurkunde).
  • Kliniktasche packen, Babyschale fürs Auto und Erstausstattung organisieren.
  • Kinderarztpraxen raussuchen und ggf. bereits die U0 im Rahmen von BKK Starke Kids wahrnehmen.
  • Fürs Wochenbett vorkochen und einfrieren sowie Unterstützung für die ersten Wochen planen.

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Autor: Onlineredaktion Pronova BKK Zuletzt aktualisiert: 19.08.2026